Ultraschall (Sonographie)
Ob in der internistischen Praxis, in der Kardiologie, Gynäkologie oder in der Kinder- und Jugendmedizin: Nahezu alle medizinischen Fachdisziplinen nutzen heutzutage Ultraschall-Untersuchungen (Sonographien). Aufgrund der risikolosen Anwendung, der hohen Verfügbarkeit und der schnellen Untersuchungsdurchführung gilt diese Bildgebung für viele Ärztinnen und Ärzte als so etwas wie der “7. Sinn” und wird gelegentlich auch als “Stethoskop des 20. Jahrhunderts” bezeichnet.
Bildgebung ohne Strahlenbelastung
Eine Untersuchung mit Hilfe des Ultraschalls ist ein vollkommen ungefährliches Verfahren, das gänzlich ohne Strahlenbelastung auskommt. So stellen Ultraschall-Untersuchungen sogar in der Schwangerschaft keinerlei Gefahr dar. Die Untersuchung benötigt allerdings einen erfahrenen Diagnostiker.
Sehen wie eine Fledermaus
Das Prinzip der Sonographie beruht auf der Anwendung von Ultraschallwellen im nicht-hörbaren Bereich. Hierbei handelt es sich um hochfrequente mechanische Schwingungen mit Frequenzen zwischen 1 und 40 MHz. Die häufigsten Anwendungen liegen in einem Bereich von 3,5 bis 7,5 MHz. Auch Fledermäuse nutzen den Ultraschall, um sich zu orientieren und ihre Beutetiere selbst in absoluter Dunkelheit aufzuspüren.
Ablauf und Vorbereitung von Untersuchungen
Je nach darzustellender Region nehmen Sie eine entsprechende Untersuchungsposition ein. Zur Untersuchung des Bauchraumes beispielsweise liegen Sie meist auf dem Rücken. Ärztin oder Arzt bringen dann ein Gel auf Wasserbasis auf den Schallkopf auf. Ohne dieses Gel würden die Ultraschallwellen durch die Luft zwischen Schallkopf und Haut vollständig reflektiert und man würde keine Ultraschallbilder erhalten. Durch die Bewegung und unterschiedliche Abwinkelung des Schallkopfs auf der Haut können Ärztin oder Arzt das gewünschte Organe und Gewebe aus verschiedenen Richtungen einsehen. Ultraschall- Untersuchungen dauern etwa fünf bis 15 Minuten, das Gel können Sie direkt danach abwischen.
Die Sonographie benötigt normalerweise keine Vorbereitung. Gelegentlich wird Ihnen Ihre radiologische Praxis zur Vorbereitung auf eine Oberbauchsonographie ein Medikament mitgeben, das Sie zum „Entblähen“ einige Stunden vor der Ultraschalluntersuchung einnehmen. Der Grund: Luftgefüllte Darmschlingen behindern den Ultraschall und führen zu einer schlechteren Bildqualität.
Einsatzgebiete der Sonographie
Neben der allgemeinen Anwendung als erstes bildgebendes Verfahren haben sich in einigen medizinischen Fachgebieten Spezialanwendungen etabliert. Mit der Hochfrequenzsonographie werden nahe der Körperoberfläche liegende Organe wie zum Beispiel die Speicheldrüsen (Sialosonographie), die Schilddrüse oder die weibliche Brust (Mammasonographie) dargestellt. Mit der so genannten Doppler-Sonographie erhalten Mediziner:innen an speziellen Ultraschallgeräten zusätzliche Informationen über Strömungsrichtung, Geschwindigkeit und Stärke des Blutflusses in Gefäßen; beispielsweise zur Früherkennung von Kalkablagerungen in den Halsschlagadern.
Anwendbarkeit und Grenzen des Verfahrens
Bei Verdacht auf Brustkrebs liefert die klassische Mammographie im Vergleich zum Brust-Ultraschall die besseren Informationen. Das liegt an der undeutlichen bis fehlenden Erkennbarkeit von sogenannten Mikrokalzifikationsherden (Mikrokalk), die eine Mammographie hingegen gut darstellen kann. Darüber festgestellter Mikrokalk erfordert üblicherweise eine weitere medizinische Abklärung.
Die Ultraschalltechnik funktioniert überall da gut, wo viele Weichteile und keine Knochen im Weg sind. Für die Darstellung der Leber muss der Schallkopf unterhalb des Rippenbogens aufgesetzt werden. In der Leber lassen sich so im Bereich der Krebsdiagnostik Lebermetastasen gut erkennen oder auch (in der Regel harmlose) Zysten identifizieren.
Aber auch im Bereich der Halsweichteile, der Schilddrüse, der Niere sowie bei Gelenkhöhlen ist die Sonographie sehr aussagekräftig. Bei der so genannten Endosonographie wird der Schallkopf in Körperhohlräume eingeführt, zum Beispiel in die Vagina, in den Enddarm oder auch in den Magen. So lassen sich auch von außen schwer beurteilbare Bereiche untersuchen, etwa die Eierstöcke, die Gebärmutter oder die Prostata.
Leider gibt es auch Nachteile beim Ultraschall. Einer der Hauptnachteile der Untersuchung ist die schwierige Dokumentation der Untersuchungsergebnisse. Während dieser Untersuchung entstehen zur Dokumentation meist mehrere Aufnahmen. Außerdem hängen die Durchführung der Untersuchung und die dabei gefundenen Ergebnisse stark von der Erfahrung und Qualifikation derjenigen ab, die die Ultraschall-Untersuchung vornehmen.
Häufige Fragen und Antworten
In den letzten Jahren wurden uns über dieses Portal viele interessante Fragen gestellt. In unseren FAQ finden Sie die häufigsten Fragen und die Antworten unserer radiologischen Expertinnen und Experten.
Gut informiert vor Ihrer Untersuchung
Sie möchten sich in Ruhe über die Untersuchung informieren? Unser Informationsmaterial fasst die wichtigsten Informationen zur Untersuchung verständlich und übersichtlich zusammen – zum Herunterladen und Nachlesen.
