Radiologische Therapie
Die radiologische Therapie umfasst einerseits die klassische Strahlenbehandlung und -therapie – unter anderem beispielsweise bei bestimmten Brustkrebs-Erkrankungen oder auch bei Prostatakrebs. Daneben gewinnt aber auch die interventionelle Radiologie einen immer größeren Stellenwert. Mittels Kontrolle durch bildgebende Techniken (z.B. Röntgen, Computertomographie/CT, Magnetresonanztomographie/MRT) lassen sich dadurch inzwischen etliche Erkrankungen minimal-invasiv behandeln; also ohne offenen chirurgischen Eingriff.
Radiologische Therapieverfahren im Überblick
Je nach Erkrankung kommen unterschiedliche radiologische Behandlungsmethoden zum Einsatz. Während die Strahlentherapie gezielt ionisierende Strahlung nutzt, ermöglicht die interventionelle Radiologie schonende Eingriffe unter bildgebender Kontrolle.
Strahlenbehandlung und -therapie
Das Prinzip der Strahlentherapie beruht darauf, dass Tumorgewebe auf ionisierende Strahlung meist empfindlicher reagiert als gesundes Gewebe. Das heißt konkret, dass vor allem Tumorzellen auf diese Strahlung reagieren und dadurch absterben. Solche zwischen zwei bis sieben Wochen dauernden Behandlungen – üblicherweise jeweils 5x pro Woche mit einer Bestrahlungszeit von jeweils meistens nur wenigen Minuten – führen speziell dafür ausgebildete Radiolog:innen mit einer Zusatzqualifikation für Strahlentherapie durch. Zuvor erfolgt eine CT-Untersuchung, um die Strahlentherapie effizient planen, einstellen und simulieren zu können
Interventionelle Radiologie
Interventionell-radiologische Eingriffe erfordern meist keine Narkose, Schnitte oder Nähte, sind daher risikoärmer und können viele offene Operationen ersetzen sowie den Krankenhausaufenthalt verkürzen. Interventionelle Therapien kommen am häufigsten zum Einsatz bei folgenden Erkrankungen:
- Gefäßerkrankungen
Beispiele: Verengungen oder Verschlüsse von Blutgefäßen beim “Raucherbein” (PAVK), bei Schlaganfällen und krankhaften Gefäß-Erweiterungen (Aneurysmen) - Gutartigen und bösartigen Tumoren
Beispiele: Gebärmutter-Myome, bösartige Tumoren der Gebärmutter, des Verdauungstraktes, der Leber, Gefäßmissbildungen (Hämangiom/“Blutschwamm”) - Rücken- oder Gelenkschmerzen durch Erkrankungen
Beispiele: Osteoporose, Bandscheibenvorfälle oder Verschleißerscheinungen, Wirbelkörpertumoren
Weniger ist oft mehr
Minimal-invasive Eingriffe belasten den Körper in der Regel weit weniger als offene Operationen bei üblicherweise geringeren OP-Risiken. Außerdem erholen Sie sich danach in der Regel deutlich schneller und können das Krankenhaus auch früher verlassen als nach einem offenen Eingriff.
Zwei Verfahren näher kennenlernen
Entdecken Sie zwei spezielle Behandlungsmöglichkeiten und erfahren Sie, wann sie eingesetzt werden und wie sie ablaufen.
Radiosynoviorthese (RSO)
Bei der Radiosynoviorthese wird eine schwach radioaktive Substanz gezielt in ein entzündetes Gelenk eingebracht, um die Entzündung der Gelenkinnenhaut zu behandeln und Beschwerden zu lindern.
Periradikuläre Therapie (PRT)
Bei der PRT werden Medikamente unter bildgebender Kontrolle gezielt an eine gereizte Nervenwurzel der Wirbelsäule gespritzt, um Entzündungen und Schmerzen zu lindern.
