Schlaganfallvorsorge per MRT und MR-Angiographie
MRT und MR-Angiographie ermöglichen eine strahlenfreie Untersuchung des Gehirns und der hirnversorgenden Blutgefäße. So können unter anderem Gefäßverengungen, Durchblutungsstörungen und unbemerkte Hirninfarkte erkannt und mögliche Risiken frühzeitig abgeklärt werden.
Zahlen & Fakten: Schlaganfall
Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe berichtet: Jedes Jahr kommt es in Deutschland bei ungefähr 270.000 Menschen zu einem Schlaganfall, der hierzulande dritthäufigsten Todesursache. Bis zu 40 Prozent der Betroffenen versterben innerhalb eines Jahres an den Folgen der Erkrankung. Und ein Jahr danach benötigen ungefähr 60 Prozent der Betroffenen noch immer Therapien, Hilfsmittel oder Pflege. Ursache eines Schlaganfalls sind häufig Durchblutungsstörungen aufgrund verengter Arterien im Kopf- und Halsbereich, die sich jedoch im Rahmen einer radiologischen Schlaganfallvorsorge per MRT und MR-Angiographie frühzeitig zeigen.
Kurz & knapp: Schlaganfallvorsorge (MRT und MR-Angiographie)
Die Schlaganfallvorsorge mittels Magnetresonanztomographie (MRT) und MR-Angiographie bietet eine strahlenfreie Darstellung des Gehirns und der hirnversorgenden Blutgefäße. Damit lassen sich Gefäßverengungen (Stenosen), Durchblutungsstörungen oder bereits unbemerkte ("stumme") Hirninfarkte erkennen und frühzeitig medizinische Behandlungen einleiten. Deren Ziel ist es, einen möglichen Schlaganfall zu verhindern.
All diese Untersuchungen haben sich bereits seit einigen Jahrzehnten in der Früherkennung von Durchblutungsstörungen bewährt.
Zielgruppe
Eine Untersuchung kann insbesondere für Menschen sinnvoll sein, bei denen einer oder mehrere der genannten Risikofaktoren vorliegen.
Bei rein vorsorglichen Untersuchungen handelt es sich meist um Selbstzahlerleistungen oder Leistungen von privaten Krankenversicherungen. Bei medizinischer Indikation übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten jedoch in der Regel.
Familiäre Vorbelastung für Schlaganfälle
Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Blutfettwerte
Diese Erkrankungen können die Blutgefäße langfristig belasten und das Risiko für Gefäßveränderungen erhöhen.
Rauchen
Rauchen kann die Blutgefäße schädigen und das Risiko für Gefäßerkrankungen erhöhen.
Bekannte Gefäßerkrankungen
Bereits bestehende Gefäßerkrankungen können regelmäßige Kontrollen und eine genauere Beurteilung der Blutgefäße erforderlich machen.
Kurzbeschreibung der Untersuchung
Die Schlaganfallvorsorge zur Früherkennung von Durchblutungsstörungen im Gehirn und der hirnversorgenden Gefäße beinhaltet mehrere Untersuchungen auf Basis der strahlenfreien Magnetresonanztomographie (MRT) während eines Termins. Dabei entstehen hochauflösende Bilder des Gehirns und derjenigen Blutgefäße, die das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Je nach Fragestellung erhalten Sie dafür ein Kontrastmittel.
MRT des Gehirns
Darstellung: Durchblutungsstörungen im Bereich der kleinen Hirn-Gefäße, Ausschluss von kleinen Gefäßmissbildungen, Einordnung von Schlaganfällen (älter oder frisch aufgetreten)
Dauer: Maximal 5 Minuten
Üblicherweise ohne Kontrastmittel
MR-Angiographie der Hirn-Arterien
Darstellung: Krankhafte Gefäß-Einengungen (Stenosen), Aneurysmen, Gefäßmissbildungen
Dauer: Gut 5 Minuten
Üblicherweise ohne Kontrastmittel
MR-Angiographie der Halsschlagadern
Darstellung: Ausschluss oder Nachweis von Einengungen (Stenosen)
Dauer: Ungefähr 15 Minuten
Mit Kontrastmittel
Vorbereitung auf die Untersuchung
Diese Untersuchungen erfordern meistens keine besondere Vorbereitung. In der radiologischen Praxis besprechen Sie vorher mögliche MRT-Kontraindikationen (z. B. bestimmte Implantate oder Herzschrittmacher).
Anwendbarkeit und Grenzen der Untersuchung
Die MRT eignet sich hervorragend zur Darstellung von Gehirn und Blutgefäßen. Alle Ursachen eines Schlaganfalls kann sie jedoch nicht vorhersagen, beispielsweise Herzrhythmusstörungen oder akute Gefäßverschlüsse.
Was spricht für eine Schlaganfallvorsorge per MRT und MR-Angiographie?
Verschiedene Untersuchungen belegen, dass MRT-Verfahren stumme Hirninfarkte und krankhafte Veränderungen der Hirngefäße deutlich früher und besser erkennen können als andere bildgebende Verfahren. Menschen mit einem unbemerkten „stummen“ Hirninfarkt besitzen ein verdoppeltes Schlaganfallrisiko und ein erhöhtes Risiko für kognitive Einschränkungen und Demenz (1, 2, 3). MRT-Befunde können daher helfen, individuelle Gesundheitsgefahren besser einzuschätzen und vorbeugende Maßnahmen einzuleiten.
Weiterführende Informationen/ Links
Deutsche Schlaganfall-Hilfe (Abruf: 20.07.2026)
Quellen:
1 The New England Journal of Medicine (Abruf 20.07.2026)
2 American Heart Association (AHA) (Abruf 20.07.2026)
3 European Stroke Organisation (Abruf 20.07.2026)
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