Zusatzwissen aus vorhandenen Bilddaten

Zusatzergebnisse per KI erhalten: Mitlaufende Prävention

Die künstliche Intelligenz (KI) zieht immer mehr in unseren Alltag und unser Leben ein und hat sich inzwischen auch einen festen Platz in der Medizin gesichert in Form einer beiderseitigen Win-Win-Situation. Unter anderem die bildgebenden Verfahren in der Radiologie bieten dadurch einen großen Zusatznutzen ohne weiteren Untersuchungsaufwand.  

Ärztin vor dem Bildschirm bei einer Recherche
Einmal untersucht, mehrfach ausgewertet

Mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen – dank KI!

Denn einerseits ermöglicht die künstliche Intelligenz in der Radiologie inzwischen eine immer genauere und auch schnellere ärztliche Diagnostik durch entsprechende Bildauswertungen und -vergleiche. Andererseits bietet sie gesundheitsbewussten Patientinnen und Patienten die Chance, bei sowieso anstehenden radiologischen Untersuchungen ganz unkompliziert ohne zusätzlichen Untersuchungsaufwand oder hinzukommende Belastungen durch weitere radioaktive Strahlen oder die Gabe zusätzlicher Kontrastmittel parallel weitere Informationen zu ihrer persönlichen Gesundheitssituation zu erhalten. Derartige Doppel-Auswertungen per KI nennen sich opportunistische oder auch mitlaufende Prävention. 

Zielgruppe 

Diese radiologischen Zusatzanalysen kommen grundsätzlich bei Patientinnen und Patienten in Frage, bei denen sowieso eine CT- oder MRT-Untersuchung ansteht und die dann die Chance nutzen möchten, ohne zusätzlichen Untersuchungsaufwand mehr über ihre gesundheitliche Situation zu erfahren im Sinne einer optimalen Gesundheitsvorsorge.

Die Kosten für diese zusätzlichen Auswertungen gehören aktuell nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen; sie zählen zu den selbst zu zahlenden individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Wer privat versichert ist, erfragt am besten vorher bei der zuständigen Krankenkasse die Kostenübernahme.

Praxismitarbeiterin mit Klemmbrett am Telefon
Informieren und Möglichkeiten nutzen

Genau recherchieren im Sinne der eigenen Gesundheit

Ob niedergelassene radiologische Praxen/Zentren oder radiologische Kliniken beziehungsweise an Krankenhäuser angegliederte radiologische Abteilungen diese Zusatzdiagnostik anbieten, hängt von der jeweiligen technischen Ausstattung ab.

Wenn Sie sich im Zusammenhang mit einer anstehenden radiologischen Untersuchung (CT/MRT/Röntgen) für eine mitlaufende Prävention auf KI-Basis interessieren, fragen Sie bei der Terminbuchung einfach nach und erkundigen Sie sich dabei auch nach den damit verbundenen zusätzlichen Kosten.

Da der reine Untersuchungsaufwand durch die Doppel-Diagnostik nicht steigt, liegen die in der Regel von Ihnen zu tragenden Kosten für solche mitlaufenden Präventions-Untersuchungen in der Regel im zweistelligen Bereich.

Ein Scan – mehrere Erkenntnisse 

Wenn Sie sich beispielsweise für die Teilnahme am Lungenkrebs-Screening per Niedrig-Dosis-CT entschieden haben, können Sie dabei auch gleich per KI im Sinne der mitlaufenden Prävention nachschauen lassen, ob mit Ihrem Herzen alles in Ordnung ist. Also ob bei Ihnen beispielsweise Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen (Arteriosklerose) vorliegen oder es Probleme mit den Herzklappen gibt. Denn gerade diese Doppelauswertung macht bei aktiven und ehemaligen Raucherinnen und Rauchern durchaus Sinn, da langjähriger Tabakkonsum sowohl Herz als auch Lunge nachhaltig schädigen kann. 

Konkrete Untersuchungsbeispiele aus der Radiologie 

Ob anstehende Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT) oder eine Röntgenuntersuchung: Die KI ermöglicht mittlerweile zahlreiche zusätzliche Auswertungen in einem einzigen Untersuchungsschritt! Denn die im Rahmen der eigentlichen Untersuchung ermittelten Bilddaten werden von einer speziellen KI-basierten Software dann zusätzlich ausgewertet, ohne dass Sie sich extra darauf vorbereiten müssen. 

Vorbereitung auf die Untersuchung 

Die Untersuchung erfordert keine besondere Vorbereitung. Ob Sie dafür ein Kontrastmittel benötigen, hängt von der ursprünglich verordneten Untersuchung ab. 

Aussagekraft der Untersuchung

Anwendbarkeit und Grenzen der Untersuchung

Die KI liefert ergänzende Hinweise, ersetzt jedoch keine ärztliche Diagnose. Auffällige Befunde müssen stets durch erfahrene Radiologinnen und Radiologen beurteilt und gegebenenfalls weiter abgeklärt werden. 

Beispiele für Diagnose-Möglichkeiten der mitlaufenden Prävention in der Radiologie sind:

 

Osteoporose

samt Vorhersage künftiger Knochenbrüche¹ ²

Bestimmung des viszeralen („bösen“) Bauchfetts

hinsichtlich Herz-Kreislauf- und Diabetes-Risiken³

Erkennen einer Fettleber

als Risikofaktor für metabolische Erkrankungen; unter anderem für Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck⁴

Gleichzeitiger Herz-Check

im Rahmen des Lungenkrebs-Screenings 

Herz-Diagnostik

im Rahmen des Mammographie-Screenings⁵

Was spricht für KI-gestützte Zusatzanalysen? 

Aktuelle Studien zeigen, dass KI-gestützte Zusatzanalysen (mitlaufende oder opportunistische Prävention) beispielsweise Osteoporose, Gefäßverkalkungen, Herzerkrankungen oder eine Fettleber mit hoher Genauigkeit erkennen können. Dadurch lassen sich bislang unentdeckte Risikofaktoren identifizieren und frühzeitig behandeln – eine ärztliche Diagnose ersetzen diese Ergebnisse jedoch nicht. 

Wissenswertes auf einen Blick

Häufige Fragen und Antworten

In den letzten Jahren wurden uns über dieses Portal viele interessante Fragen gestellt. In unseren FAQ finden Sie die häufigsten Fragen und die Antworten unserer radiologischen Expertinnen und Experten.