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Radiologie-Wörterbuch

Was bedeutet eigentlich MRT? Was versteht man unter Kontrastmitteln und was ist eine Angiographie? In unserem Radiologie-Wörterbuch erklären wir Ihnen die wichtigsten medizinischen Fachbegriffe rund um die Radiologie – einfach, verständlich und alphabetisch sortiert. 

 

Wörter zu A

Abdomen-Leeraufnahme

Leer­auf­nah­me des Bau­ches, d.h. die Rönt­gen­auf­nah­me des Bau­ches ohne Ver­wen­dung von Kon­trast­mit­tel. 

Ablatio mammae

Ope­ra­ti­ve Ent­fer­nung der Brust. 

Amniographie

in­trau­te­ri­ne (d. h. in­ner­halb der Ge­bär­mut­ter) Rönt­gen­kon­trast­dar­stel­lung des Fe­tus; durch Ul­tra­schall­dia­gnos­tik er­setzt.

Anamnese

[gr. Er­in­ne­rung] Kran­ken­ge­schich­te; Art, Be­ginn u. Ver­lauf der ak­tu­el­len Be­schwer­den, die im ärzt­li­chen Ge­spräch mit dem Kran­ken (Ei­genana­mne­se) oder des­sen An­ge­hö­ri­gen (Fremd­ana­mne­se) er­fragt wer­den. 

Angio-

(auch: Angi-) Wort­teil mit der Be­deu­tung „Ge­fäß“. 

Angiographie

Me­tho­de zur Dar­stel­lung der (Blut-)Ge­fä­ße. Hier­für wird häu­fig ein Kon­trast­mit­tel in das Blut­ge­fäß ge­spritzt. Zweck ist u. a. das Auf­spü­ren von Ge­fä­ßeng­stel­len oder Blu­tun­gen. Sel­din­ger-Me­tho­de, CT-An­gio­gra­phie, MR-An­gio­gra­phie. 

Angiokardiographie

(An­gio-; Kar­dio­gra­phie); Rönt­gen­kon­trast­dar­stel­lung der Herz­höh­len u. der gro­ßen Ge­fä­ße nach Herz­ka­the­te­ri­sie­rung; er­mög­licht die Be­ur­tei­lung von Form, Grö­ße u. Ver­än­de­run­gen der Herz­höh­len, Herz­klap­pen so­wie der gro­ßen Ge­fä­ße. 

Angst vor der Untersuchung bzw. der Diagnose

Vie­le Men­schen ge­hen zum Ra­dio­lo­gen, um ei­nen Krank­heits­ver­dacht ab­zu­klä­ren. Wenn gleich die ra­dio­lo­gi­schen Un­ter­su­chun­gen selbst meist nicht sehr un­an­ge­nehm sind, be­glei­ten un­gu­te Ge­füh­le und Angst vor dem Un­ter­su­chungs­er­geb­nis die Pa­ti­en­ten. Zu­dem fin­den sie zu­meist ei­nen gro­ßen Pra­xis­be­trieb vor, der nicht ver­gleich­bar ist mit den ver­trau­ten Ge­sich­tern beim Haus­arzt, der sie über­wie­sen hat. Doch auch in der ra­dio­lo­gi­schen Pra­xis set­zen sich Ärzte wie Teams zum Ziel, Pa­ti­en­ten best­mög­lich zu be­treu­en. Das heißt: In­for­ma­tio­nen, Auf­klä­rung und Be­treu­ung rund um die Un­ter­su­chung, an­ge­neh­me Un­ter­su­chungs­at­mo­sphä­re, mög­lichst we­nig War­te­zei­ten. Auf das letzt­end­li­che Un­ter­su­chungs­er­geb­nis ha­ben wir kei­nen Ein­fluss, aber wir wol­len die un­si­che­re Zeit für Sie so an­ge­nehm wie mög­lich ge­stal­ten. So kön­nen wir Ih­nen bei­spiels­wei­se bei Kern­spin­to­mo­gra­phi­en in vie­len Fäl­len das un­gu­te Ge­fühl durch an­ge­neh­me Mu­sik, die Sie per Kopf­hö­rer wäh­rend der Un­ter­su­chung be­glei­tet, oder in man­chen Fäl­len auch durch die Gabe ei­nes Be­ru­hi­gungs­mit­tels neh­men. Spre­chen Sie uns an. Fest steht: Auch wenn Ih­nen man­che ra­dio­lo­gi­sche Un­ter­su­chung Angst macht, sind die nicht-in­va­si­ven Dia­gno­se­mög­lich­kei­ten beim Ra­dio­lo­gen ri­si­koär­mer als je­der tat­säch­li­che Ein­griff in den Kör­per. 

Applikationsform

die Art und Wei­se, wie ein Me­di­ka­ment ver­ab­reicht wird und da­mit in den Kör­per ge­langt. Ent­spre­chend der Ver­ab­rei­chungs­form muss die Dar­rei­chungs­form ge­wählt wer­den, also die Art, wie das Me­di­ka­ment zu­be­rei­tet wird (z. B. Ta­blet­te, Zäpf­chen usw.). 

Areal, hyperdens

ra­dio­lo­gi­scher Aus­druck zur Be­schrei­bung ei­nes Be­reichs, der eine hö­he­re Dich­te als das um­lie­gen­de Ge­we­be des­sel­ben Or­gans auf­weist. 

Areal, hypodenses

ra­dio­lo­gi­scher Aus­druck zur Be­schrei­bung ei­nes Be­reichs, der eine nied­ri­ge­re Dich­te als das um­lie­gen­de Ge­we­be des­sel­ben Or­gans auf­weist. 

Arteriographie

Dar­stel­lung von Ar­te­ri­en. Sie­he auch An­gio­gra­phie. 

Aufklärung zu Risiken

Kei­ne Un­ter­su­chung ist ohne Ri­si­ko. Un­ter­su­chungs­al­ter­na­ti­ven müs­sen be­spro­chen, Kon­tra­in­di­ka­tio­nen (Ge­gen­an­zei­gen) ab­ge­klärt und Strah­len- bzw. All­er­gie­ri­si­ken ein­ge­grenzt wer­den. Vor ei­ner ra­dio­lo­gi­schen Un­ter­su­chung wer­den Pa­ti­en­ten zu­meist mit­hil­fe von vor­ge­fer­tig­ten, stan­dar­di­sier­ten Auf­klä­rungs­bö­gen über die Ri­si­ken der Me­tho­de auf­ge­klärt und müs­sen me­di­zi­nisch wich­ti­ge Fra­gen zu ih­rer Per­son be­ant­wor­ten.
Die Bö­gen des Ra­dio­lo­gie­netz kön­nen auf un­se­rem Por­tal www.radiologie.de run­ter­ge­la­den wer­den. Da­durch ha­ben Pa­ti­en­ten die Zeit, die sie brau­chen, um un­kla­re Punk­te z. B. mit dem Haus­arzt vor­ab zu be­spre­chen. Na­tür­lich kön­nen sie sich dann wei­ter­hin vor Ort beim me­di­zi­ni­schen Per­so­nal der ra­dio­lo­gi­schen Pra­xis und im Arzt­ge­spräch mit dem Ra­dio­lo­gen in­for­mie­ren und of­fe­ne Fra­gen klä­ren.
Sie­he auch Pa­ti­en­ten­auf­klä­rung. 

AUG

Abk. für Aus­schei­dungsu­ro­gra­phie, Rönt­gen­un­ter­su­chung der ab­lei­ten­den Harn­we­ge. 

Auswahl des Radiologen

Die Emp­feh­lung ei­nes Arz­tes durch ei­nen an­de­ren un­ter­liegt aus Grün­den der frei­en Arzt­wahl in Deutsch­land en­gen Gren­zen. Ob­jek­ti­vier­ba­re Be­ur­tei­lungs­kri­te­ri­en für me­di­zi­ni­sche Leis­tung und ihre Qua­li­tät feh­len oder sind Pa­ti­en­ten nur schwer zu­gäng­lich. Fol­gen­de Kri­te­ri­en kön­nen bei der Aus­wahl ei­nes Ra­dio­lo­gen hel­fen:

1. Leis­tungs­spek­trum der ra­dio­lo­gi­schen Pra­xis
2. Arzt­qua­li­fi­ka­ti­on und -er­fah­rung
3. Pa­ti­en­ten-Zu­wei­ser-Arzt­kom­mu­ni­ka­ti­on
4. Ge­rä­teaus­stat­tung
5. Ter­min­ver­ga­be und War­te­zei­ten
6. Pra­xis­at­mo­sphä­re und Freund­lich­keit
7. Lage und Er­reich­bar­keit der Pra­xis für Sie

Ver­su­chen Sie selbst zu ur­tei­len, auch wenn es schwie­rig ist, denn: Die „wei­chen“ Fak­to­ren wie Freund­lich­keit und Ser­vice sind nicht un­be­dingt In­di­ka­to­ren für me­di­zi­ni­sche Qua­li­tät, auf die es schließ­lich an­kommt.

Wörter zu B

BA-Einlauf

Abk. für Ba­ri­um­ein­lauf. 

Backpointer

[engl.] mit der Strah­len­quel­le des Be­hand­lungs­ge­rä­tes ver­bun­de­ne Hilfs­ein­rich­tung zur Strah­len­be­hand­lung; zeigt an der zu be­han­deln­den Stel­le des Pa­ti­en­ten den Aus­tritts­punkt des Zen­tral­strahls me­cha­nisch oder op­tisch an. 

Bariumsulfat

Ba­SO4; ver­wen­det als Kon­trast­mit­tel für Rönt­gen­un­ter­su­chun­gen des Gas­tro­in­tes­ti­nal­trakts; na­tür­lich als Schwer­spat vor­kom­mend.

 

Becken-Bein-Angiographie

spe­zi­el­le com­pu­ter­ge­stütz­te Rönt­gen­un­ter­su­chung, mit de­ren Hil­fe sich früh­zei­tig Ver­en­gun­gen und Ver­än­de­run­gen von Ar­te­ri­en des Be­ckens und der Bei­ne er­ken­nen las­sen. Zum Sicht­bar­ma­chen der Ge­fä­ße wird ein Kon­trast­mit­tel ge­spritzt. Ver­en­gun­gen an Ar­te­ri­en des Be­ckens und der Bei­ne ent­ste­hen in der Re­gel im Rah­men der so ge­nann­ten Ar­te­rio­skle­ro­se (Ar­te­ri­en­ver­kal­kung). 

Becquerel

Abk. Bq.; Ein­heit der Ra­dio­ak­ti­vi­tät, be­nannt nach dem fran­zö­si­schen Phy­si­ker An­toi­ne Hen­ri Bec­que­rel, der 1903 zu­sam­men mit Ma­rie Cu­rie den No­bel­preis für die Ent­de­ckung der Ra­dio­ak­ti­vi­tät er­hielt.
Ein Bec­que­rel gibt die An­zahl der Ato­me an, die pro Se­kun­de zer­fal­len. 

Befund

be­zeich­net das Un­ter­su­chungs­er­geb­nis oder die Ge­samt­heit der durch ei­nen Arzt er­ho­be­nen kör­per­li­chen und psy­chi­schen Er­schei­nun­gen ei­nes Pa­ti­en­ten. 

Befund-/Bildkommunikation

Der Be­fund be­schreibt in Wor­ten das Un­ter­su­chungs­er­geb­nis, die In­ter­pre­ta­ti­on der je­wei­li­gen Auf­nah­me, des Bil­des. Falls vor­han­den, flie­ßen in die Be­fun­der­stel­lung In­for­ma­tio­nen und even­tu­ell vor­han­de­ne Vor­auf­nah­men mit ein, die Sie bit­te mit­brin­gen. Manch­mal be­kommt man zu­sätz­lich zum Be­fund die Bil­der als Aus­druck, ent­wi­ckel­te Rönt­gen­auf­nah­men oder auf ei­ner CD. Das Ei­gen­tum an den Bil­dern liegt beim Ra­dio­lo­gen. Er muss sie auch ar­chi­vie­ren. Pa­ti­en­ten ha­ben aber das Recht, die Bil­der zur Ver­fü­gung ge­stellt zu er­hal­ten. Bei Wei­ter­be­hand­lung schickt der Ra­dio­lo­ge die Bil­der und Be­fun­de dem wei­ter­be­han­deln­den Arzt bzw. Kran­ken­haus zu. In zeit­kri­ti­schen Fäl­len ist eine elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Ra­dio­lo­gen und wei­ter­be­han­deln­den Ärz­ten ef­fek­tiv. 

Befunderläuterung

Nach der Un­ter­su­chung wird Ih­nen Ihr Ra­dio­lo­ge die Auf­nah­men und den Be­fund vor­stel­len und er­läu­tern. In man­chen Fäl­len wird er den Be­fund auch di­rekt über Te­le­ra­dio­lo­gie oder über Te­le­fon/​Fax Ih­rem be­han­deln­den Arzt wei­ter­ge­ben.
Es kann auch sein, dass er Ih­nen eine Fol­ge­un­ter­su­chung emp­fiehlt. Manch­mal ist das Ge­spräch mit dem Ra­dio­lo­gen sehr kurz, da vie­le be­han­deln­de und zum Ra­dio­lo­gen über­wei­sen­de Ärzte die Be­fund­be­spre­chung zu­sam­men mit der The­ra­pie­emp­feh­lung für ihre Pa­ti­en­ten selbst ma­chen wol­len. In den meis­ten Fäl­len wird Ih­nen der Ra­dio­lo­ge ei­nen kur­zen Be­fund für den über­wei­sen­den Arzt mit­ge­ben. Der aus­führ­li­che Be­fund wird dann meist am nächs­ten oder über­nächs­ten Tag auf dem Post­weg oder per Fax an den über­wei­sen­den Arzt über­mit­telt. 

Befundqualität

Die Be­fund­qua­li­tät hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab: der Qua­li­tät der Ge­rä­te, der Qua­li­tät der Auf­nah­me­tech­nik und der Qua­li­fi­ka­ti­on und Er­fah­rung des be­fun­den­den Arz­tes. Stu­di­en rund um das Mam­mo­gra­phie-Scree­ning be­wei­sen, dass die Zu­ver­läs­sig­keit von Be­fun­den sich um 15 Pro­zent ver­bes­sern lässt durch die in die­sen Pro­gram­men ob­li­ga­to­ri­sche Dop­pel­be­fun­dung. In al­len Pra­xen im Ra­dio­lo­gie­netz ist da­her die Dop­pel­be­fun­dung nach dem 4-Au­gen-Prin­zip selbst auf­er­leg­tes Qua­li­täts­kri­te­ri­um. 

Bestrahlung

Strah­len­the­ra­pie; Be­hand­lung mit en­er­gie­rei­chen, io­ni­sie­ren­den Strah­len, z. B. Rönt­gen­strah­len, Beta- oder Gam­ma­strah­len (sie­he Ra­dio­ak­ti­vi­tät) zu the­ra­peu­ti­schen Zwe­cken. Ein­satz ins­be­son­de­re bei schnell wach­sen­dem Ge­we­be, ins­bes. Krebs­zel­len, da die­se da­für emp­find­lich sind. Hier­bei sind grund­sätz­lich sehr viel hö­he­re Strah­len­do­sen not­wen­dig als bei der An­fer­ti­gung ei­ner Rönt­gen­auf­nah­me. In der Re­gel wer­den die be­trof­fe­nen Kör­per­re­gio­nen von au­ßen be­strahlt, wo­bei durch be­son­de­re Tech­ni­ken ver­sucht wird, die größ­te Strah­len­do­sis im Tu­mor­ge­we­be zu kon­zen­trie­ren, wäh­rend das um­lie­gen­de Ge­we­be ge­schont wird. Bei man­chen Er­kran­kun­gen, z. B. Tu­mo­ren der Ge­bär­mut­ter, ist es auch mög­lich, die Strah­len­quel­le in den Kör­per und da­mit in un­mit­tel­ba­re Nähe des Krank­heits­her­des zu brin­gen und eine Zeit­lang dort zu be­las­sen.

Bildröhre

Bild­wie­der­ga­be­röh­re. Nach dem Prin­zip der Braun­schen Röh­re ar­bei­ten­des Ge­rät, das elek­tri­sche Si­gna­le in op­ti­sche Bild­in­for­ma­tio­nen um­wan­delt und auf ei­nem Leucht­schirm Schwarz­weiß- oder Farb­bil­der er­zeugt; all­ge­mein auch Elek­tro­nen­strahl­röh­re ge­nannt. 

Bio-

Wort­teil mit der Be­deu­tung „Le­ben“. 

Biopsie

Ent­nah­me ei­ner Ge­we­be­pro­be des Pa­ti­en­ten durch Or­gan­punk­ti­on mit ei­ner Hohl­na­del, un­ter An­wen­dung spe­zi­el­ler In­stru­men­te (z. B. Stanz­in­stru­men­te, Bi­op­sie­son­den) oder ope­ra­tiv mit dem Skal­pell, als un­ge­ziel­te Bi­op­sie oder ge­zielt un­ter Ul­tra­schall- oder Rönt­gen­kon­trol­le. 

Brachytherapie

Strah­len­the­ra­pie, bei der die Strah­len­quel­le di­rekt am Tu­mor­ge­we­be an­ge­bracht wird.

 

Breischluck

Rönt­gen­un­ter­su­chung der Spei­se­röh­re mit Kon­trast­mit­tel (Ba­ri­umsul­fatsus­pen­si­on). 

Bronchographie

 önt­gen­dar­stel­lung der Ver­äs­te­lun­gen der Luft­röh­re (Bron­chi­en) nach Ver­ab­rei­chung ei­nes Kon­trast­mit­tels. 

Buckytisch

spe­zi­el­ler Rönt­gen­tisch, be­nannt nach Gus­tav Pe­ter Bu­cky (*1880, †1963), be­deu­ten­der Ra­dio­lo­ge und Phy­si­ker. 

Wörter zu C

Cardio-MRT

Kar­dio-MRT 

CCT

Abk. für Cra­nia­le Com­pu­ter­to­mo­gra­phie; Schicht­auf­nah­me des Kop­fes.

 

Chelatbildner

or­ga­ni­sche Sub­stan­zen, die sich mit Me­tall­teil­chen zu sta­bi­len Ver­bin­dun­gen zu­sam­men­schlie­ßen. 

 

Chelate

che­mi­sche Zu­sam­men­schlüs­se von Me­tall­teil­chen und or­ga­ni­schen Sub­stan­zen. 

Chelatkomplex

oder auch ver­kürzt Che­lat steht für Kom­plex­ver­bin­dun­gen, bei de­nen­ein mehr­zah­ni­ger Li­gand (be­sitzt mehr als ein frei­es Elek­tro­nen­paar) min­des­tens zwei Ko­or­di­na­ti­ons­stel­len (Bin­dungs­stel­len) des Zen­tra­li­ons ein­nimmt. Der Li­gand heißt in die­sem Fall Che­la­tor (gr. che­le für „Krebs­sche­re“).
Beim Zen­tra­li­on han­delt es sich in der Re­gel um ein po­si­tiv ge­la­de­nes Me­tal­li­on (z. B. Fe2+, Cu2+). 

Chemotherapie

Be­hand­lung mit Zy­to­sta­ti­ka, in de­ren Ver­lauf Tu­mor­zel­len ab­ge­tö­tet oder am Wachs­tum ge­hin­dert wer­den. In der mo­der­nen Che­mo­the­ra­pie ver­sucht man, ge­sun­de Zel­len mög­lichst we­nig zu be­ein­träch­ti­gen. 

Coeliacus-Blockarde

An­äs­the­sie des Ple­xus Coe­li­a­cus (= Ner­ven­ge­flecht im Bauch­raum), häu­fig kon­trol­liert mit­tels So­no­gra­phie oder Com­pu­ter­to­mo­gra­phie. 

Coil

Pla­tin­spi­ra­le, die ins­be­son­de­re bei mi­ni­mal­in­va­si­ven Ver­fah­ren zum Ein­satz kommt, um zum Bei­spiel Ge­fäß­aus­sackun­gen zu ver­schlie­ßen. Mit­tels ei­nes Ka­the­ters kann der haar­fei­ne Coil bei­spiels­wei­se über die Leis­ten­ar­te­rie bis in das Ge­hirn zur Be­hand­lung ei­nes Aneu­rys­mas ver­wen­det wer­den. Dort wird er aus dem Füh­rungs­ka­the­ter her­aus­ge­scho­ben und rollt sich zu ei­ner fes­ten Spi­ra­le auf, die die Aus­sackung im Ge­fäß voll aus­füllt. Mit­hil­fe ei­ner leich­ten elek­tri­schen Span­nung wird der Coil vom Füh­rungs­draht ge­löst. Der größ­te Vor­teil die­ser neu­en Tech­nik liegt dar­in, dass eine Ope­ra­ti­on am of­fe­nen Ge­hirn nicht mehr not­wen­dig ist und z. B. kei­ner­lei Ge­hirn­ge­we­be mehr zur Sei­te ge­hal­ten wer­den muss, um ein frei­es Ope­ra­ti­ons­feld zu be­kom­men. 

Computer in der Radiologie

Com­pu­ter sind aus der Ra­dio­lo­gie nicht mehr weg­zu­den­ken. Durch sie sind 3-D-Be­ur­tei­lun­gen von CT- oder MRT-Auf­nah­men mög­lich, die in­va­si­ve Ein­grif­fe (z. B. Ko­lo­sko­pi­en oder Herz­ka­the­ter) er­set­zen. Wei­ter­hin kön­nen Auf­nah­men nach­be­ar­bei­tet und da­mit Zweit­auf­nah­men ver­mie­den wer­den.

Computertomographie

Abk. CT; Rönt­gen­dia­gnos­ti­sches, com­pu­ter­ge­stütz­tes bild­ge­ben­des Ver­fah­ren nach dem Prin­zip der To­mo­gra­phie. Bei der CT kön­nen Kör­per­or­ga­ne in je­der Schicht aus na­he­zu 1.000 Rich­tun­gen auf­ge­nom­men wer­den. Die Mess­wer­te wer­den von ei­nem Com­pu­ter zu über­la­ge­rungs­frei­en, zwei- oder drei­di­men­sio­na­len Bil­dern wei­ter­ver­ar­bei­tet. Als schnel­le und um­fang­rei­che Un­ter­su­chung ist die CT auch be­son­ders in der Trau­ma­me­di­zin für Un­fall­op­fer, z. B. bei Kopf­ver­let­zun­gen und bei der Su­che nach Blu­tun­gen oder für die Un­ter­su­chung Schwer­kran­ker, ge­eig­net. Ge­rin­ge Be­we­gun­gen, z. B. von un­ru­hi­gen Pa­ti­en­ten, ma­chen we­ni­ger Pro­ble­me als in der Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie (MRT). Auch zur Schlag­an­fall-Dia­gnos­tik (Stroke Unit) ist die So­fort-CT die Me­tho­de der Wahl. 

Cor/Pulmo

[lat.] Herz und Lun­ge. 

Craniale Computertomographie

Abk. CCT; ist heu­te in wei­ten Be­rei­chen von der Kern­spin­to­mo­gra­phie ab­ge­löst wor­den, bei der Dia­gno­se ei­ner fri­schen Blu­tung od. ei­nes Hä­ma­toms im Be­reich des Schä­dels, von Schä­del­ba­sis­frak­tu­ren so­wie Schä­del­ba­sis­tu­mo­ren mit knö­cher­nem De­fekt die­ser al­ler­dings über­le­gen. 

Curie, Marie

(*1867 in War­schau, † 1934 in Sancel­lemoz, Frank­reich) pol­ni­sche Phy­si­ke­rin mit fran­zö­si­scher Staats­bür­ger­schaft; For­schung auf dem Ge­biet der Ra­dio­ak­ti­vi­tät; No­bel­preis­trä­ge­rin für Phy­sik (1903) und Che­mie (1911). 

Wörter zu D

Deutsche Röntgengesellschaft

Abk. DRG; die nach Wil­helm Con­rad Rönt­gen be­nann­te me­di­zi­nisch-wis­sen­schaft­li­che Fach­ge­sell­schaft der deut­schen Ra­dio­lo­gen. Die DRG wur­de 1905 auf die In­itia­ti­ve des Ham­bur­ger Ra­dio­lo­gen Hein­rich Al­bers-Schön­berg hin ge­grün­det. 

Diagnose

[gr. Ent­schei­dung] zwei­fels­freie Zu­ord­nung von Sym­pto­men zu ei­nem Krank­heits­be­griff. 

 

Diagnosesicherheit vor der OP

Hun­dert­pro­zen­ti­ge Si­cher­heit gibt es in der Me­di­zin so gut wie nicht. Durch im­mer bes­ser auf­lö­sen­de Ge­rä­te und Spe­zia­li­sie­run­gen in­ner­halb ra­dio­lo­gi­scher Pra­xen neh­men die Si­cher­hei­ten der bild­ge­ben­den und da­mit auch der ge­sam­ten Dia­gno­sen aber im­mer mehr zu. Durch Dop­pel­be­fun­dun­gen bzw. Ein­ho­lung von Zweit­mei­nun­gen kön­nen Dia­gno­sen ab­ge­si­chert wer­den, denn: Vier Au­gen se­hen mehr als zwei. Die­se Dop­pel­be­fun­dun­gen sind Teil des Qua­li­täts­ver­spre­chens im Ra­dio­lo­gie­netz. 

 

Diagnostik

[gr. fä­hig zu un­ter­schei­den] Sam­mel­be­zeich­nung für Ver­fah­ren, die zur Ab­klä­rung ei­ner Ge­sund­heits­stö­rung bzw. von Be­ra­tungs­ur­sa­chen an­ge­wandt wer­den; ins­be­son­de­re Be­fra­gung, kör­per­li­che, ggf. ap­pa­ra­ti­ve u. La­bor­un­ter­su­chun­gen. 

Differenzialdiagnose

(auf Be­fund­schrei­ben ab­ge­kürzt DD); Ge­samt­heit al­ler Dia­gno­sen, die als Er­klä­rung für ein Sym­ptom (Krank­heits­zei­chen) oder eine Kom­bi­na­ti­on meh­re­rer Sym­pto­me mög­lich sind. 

Digitale Subtraktionsangiographie

Abk. DSA; ein Rönt­gen­ver­fah­ren zur be­son­ders kon­trast­rei­chen Dar­stel­lung von Blut­ge­fä­ßen, sie­he auch Angiographie. 

Digitales Röntgen

Ver­fah­ren, bei de­nen die Auf­nah­men di­gi­ta­li­siert wer­den. Der gro­ße Un­ter­schied zum Rönt­gen­film ist die bes­se­re Nach­be­ar­bei­tung und die In­te­gra­ti­on in den Ab­lauf ei­nes Kran­ken­hau­ses oder ei­ner Arzt­pra­xis. 

Doppelkontrastuntersuchung

Ver­fah­ren zur Rönt­gen­dar­stel­lung von Hohl­or­ga­nen, z. B. Dünn­darm. Kom­bi­na­ti­on von po­si­ti­vem, d. h. Rönt­gen­strah­len zu­rück­hal­ten­den(Jod, Ba­ri­um), und ne­ga­ti­vem, d. h. Rönt­gen­strah­len un­ge­bremst durch­las­sen­den (Luft, CO2) Kon­trast­mit­tel. 

Dosimeter

Ge­rät zur Strah­len­do­sis­mes­sung. 

DRG

Dia­gno­sis Re­la­ted Groups (kurz DRG, deutsch: Dia­gno­se­be­zo­ge­ne Fall­grup­pen) be­zeich­nen ein Klas­si­fi­ka­ti­ons­sys­tem, bei dem Pa­ti­en­ten an­hand ih­rer Dia­gno­sen und der durch­ge­führ­ten Be­hand­lun­gen in Fall­grup­pen klas­si­fi­ziert wer­den, die nach dem für die Be­hand­lung er­for­der­li­chen öko­no­mi­schen Auf­wand un­ter­teilt und be­wer­tet sind. DRGs wer­den in ver­schie­de­nen Län­dern zur Ver­gü­tung von Kran­ken­haus­be­hand­lun­gen ver­wen­det.
In Deutsch­land wur­de das DRG-Sys­tem 2003 ein­ge­führt; Abk. Deut­sche Rönt­gen­ge­sell­schaft. 

Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA/DEXA)

Un­ter­su­chungs­me­tho­de zur Kno­chen­dich­te­mes­sung. Bei die­sem Ver­fah­ren wer­den gleich­zei­tig zwei en­er­ge­tisch leicht un­ter­schied­li­che Rönt­gen­quel­len ein­ge­setzt. Ma­te­ria­li­en mit un­ter­schied­li­cher Dich­te zei­gen, ab­hän­gig von der En­er­gie der Rönt­gen­strah­lung, un­ter­schied­li­che Schwä­chungs­cha­rak­te­ris­ti­ken.
Für je­den Mess­punkt im Rönt­gen­bild exis­tie­ren also beim DXA/​DEXA-Ver­fah­ren zwei Schwä­chungs­wer­te für zwei Rönt­ge­n­ener­gi­en. Dem­entspre­chend kön­nen im Ver­gleich zum her­kömm­li­chen Rönt­gen­ver­fah­ren nicht nur die all­ge­mei­ne Schwä­chung durch den ge­sam­ten Kör­per ge­mes­sen, son­dern auch ver­schie­de­ne Ma­te­ria­li­en ge­nau­er un­ter­schie­den wer­den.

Durchleuchtung

kon­ti­nu­ier­li­che Be­trach­tung von Vor­gän­gen im mensch­li­chen oder tie­ri­schen Kör­per mit­tels Rönt­gen­strah­lung. 

DXA/DEXA

Dual-Rönt­gen-Ab­sorp­tio­me­trie.

Wörter zu E

Ebenen

Die Rönt­gen­auf­nah­me ist wie ein ge­wöhn­li­ches Foto ein zwei­di­men­sio­na­les Bild. Um eine krank­haf­te Ver­än­de­rung bes­ser zu er­ken­nen und im drei­di­men­sio­na­len Raum zu lo­ka­li­sie­ren, wer­den Auf­nah­men in un­ter­schied­li­chen Ebe­nen durch­ge­führt (üb­li­cher­wei­se 2 Ebe­nen, z. B. bei Auf­nah­men von Kno­chen oder der Lun­ge). 

EBM

Abk. für Ein­heit­li­cher Be­wer­tungs­maß­stab im deut­schen Ge­sund­heits­we­sen. Ein Ver­zeich­nis, nach dem ver­trags­ärzt­lich er­brach­te, am­bu­lan­te Leis­tun­gen mit der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ab­ge­rech­net wer­den. Es han­delt sich um ein Ver­gü­tungs­sys­tem der am­bu­lan­ten Ver­sor­gung in Deutsch­land.
Ein Bei­spiel:
34321 CT-Un­ter­su­chung der Schä­del­ba­sis.
Ob­li­ga­ter Leis­tungs­in­halt:
An­fer­ti­gung von Dünn­schich­ten (<= 2mm)
Be­wer­tung:
1.785 Punk­te x 3,5001 ct = 62,48 €.
Die­ses Ho­no­rar ist je­doch nicht ga­ran­tiert. Wenn der Ra­dio­lo­ge die für ihn vor­ge­ge­be­ne Leis­tungs­men­ge über­schrei­tet, wird die Ver­gü­tung der Ein­zel­leis­tung um bis zu 90% re­du­ziert.

 

Emission

[lat. emit­te­re aus­sen­den, aus­sto­ßen] 1. (phy­sik.) Aus­sen­dung von elek­tro­ma­gne­ti­schen Wel­len od. von Ele­men­tar­teil­chen, 2. (öko­log.) Ab­ga­be von fes­ten, flüs­si­gen od. gas­för­mi­gen Stof­fen, von Strah­len, Wär­me, Ge­räu­schen, Lärm, Er­schüt­te­run­gen usw. an die Um­ge­bung. 

 

Endoskop

[gr. en­don in­nen, sko­pein be­ob­ach­ten] Ge­rät, mit dem das In­ne­re von le­ben­den Or­ga­nis­men durch Bild­ge­bung un­ter­sucht wer­den kann. En­do­sko­pe sind schlauch­för­mig und wer­den durch na­tür­li­che Kör­per­öff­nun­gen ein­ge­führt. 

 

Epithel

bio­lo­gisch-me­di­zi­ni­sche Sam­mel­be­zeich­nung für Deck­ge­we­be und Drü­sen­ge­we­be. Das Epi­t­hel ist ne­ben Mus­kel-, Ner­ven- und Bin­de­ge­we­be eine der vier Grund­ge­we­be­ar­ten. 

ERCP

Abk. für en­do­sko­pi­sche re­tro­gra­de Cho­lan­gio-Pan­crea­ti­co­gra­phie; Rönt­gen­kon­trast­dar­stel­lung des Gal­len­gang­sys­tems und des Gangs der Bauch­spei­chel­drü­se mit­hil­fe ei­nes En­do­skops. 

Erleichterung

o.B. = ohne Be­fund. Bei die­ser Dia­gno­se ist je­der Pa­ti­ent er­leich­tert. Er­leich­te­rung kann aber auch ein si­che­rer krank­haf­ter Be­fund aus­lö­sen, mit dem der Pa­ti­ent nicht al­lei­ne ge­las­sen wird. Nach Ta­gen der Un­ge­wiss­heit, oft Wo­chen der Be­schwer­den, weiß der Pa­ti­ent end­lich, was er hat. Hand in Hand mit dem über­wei­sen­den Arzt und dem Kran­ken­haus kann der Ra­dio­lo­ge schnellst­mög­lich eine The­ra­pie an­sto­ßen bzw. op­ti­mie­ren hel­fen, die den Pa­ti­en­ten un­ter­stützt, bald wie­der ge­sund zu wer­den oder zu­min­dest sein Lei­den zu er­leich­tern. 

Extremität

[lat.] im All­ge­mei­nen das, was am Kör­per ei­nes Tie­res oder Men­schen her­aus­ragt, näm­lich die Arme und Bei­ne. Im wei­te­ren Sin­ne wer­den auch En­den ei­nes Or­ga­nes oder Kno­chens als Ex­tre­mi­tät be­zeich­net.

 

Extremitäten-Magnetresonanztomographie

MR-Un­ter­su­chung der Ex­tre­mi­tä­ten. 

Wörter zu F

Facettengelenksinfiltration

Abk. FGI; bei der Be­hand­lung von de­ge­ne­ra­ti­ven Wir­bel­säu­len-Er­kran­kun­gen kann eine In­jek­ti­on in oder an ein ab­ge­nutz­tes, ar­thro­ti­sches Wir­bel­ge­lenk (Fa­cet­ten­ge­lenk) oder in des­sen Um­ge­bung sinn­voll sein. Dazu wer­den lo­kal wirk­sa­me Schmerz­me­di­ka­men­te (Lo­kala­n­äs­the­ti­ka) und Cor­ti­son ein­ge­setzt. Un­ter com­pu­ter­to­mo­gra­phi­scher Kon­trol­le wird eine ziel­ge­naue Be­hand­lung di­rekt am Ort des Schmerz­ge­sche­hens er­mög­licht.

Falsch-negativ

be­deu­tet, dass ein krank­haf­ter Be­fund nicht dia­gnos­ti­ziert wur­de. 

Falsch-positiv

be­deu­tet, dass ver­se­hent­lich ein krank­haf­ter Be­fund dia­gnos­ti­ziert wur­de, der durch Nach­un­ter­su­chun­gen nicht be­stä­tigt wer­den kann. 

 

Faradayscher Käfig

(auch Fa­ra­day-Kä­fig) eine all­sei­tig ge­schlos­se­ne Hül­le aus leit­fä­hi­gem Ma­te­ri­al (z. B. Draht­ge­flecht oder Blech), de­ren In­nen­raum da­durch von äu­ße­ren elek­tri­schen Fel­dern oder elek­tro­ma­gne­ti­schen Wel­len ab­ge­schirmt ist. Bei ei­ner MRT-Un­ter­su­chung kommt die­ser Kä­fig zum Ein­satz, um stö­ren­de Ein­flüs­se „frem­der“ Ra­dio­wel­len auf die Un­ter­su­chung zu un­ter­bin­den. Der Ma­gnet wird durch die­sen Kä­fig ab­ge­schirmt, der un­sicht­bar in die Wand des Un­ter­su­chungs­raums in­te­griert ist. 

 

Feinnadelbiopsie

ri­si­ko­ar­mes, ein­fa­ches Bi­op­sie­ver­fah­ren, bei dem mit ei­ner sehr dün­nen Na­del Ge­we­be zur zy­to­lo­gi­schen und his­to­lo­gi­schen Un­ter­su­chung ent­nom­men wird. Die­ses Ver­fah­ren wird häu­fig bei tast­ba­ren Kno­ten an­ge­wen­det. 

Feldstärke

Stär­ke ei­ner Feld­grö­ße (ei­nes elek­tri­schen, ma­gne­ti­schen oder sons­ti­gen räum­lich ver­teil­ten Fel­des) an ei­nem ge­ge­be­nen Punkt im Raum. 

Früherkennung von Krankheiten

Die Haupt­to­des­ur­sa­chen in den west­li­chen In­dus­trie­na­tio­nen sind Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen und Krebs. Fort­schrit­te in der Ra­dio­lo­gie er­mög­li­chen heu­te die Früh­er­ken­nung in ei­nem sol­chen Maße, dass Krank­hei­ten er­kannt wer­den kön­nen, lan­ge be­vor sie sich beim Pa­ti­en­ten über­haupt be­merk­bar ma­chen, z. B. durch Mam­mo­gra­phie-Scree­ning, Kar­dio-CT/​MRT, vir­tu­el­le Ko­lo­sko­pie, Lun­gen­scree­ning bei Rau­chern. Eine prä­zi­se Früh­er­ken­nung be­deu­tet eine kür­ze­re und we­ni­ger be­las­ten­de Be­hand­lung so­wie bes­se­re Hei­lungs­chan­cen für Pa­ti­en­ten. Da­bei sind even­tu­el­le Strah­len­be­las­tung, das Ri­si­ko ei­ner fal­schen Dia­gno­se und die Kos­ten der Früh­er­ken­nung in Kauf zu neh­men. Ins­ge­samt wer­den Ge­sund­heits­kos­ten aber ge­senkt, weil Fol­ge­kos­ten von Krank­hei­ten re­du­ziert wer­den kön­nen.
Von den ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen wer­den al­ters- und ge­schlechts­ab­hän­gig re­gel­mä­ßi­ge Krebs­früh­er­ken­nungs­un­ter­su­chun­gen be­zahlt. Bei­spie­le: Frau­en über 20 Jah­re ha­ben das Recht auf eine jähr­li­che Früh­er­ken­nung von Ge­ni­tal­krebs, Frau­en von 50 bis 69 Jah­ren auf eine kos­ten­lo­se Mam­mo­gra­phie alle zwei Jah­re (Mam­mo­gra­phie-Scree­ning). Män­ner über 45 Jah­re ha­ben An­spruch auf re­gel­mä­ßi­ge Un­ter­su­chun­gen der äu­ße­ren Ge­schlechts­tei­le und der Pro­sta­ta.

Funktionelle Magnetresonanztomotgraphie

eine re­la­tiv jun­ge Wei­ter­ent­wick­lung der her­kömm­li­chen MRT. Sie ist in der Lage – zu­sätz­lich zu den ana­to­mi­schen Bil­dern – auch Ände­run­gen der Ge­hirn­ak­ti­vi­tät bild­lich dar­zu­stel­len. Man kann so­zu­sa­gen dem Ge­hirn beim Den­ken zu­schau­en.

Wörter zu G

Gadoliniumhaltige Kontrastmittel

Ga­do­li­ni­um-Che­la­te, die we­gen der pa­ra­ma­gne­ti­schen Ei­gen­schaft des Ga­do­li­ni­uma­toms zu ei­ner Ver­kür­zung der Re­la­xa­ti­ons­zei­ten in der Nähe des Kon­trast­mit­tels und da­mit z. B. in T1-ge­wich­te­ten Auf­nah­men zu ei­ner hel­le­ren (si­gnal­rei­che­ren) Dar­stel­lung von Struk­tu­ren füh­ren. 

Galaktographie

Syn. Duk­to­gra­phie; Dar­stel­lung der ein­zel­nen Milch­gän­ge der (weibl.) Brust­drü­se in zwei Ebe­nen mit wäss­ri­gem Rönt­gen­kon­trast­mit­tel nach Son­die­rung der Aus­füh­rungs­gän­ge mit ei­ner Knopf­ka­nü­le; v. a. bei se­zer­nie­ren­der (feuch­ter, eit­ri­ger) bzw. blu­ten­der Brust­war­ze. Mam­mo­gra­phie. 

Gammakamera

Syn. Szin­til­la­ti­ons­ka­me­ra; bild­ge­ben­de Ap­pa­ra­tur der nu­kle­ar­med. Dia­gnos­tik (Szin­ti­gra­phie).

Gammastrahler

Ra­dio­nu­kli­de, die Gam­ma­strah­len emit­tie­ren; als rei­ne Gam­ma­strah­len wer­den iso­me­re Nu­kli­de be­zeich­net, die­se füh­ren we­gen der feh­len­den Kor­pus­ku­lar­strah­lung zu be­son­ders nied­ri­ger Strah­len­ex­po­si­ti­on des Pa­ti­en­ten in der nu­kle­ar­me­di­zi­ni­schen An­wen­dung.
Sie­he 

Gammastrahlung

en­er­gie­rei­che elek­tro­ma­gne­ti­sche Wel­len­strah­lung, die als Fol­ge ra­dio­ak­ti­ver Ker­num­wand­lung bzw. bei der Paar­ver­nich­tung ent­steht. 

Generika

sing. Ge­ne­ri­kum; Arz­nei­mit­tel, das eine wirk­stoff­glei­che Ko­pie ei­nes be­reits un­ter ei­nem Mar­ken­na­men auf dem Markt be­find­li­chen Me­di­ka­ments ist. Ein Ge­ne­ri­kum soll dem Ori­gi­nal­pro­dukt in des­sen be­an­spruch­ten In­di­ka­tio­nen the­ra­peu­tisch äqui­va­lent sein, d. h. es muss ihm in Wirk­sam­keit und Si­cher­heit ent­spre­chen. Ge­ne­ri­ka sind in der Re­gel preis­güns­ti­ger als die Arz­nei­mit­tel des Er­st­an­bie­ters, da die For­schungs- und Ent­wick­lungs­kos­ten bei der Pro­duk­ti­on des Wirk­stof­fes ent­fal­len. Die Stif­tung Wa­ren­test hat in ei­ner Un­ter­su­chung im Sep­tem­ber 2004 nach­ge­wie­sen, dass die Prei­se für ge­ne­ri­sche Me­di­ka­men­te teil­wei­se nur ein Drit­tel des Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes be­tra­gen. Um den durch die phar­ma­zeu­ti­sche For­schung er­ziel­ten Nut­zen nicht so­fort an die Ge­ne­ri­ka-Her­stel­ler zu ver­lie­ren, sind die von den for­schen­den Arz­nei­mit­tel­her­stel­lern ent­wi­ckel­ten Pro­duk­te durch Pa­ten­te ge­schützt. Der Pa­tent­schutz be­wirkt, dass die Ori­gi­nal­prä­pa­ra­te in den ers­ten Jah­ren nach der Markt­ein­füh­rung kei­ne Kon­kur­renz durch wirk­stoff­glei­che Ge­ne­ri­ka ha­ben. In der Ra­dio­lo­gie kom­men Ge­ne­ri­ka ver­stärkt im Kon­trast­mit­tel­be­reich zum Ein­satz. 

Gesundheitsvorsorge

„Ge­sund­heit ist zwar nicht al­les, aber ohne Ge­sund­heit ist al­les nichts“ (Ar­thur Scho­pen­hau­er). Die ra­dio­lo­gi­schen Dia­gno­se­mög­lich­kei­ten hel­fen heu­te mehr denn je Krank­hei­ten früh zu er­ken­nen. Ne­ben der Wahr­neh­mung der Früh­er­ken­nungs­un­ter­su­chun­gen ob­liegt na­tür­lich je­dem Men­schen die Vor­sor­ge für die ei­ge­ne Ge­sund­heit durch eine so­ge­nann­te pri­mä­re Prä­ven­ti­on und eine ent­spre­chen­de ge­sun­de Le­bens­füh­rung (Er­näh­rung, Ver­mei­dung von Ri­si­ko­fak­to­ren wie Rau­chen, Al­ko­hol und Stress, Be­we­gung). Im­mer­hin gilt schon heu­te erst­mals in der Ge­schich­te der Mensch­heit, dass die meis­ten Men­schen so­wohl ihre Kin­der als auch ihre En­kel auf­wach­sen se­hen kön­nen.

Gläserner Mensch (Voxel Man)

Die neu­en bild­ge­ben­den Ver­fah­ren lie­fern hoch­prä­zi­se Auf­nah­men aus dem Kör­per­in­ne­ren, die eine ex­ak­te Dia­gno­se und eine ge­ziel­te The­ra­pie er­mög­li­chen. Durch Com­pu­ter­ein­satz las­sen sich die in­ne­ren Or­ga­ne, Blut­ge­fä­ße und Ge­webs­struk­tu­ren so­gar drei­di­men­sio­nal und mehr­far­big dar­stel­len. Der Mensch wird glä­sern und Ärzte kön­nen sich heu­te schon ohne Ope­ra­tio­nen auf vir­tu­el­le Rei­sen in den mensch­li­chen Kör­per be­ge­ben. 

GOÄ

Abk. für Ge­büh­ren­ord­nung für Ärzte. Sie re­gelt die Ab­rech­nung sämt­li­cher me­di­zi­ni­scher Leis­tun­gen au­ßer­halb der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung. Da­mit ist sie die Ab­rech­nungs­grund­la­ge so­wohl bei Pri­vat­pa­ti­en­ten als auch für sämt­li­che an­de­ren ärzt­li­chen Leis­tun­gen, die von ei­nem in Deutsch­land ap­pro­bier­ten Arzt in Rech­nung ge­stellt wer­den.
In­ner­halb des Ge­büh­ren­rah­mens sind die Ge­büh­ren un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Schwie­rig­keit und des Zeit­auf­wan­des der ein­zel­nen Leis­tung so­wie der Um­stän­de bei der Aus­füh­rung nach bil­li­gem Er­mes­sen zu be­stim­men
(Ge­büh­ren­ord­nung für Ärzte: GOÄ § 5 Abs. 2).

Wörter zu H

Helium

[gr. hé­li­os Son­ne] farb­lo­ses, ge­ruch­lo­ses, ge­schmack­lo­ses, un­gif­ti­ges che­mi­sches Ele­ment. He­li­um ge­hört zur Grup­pe der Edel­ga­se und fin­det An­wen­dung un­ter an­de­rem als Kühl­mit­tel für die Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie. 

High Med für ihre Gesundheit

In­no­va­tio­nen in der Me­di­zin­tech­nik ver­bes­sern die Be­hand­lung von Pa­ti­en­ten. Nie zu­vor gab es prä­zi­se­re Ein­bli­cke in den Kör­per, ohne tat­säch­li­che Ein­grif­fe durch­füh­ren zu müs­sen. Heu­te kön­nen 80 Pro­zent der Dia­gno­sen, bei de­nen man frü­her ei­nen in­va­si­ven Ein­griff in den Kör­per vor­neh­men muss­te, mit­hil­fe bild­ge­ben­der Ver­fah­ren ge­stellt wer­den. Das ist ef­fek­ti­ver und scho­nen­der. Da­bei wer­den die bild­ge­ben­den Ge­rä­te im­mer leis­tungs­fä­hi­ger und durch kür­ze­re Auf­nah­me­zei­ten strah­lungs­är­mer. Meh­re­re No­bel­prei­se zeu­gen da­von, dass die Ra­dio­lo­gie zum in­no­va­tivs­ten Fach­ge­biet der Me­di­zin zählt. 

Histologie

Leh­re von den Ge­we­ben des­Kör­pers. Bei der his­to­lo­gi­schen Un­ter­su­chung wird das ent­nom­me­ne Ge­we­be in sehr fei­ne Schei­ben ge­schnit­ten und un­ter dem Mi­kro­skop un­ter­sucht; sie dient der Dia­gno­se oder Dif­fe­ren­ti­al­dia­gno­se bei Ver­dacht auf ei­nen Tu­mor. 

Hochvolttherapie

Ver­fah­ren zur Strah­len­be­hand­lung bös­ar­ti­ger Ge­we­be­neu­bil­dun­gen mit hoch­en­er­ge­ti­scher Pho­to­nen- oder Elek­tro­nen­strah­lung. 

Hounsfield, Sir Godfrey Newbold

(* 28. Au­gust 1919 in Ne­wark in Not­ting­hamshire; † 12. Au­gust 2004 in Kings­ton upon Tha­mes), war eng­li­scher Elek­tro­tech­ni­ker und gilt als ei­ner der Vä­ter der Com­pu­ter­to­mo­gra­phie.

Hysterosalpingographie

Rönt­gen­dar­stel­lung der Ge­bär­mut­ter­höh­le und der Ei­lei­ter nach Ver­ab­rei­chung ei­nes Rönt­gen­kon­trast­mit­tels.für Ihre Ge­sund­heit. 

Wörter zu I

IGel

Abk. für In­di­vi­du­el­le Ge­sund­heits­leis­tun­gen. Die­se Leis­tun­gen wer­den in Arzt­pra­xen als me­di­zi­nisch er­for­der­lich oder emp­feh­lens­wert an­ge­bo­ten. Die Kos­ten wer­den aber von den ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen nicht über­nom­men, so dass die Pa­ti­en­ten die Leis­tun­gen selbst be­zah­len müs­sen. Wel­che IGeL für Sie sinn­voll sind, hängt ganz von Ih­rer in­di­vi­du­el­len Si­tua­ti­on ab. Durch die Be­ra­tung durch Ih­ren Arzt muss deut­lich wer­den, war­um die­se Leis­tung für Sie sinn­voll ist und war­um die Kran­ken­kas­se sie nicht be­zahlt. Ein Bei­spiel für eine IGeL in der Ra­dio­lo­gie ist die Os­teo­den­si­to­me­trie (Kno­chen­dich­te­mes­sung zur Früh­er­ken­nung von Os­teo­po­ro­se). 

In-Vitro-Untersuchung

Un­ter­su­chung ei­nes kör­per­ei­ge­nen Stof­fes im Re­agenz­glas, z. B. Ra­dio­im­muno-As­says. 

In-Vivo-Untersuchungen

Trans­port-, Funk­ti­ons- und Stoff­wech­sel-Un­ter­su­chun­gen am le­ben­den Men­schen. 

 

Indikation

[lat. in­di­ca­re an­zei­gen] Abk. Ind.; sog. Hei­l­an­zei­ge; Grund zur Anw. ei­nes be­stimm­ten dia­gnos­ti­schen od. the­ra­peu­ti­schen Ver­fah­rens in ei­nem Krank­heits­fall, der sei­ne Anw. hin­rei­chend recht­fer­tigt, wo­bei grund­sätz­lich Auf­klä­rungs­pflicht ge­gen­über dem Pa­ti­en­ten be­steht. 

Indikation, kausale

durch die Krank­heits­ur­sa­che be­grün­de­te In­di­ka­ti­on. 

 

Indikation, rechtfertigende

Ent­schei­dung ei­nes Arz­tes mit der er­for­der­li­chen Fach­kun­de im Strah­len­schutz, dass und in wel­cher Wei­se Rönt­gen­strah­lung am Men­schen in der Heil­kun­de an­ge­wen­det wird. 

Innovation in der Medizin

Schon die drei Haupt­me­tho­den in der Ra­dio­lo­gie (Rönt­gen, Com­pu­ter­to­mo­gra­phie und Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie) wa­ren und sind hoch­in­no­va­tiv und ihre Pio­nie­re wur­den be­reits mit No­bel­prei­sen aus­ge­zeich­net. Kein an­de­res me­di­zi­ni­sches Fach weist ver­gleich­ba­re In­no­va­ti­ons­ra­ten auf. In­no­va­tio­nen im Be­reich Ra­dio­lo­gie ha­ben zu­kunfts­wei­sen­de Fol­gen für an­de­re Dis­zi­pli­nen wie bspw. die Kar­dio­lo­gie oder Gy­nä­ko­lo­gie. Bei der Herz­dia­gnos­tik kön­nen heu­te in kür­zes­ter Zeit CT- und MRT-Auf­nah­men vom schla­gen­den Her­zen ge­macht wer­den, auf de­nen selbst win­zigs­te Ge­fä­ße zu se­hen sind (ver­tie­fend hier­zu die För­der­maß­nah­men des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und For­schung un­ter https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/).

 

Instillation

In­jek­ti­on von z. B. ra­dio­ak­ti­ven Stof­fen in ana­to­mi­sche Kör­per­höh­len wie Ge­lenk­räu­me, Pe­ri­to­ne­al­höh­le oder Pleura­raum. 

Intravasal

in­ner­halb des Ge­fäß­sys­tems. 

Invasiv

[lat. in­va­de­re ein­drin­gen] in der me­di­zi­ni­schen Dia­gnos­tik oder The­ra­peu­tik wer­den sol­che Me­tho­den als in­va­siv be­zeich­net, die in den Kör­per ein­drin­gen, also z. B. eine Bi­op­sie oder ein Ab­strich der Na­sen­schleim­haut. Eine Ul­tra­schall­un­ter­su­chung ist da­ge­gen nicht in­va­siv. 

Ionen

Ato­me oder Mo­le­kü­le, die Elek­tro­nen aus ih­rer Scha­le ab­ge­ge­ben (po­si­ti­ve Io­nen) oder die zu­sätz­li­che Elek­tro­nen auf­ge­nom- men ha­ben (ne­ga­ti­ve Io­nen). 

Ionisierende Strahlung

elek­tro­ma­gne­ti­sche Wel­len, die un­ter En­er­gie­auf­wand Elek­tro­nen aus der Atom­hül­le ent­fer­nen kön­nen. Dazu ge­hö­ren Rönt­gen­strah­len, aber auch ul­tra­vio­let­te Strah­lung. 

 

Isotope

auch Nu­kli­de; Ato­me mit glei­cher Pro­to­nen- und un­ter­schied­li­cher Neu­tro­nen­zahl. Es sind un­ter­schied­li­che Ato­m­ar­ten des glei­chen che­mi­schen Ele­ments, die sich nur in ih­rer Atom­mas­se un­ter­schei­den. 

Wörter zu J

Jodakne

Jo­daus­schlag; nach Jo­d­auf­nah­me(z. B. Nah­rung, Me­di­ka­men­te, Rönt­gen­kon­trast­mit­tel) auf­tre­ten­de Haut­aus­schlä­ge. 

Jodhaltige Kontrastmittel

wer­den ent­we­der in ein Blut­ge­fäß ge­spritzt und über die Nie­ren wie­der aus­ge­schie­den oder di­rekt in das dar­zu­stel­len­de Ge­we­be in­ji­ziert. Sie die­nen zur Dar­stel­lung der Nie­ren und Harn­we­ge, der Ve­nen (Phle­bo­gra­phie), der Ar­te­ri­en (Ar­te­rio­gra­phie) oder an­de­rer Or­ga­ne und Kör­per­höh­len. 

Wörter zu K

Kardio-MRT

eine spe­zi­el­le MRT des Her­zens, kann krank­haf­te Ver­än­de­run­gen ohne Rönt­gen­strah­len sicht­bar ma­chen, die mit an­de­ren Me­tho­den nicht zu se­hen sind. Die­se Me­tho­de ar­bei­tet mit Ra­dio­wel­len und Ma­gnet­fel­dern, die nach bis­he­ri­gen wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­sen kei­ner­lei Ne­ben­wir­kun­gen für die Pa­ti­en­ten ha­ben.Nicht jede Ope­ra­ti­on ist ver­meid­bar. Aber die ra­san­te Ent­wick­lung in der Bild­ge­bung trägt dazu bei, dass in de­fi­nier­ten Fäl­len heu­te schon auf ri­si­ko­rei­che­re, in­va­si­ve Ein­grif­fe in den Kör­per ver­zich­tet wer­den kann (z. B. pri­mär dia­gnos­ti­sche Herz­ka­the­ter-Un­ter­su­chun­gen, dia­gnos­ti­sche Knie­ar­thro­sko­pi­en). 

Karzinom

[lat. can­cer Krebs] Abk. Ca.; bös­ar­ti­ger Tu­mor. Die größ­te Grup­pe bil­den die Ma­li­gno­me, de­nen noch die Sar­ko­me zur Sei­te ge­stellt wer­den. Kar­zi­no­me kön­nen auf dem Lymph- und Blut­weg Me­ta­sta­sen aus­bil­den. Für vie­le K. sind Tu­mor­mar­ker be­kannt, die bei der Tu­mor­su­che hilf­reich sind. 

Katheter

In­stru­ment, das dün­nem Schlauch­äh­nelt und mit ver­schie­de­nen Zu­satz­ge­rä­ten wie z. B. Ka­me­ras ver­se­hen sein kann. 

Kernladungszahl

An­zahl der Pro­to­nen. 

Kernspintomographie

Syn. Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie; com­pu­ter­ge­stütz­tes bild­ge­ben­des Ver­fah­ren der To­mo­gra­phie, das auf dem Prin­zip der Ma­gnet­re­so­nanz be­ruht; im Ggs. zur kon­ven­tio­nel­len Rönt­gen­dia­gnos­tik bzw. Com­pu­ter­to­mo­gra­phie wird hier­bei kei­ne Rönt­gen­strah­lung ver­wen­det, son­dern die En­er­gie ge­mes­sen, die un­ter Ein­fluss ei­nes von au­ßen an­ge­leg­ten star­ken Ma­gnet­fel­des bei Re­la­xa­ti­on der durch ei­nen kur­zen Hoch­fre­quenz­im­puls an­ge­reg­ten Kern­spins aus dem Kör­per in Form von elek­tro­ma­gne­ti­schen Wel­len aus­tritt.

Kinderradiologie

Das Teil­ge­biet Kin­der­ra­dio­lo­gie ba­siert auf dem Fach Dia­gnos­ti­sche Ra­dio­lo­gie und bie­tet dar­über hin­aus die Spe­zia­li­sie­rung auf drei Auf­ga­ben­be­rei­che: 1. Die strik­te Ein­hal­tung des Strah­len­schut­zes bei Pla­nung und Aus­füh­rung der Un­ter­su­chun­gen. 2. Be­son­de­re Kennt­nis­se der bild­ge­ben­den Dia­gnos­tik des wach­sen­den Or­ga­nis­mus ein­schließ­lich der an­ge­bo­re­nen Fehl­bil­dun­gen. 3. Be­son­de­re Kennt­nis­se und Fä­hig­kei­ten auf dem Ge­biet der Päd­ia­trie. 

KIS

Abk. für Kran­ken­haus-In­for­ma­ti­ons-Sys­tem; es steu­ert die all­ge­mei­ne Ad­mi­nis­tra­ti­on und den Kran­ken­haus­be­trieb. 

Kit

vor­ge­fer­tig­te Sub­stan­zen, die mit ei­nem Ra­dio­nu­klid mar­kiert wer­den. 

Klaustrophobie

Platz­angst. 

Knochen-Szintigraphie

Nach­weis von er­höh­tem Kal­zi­um-Stoff­wech­sel mit Szin­ti­gra­phie. Pa­tho­lo­gi­sche Kno­chen­pro­zes­se stel­len sich pri­mär als Ak­ti­vi­täts­an­rei­che­rung dar.

Knochenmark-Szintigraphie

Dar­stel­lung des blut­bil­den­den oder des pha­go­zy­tie­ren­den Kno­chen­marks zur frü­hen Dia­gnos­tik pa­tho­lo­gi­scher Kno­chen­mark­pro­zes­se. 

Koinzidenz

zeit­li­ches Zu­sam­men­tref­fen von zwei oder meh­re­ren Er­eig­nis­sen (Si­gna­le aus Pho­to­nen). 

Konstanzprüfung

Die Kon­stanz­prü­fung wird in re­gel­mä­ßi­gen Zeit­ab­stän­den zur Fest­stel­lung von Ver­än­de­run­gen ge­gen­über dem durch Re­fe­renz­da­ten be­schrie­be­nen Aus­gangs­zu­stand des Ge­rä­tes und sei­ner Kom­po­nen­ten durch­ge­führt. 

Kontaktbestrahlung

Strah­len­the­ra­pie mit ei­ner tu­mor­na­hen Strah­len­quel­le, z. B. durch Im­plan­ta­te oder In­jek­ti­on ei­ner ra­dio­nu­klid­hal­ti­gen Lö­sung. 

Kontaminierung

in der Nu­kle­ar­me­di­zin­ei­ne Ver­un­rei­ni­gung mit ra­dio­ak­ti­ven Stof­fen auf Ober­flä­chen (Tisch, Fuß­bo­den, Haut, Haar etc.) oder eine Auf­nah­me der Ra­dio­nu­kli­de durch die Haut bzw. die Atem­we­ge. 

Kontraindikation

Ge­gen­an­zei­ge; Grund, ein Mit­tel nicht an­zu­wen­den. 

Kontrast

Zur bes­se­ren Dar­stel­lung von Struk­tu­ren und Funk­tio­nen des Kör­pers wer­den in bild­ge­ben­den Ver­fah­ren, vor al­lem in der Rönt­gen- und CT-Dia­gnos­tik, der Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie (MRT) und der So­no­gra­phie Kon­trast­mit­tel ein­ge­setzt. Es gibt ora­le Kon­trast­mit­tel, die mit ei­nem zeit­li­chen Vor­lauf vor der Un­ter­su­chung ge­trun­ken wer­den. Wei­ter­hin gibt es Kon­trast­mit­tel, die wäh­rend ei­ner Un­ter­su­chung über die (Arm-)Vene ge­spritzt wer­den. Der Ein­satz und die Art der Ver­ab­rei­chung hän­gen von der je­wei­li­gen Un­ter­su­chung ab. Kon­trast­mit­tel wer­den im All­ge­mei­nen gut ver­tra­gen und sind re­la­tiv ne­ben­wir­kungs­arm. Vor der Gabe von Kon­trast­mit­teln wer­den die Pa­ti­en­ten über mög­li­che Ne­ben­wir­kun­gen auf­ge­klärt. Die Pa­ti­en­ten­ana­mne­se (Krank­heits­vor­ge­schich­te) lie­fert ggf. wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen für den Ab­lauf der Un­ter­su­chung und die Aus­wahl des rich­ti­gen Kon­trast­mit­tels. 

Kontrasteinlauf

Abk. KE; eine Rönt­gen­un­ter­su­chung des Dick­darms mit Ein­lauf von Kon­trast­mit­tel (Ba­ri­umsul­fatsus­pen­si­on). 

Kontrastfärbung

Mehr­fach­fär­bung zur bes­se­ren Dif­fe­ren­zie­rung von Ge­we­ben, Bak­te­ri­en usw. 

Kontrastmittel

Die Kon­trast­mit­tel, die in der kon­ven­tio­nel­len Ra­dio­lo­gie ver­wen­det wer­den, un­ter­schei­den sich in ers­ter Li­nie durch ihre che­mi­sche Zu­sam­men­set­zung. Bei­spiel: Bei ei­ner Un­ter­su­chung der Nie­ren wird ein jod­hal­ti­ges Kon­trast­mit­tel ge­spritzt. Die An­rei­che­rung und Aus­schei­dung in und aus den Nie­ren wird in be­stimm­ten Zeit­ab­schnit­ten mit Rönt­gen­bil­dern fest­ge­hal­ten. An­ders bei ei­ner Dar­stel­lung des Ma­gen-Darm-Trak­tes. Hier wird un­ter Durch­leuch­tung ein an­de­res Kon­trast­mit­tel ver­ge­ben: der ty­pi­sche wei­ße Ba­ri­um­brei. Der wich­tigs­te Be­stand­teil ist Ba­ri­umsul­fat, eine un­gif­ti­ge Ba­ri­um­ver­bin­dung, die oral ver­ab­rei­chet wird, d.h. vom Pa­ti­en­ten ge­schluckt wer­den muss.

Bei Un­ter­su­chun­gen in der Com­pu­ter­to­mo­gra­phie (CT) wer­den bei­spiels­wei­se bei ei­ner Bauch-Un­ter­su­chung (CT-Ab­do­men) bei­de Ver­fah­ren ge­mischt. Das ora­le Kon­trast­mit­tel wird etwa ein bis zwei Stun­den vor der Un­ter­su­chung ge­trun­ken, bis es zur ei­gent­li­chen Com­pu­ter­to­mo­gra­phie mit Ver­ga­be ei­nes jod­hal­ti­gen Kon­trast­mit­tels kommt.
Jod ist an sich sehr gut ver­träg­lich. Es gibt je­doch Men­schen, die an ei­ner Jo­dall­er­gie oder ei­ner Schild­drü­sen­über­funk­ti­on lei­den oder Per­so­nen, die krank­haf­te Nie­ren­wer­te auf­wei­sen. Hier soll­te bei der Com­pu­ter­to­mo­gra­phie auf die Gabe jod­hal­ti­ger Kon­trast­mit­tel ver­zich­tet wer­den.

Bei der Kern­spin­to­mo­gra­phie (MRT) wird bei Be­darf Kon­trast­mit­tel ver­wen­det, das Ga­do­li­ni­um ent­hält.

In der nu­kle­ar­me­di­zi­ni­schen Ab­tei­lung wer­den kei­ne Kon­trast­mit­tel ver­ab­reicht. Es han­delt sich hier­bei um ra­dio­ak­ti­ve Sub­stan­zen, wel­che üb­li­cher­wei­se in der Funk­ti­ons­prü­fung von Or­ga­nen ihre An­wen­dung fin­den.

Kontrastmittelreaktion

un­er­wünsch­te Re­ak­ti­on des Kör­pers auf ein Kon­trast­mit­tel. 

Kontrollbereich

ab­ge­schlos­se­ner Be­reich (Raum) mit ei­ner de­fi­nier­ten Strah­len­be­las­tung. 

Koronarangiographie

Rönt­gen­kon­trast­dar­stel­lung (Se­rie von Rönt­gen­auf­nah­men in schnel­ler Bild­fol­ge) der Herz­kranz­ge­fä­ße mit­tels Ka­the­ter; dient der Dia­gno­se funk­tio­nel­ler Stö­run­gen und or­ga­ni­scher Er­kran­kun­gen.

 

Kosten

Die Kos­ten für ra­dio­lo­gi­sche Leis­tun­gen set­zen sich im We­sent­li­chen aus den an­tei­li­gen Ge­rä­te-, den Per­so­nal- und den Arzt­kos­ten zu­sam­men. Die High­tech- Ge­rä­te ha­ben teil­wei­se 7-stel­li­ge An­schaf­fungs­kos­ten bei im­mer kür­ze­ren In­no­va­ti­ons­zy­klen, d. h. es kom­men in im­mer ge­rin­ge­ren Zeit­ab­stän­den neue, noch leis­tungs­stär­ke­re Ge­rä­te auf den Markt. Was er­stat­ten die ge­setz­li­chen Ver­si­che­run­gen für ra­dio­lo­gi­sche Un­ter­su­chun­gen ih­rer Ver­si­cher­ten? Hier ei­ni­ge Ver­glei­che mit an­de­ren nicht-me­di­zi­ni­schen Dienst­leis­tun­gen: Für eine MRT-Un­ter­su­chung wird so viel be­zahlt, wie ein Au­to­fah­rer für ei­nen Ölwech­sel zah­len muss. Eine Com­pu­ter­to­mo­gra­phie kos­tet die Kas­sen etwa so viel wie ein An­walts­brief. Die durch­schnitt­li­che nu­kle­ar­me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chung ent­spricht ei­ner Bahn­fahr­kar­te von Hei­del­berg nach Aa­chen, eine Mam­mo­gra­phie ei­ner An­fahrts­pau­scha­le für Hand­wer­ker, für ein Rönt­gen­bild zahlt die Kas­se so viel, wie für ei­nen Ki­no­be­such an­fällt, und eine Ul­tra­schall­un­ter­su­chung ist den Kas­sen so viel wert wie eine Au­to­wä­sche. ­

Wörter zu L

Lagerung

Je nach Un­ter­su­chungs­me­tho­de muss der Pa­ti­ent un­ter­schied­li­che Po­si­tio­nen ein­neh­men. Grund­sätz­lich gilt aber, dass der Pa­ti­ent still in der vor­ge­ge­be­nen Po­si­ti­on ver­wei­len muss, um ein schar­fes Bild zu er­hal­ten. Be­at­me­te, be­hin­der­te oder Pa­ti­en­ten, die un­ter Schmer­zen lei­den, müs­sen si­tua­ti­ons­ge­recht so ge­la­gert wer­den, dass eine glei­che oder ähn­li­che Un­ter­su­chungs- und Bild­qua­li­tät er­reicht wird wie bei ei­nem mo­bi­len Pa­ti­en­ten, ohne sie da­bei zu sehr zu be­las­ten. 

Lange Wartezeiten

Es kann vor­kom­men, dass ein Pa­ti­ent, der ei­gent­lich nach Ih­nen die Pra­xis be­tre­ten hat, plötz­lich vor Ih­nen auf­ge­ru­fen wird. Was ist die Ur­sa­che?Hin­ter den vie­len Ka­bi­nen­tü­ren, die Sie vom War­te­zim­mer aus se­hen kön­nen, ver­ber­gen sich un­ter­schied­li­che me­di­zin­tech­ni­sche Ge­rä­te. Je­des der Ge­rä­te hat eine ei­ge­ne Pa­ti­en­ten­be­le­gung oder auch Be­le­gungs­dau­er. Da­her kommt es sehr häu­fig vor, dass die Pa­ti­en­ten nicht in der Rei­hen­fol­ge ih­rer An­kunft im War­te­zim­mer auf­ge­ru­fen wer­den, son­dern in Ab­hän­gig­keit von der be­vor­ste­hen­den Un­ter­su­chung am je­wei­li­gen Ge­rät. Weil Ihr Ra­dio­lo­ge Ih­nen schnellst­mög­lich die Dia­gno­se mit­tei­len möch­te oder ge­ge­be­nen­falls noch wei­te­re er­gän­zen­de Un­ter­su­chun­gen zur Ab­si­che­rung ei­ner Dia­gno­se nö­tig sind, müs­sen Sie auch nach der Un­ter­su­chung noch­mals War­te­zei­ten in Kauf neh­men. In die­ser Zeit wer­den die Bil­der aus Ih­rem Kör­per­in­ne­ren durch die Ra­dio­lo­gen be­fun­det. Fra­gen Sie ein­fach bei Ih­rer Ter­min­ver­ein­ba­rung, wie viel Zeit Sie für eine be­stimm­te Un­ter­su­chung ein­pla­nen soll­ten. 

LAO

Abk. für Left An­te­ri­or Ob­li­que; links an­lie­gend mit an­ge­ge­be­ner Grad­zahl. 

Lärmschutz

Die bei der MRT-Un­ter­su­chung ent­ste­hen­den elek­tro­ma­gne­ti­schen Kräf­te zer­ren so stark an den Spu­len­ver­an­ke­run­gen, dass lau­te klop­fen­de bzw. häm­mern­de Ge­räu­sche auf­tre­ten, die je nach ge­fah­re­ner Se­quenz un­ter­schied­lich sind. Das Ge­rät ar­bei­tet da­bei fast wie ein Laut­spre­cher: Den Pa­ti­en­ten wird des­halb bei der Un­ter­su­chung meis­tens ein Ge­hör­schutz oder ein Kopf­hö­rer mit Mu­sik auf­ge­setzt. Die Ge­räu­sche wer­den von den meis­ten Pa­ti­en­ten je­doch sehr gut to­le­riert, da sie vom Ge­hör­schutz aus­rei­chend re­du­ziert wer­den. 

Läsion

um­schrie­be­ne Zer­stö­rung von Ge­we­be- oder Zell­ver­bän­den durch Ver­let­zung oder Krank­heits­pro­zes­se. 

Lauterbur, Paul Christian

(* 6. Mai 1929 in Sid­ney, Ohio; † 27. März 2007 in Ur­ba­na, Il­li­nois), war ein US-ame­ri­ka­ni­scher Che­mi­ker und Ra­dio­lo­ge. Er gilt als Weg­be­rei­ter der Kern­spin­to­mo­gra­phie.

Lungen-Ventilations-Szintigraphie

Un­ter­su­chung der Lun­gen-Ven­ti­la­ti­on mit ra­dio­ak­ti­ven Edel­ga­sen, z. B. mit 81m­Kr oder 133­Xe über ein spe­zi­el­les In­ha­la­ti­ons­sys­tem. Szin­ti­gra­phie. 

Lungeninfiltrat

rönt­ge­no­lo­gisch sicht­ba­re Ver­dich­tung des Lun­gen­ge­we­bes. 

Lungenunhalations-Szintigraphie

wird mit 99mTc-DTPA durch­ge­führt. Der Pa­ti­ent at­met die fein zer­stäub­ten Ae­ro­so­le über ein spe­zi­el­les In­ha­la­ti­ons­sys­tem ein. Szin­ti­gra­phie. 

Lungenperfusions-Szintigraphie

Un­ter­su­chung der Durch­blu­tung der Lun­ge mit 99mTc-MAA oder 99mTc-HAM. Das nor­mal funk­tio­nie­ren­de Lun­gen­ge­we­be stellt sich durch Blo­cka­de der End­ka­pil­la­ren (jede 10.000s­te) dar. Szin­ti­gra­phie. 

Lungeninfiltrat

rönt­ge­no­lo­gisch sicht­ba­re Ver­dich­tung des Lun­gen­ge­we­bes. 

Lungeninhalations-Szintigraphie

wird mit 99mTc-DTPA durch­ge­führt. Der Pa­ti­ent at­met die fein zer­stäub­ten Ae­ro­so­le über ein spe­zi­el­les In­ha­la­ti­ons­sys­tem ein. Szin­ti­gra­phie. 

Lungenperfusions-Szintigraphie

Un­ter­su­chung der Durch­blu­tung der Lun­ge mit 99mTc-MAA oder 99mTc-HAM. Das nor­mal funk­tio­nie­ren­de Lun­gen­ge­we­be stellt sich durch Blo­cka­de der End­ka­pil­la­ren (jede 10.000s­te) dar. Szin­ti­gra­phie. 

Lymphoszintigraphie

auch in­di­rek­te Lym­pho­gra­phie; szin­ti­gra­phi­sches Ver­fah­ren zur Dar­stel­lung der Lymph­ge­fä­ße u. -kno­ten.sie­he auch Szin­ti­gra­phie. 

Wörter zu M

Magnetresonanztomographie

Abk. MRT; 

MAK3

Abk. für Mer­cap­to-Ace­tyl­t­rigly­ce­rin in Ver­bin­dung mit 99mTc für die Nie­ren- Szin­ti­gra­phie. 

Mamma

[lat. Brust] weib­li­che Brust. 

Mammille

Brust­war­ze. 

Mammobil

mo­bi­le Un­ter­su­chungs­ein­heit für das Mam­mo­gra­phie-Scree­ning. Die­se mo­bi­le Scree­ning-Sta­ti­on wird ein­ge­setzt, um Teil­neh­me­rin­nen am Scree­ning ein wohn­ort­na­hes An­ge­bot zu er­mög­li­chen. Sie ge­nügt dem glei­chen ho­hen tech­ni­schen Stan­dard wie die sta­tio­nä­ren Mam­mo­gra­phie-Ein­hei­ten. 

Mammogramm

Rönt­gen­auf­nah­me der Brust. 

Mammographie

Rönt­gen­auf­nah­me der­weibl. Brust mit ei­ner bes. Tech­nik (meist Ras­ter­tech­nik), ins­be­son­de­re zur Er­ken­nung von Brust­krebs oder Vor­stu­fen von Brust­krebs, zur Ob­jek­ti­vie­rung u. Lo­ka­li­sie­rung ei­nes pa­thol. Tast­be­fun­des, bei Flüs­sig­keit ab­son­dern­der Ma­mil­le oder blu­ten­der Mam­ma u. zur Über­wa­chung von Ri­si­ko­pa­ti­en­ten bzw. zum Scree­ning.

Mammographie-Screening

Brust­krebs ist der häu­figs­te bös­ar­ti­ge Tu­mor bei Frau­en. Bei mehr als 55.000 Neu­er­kran­kun­gen jähr­lich in Deutsch­land ist die Zahl der Brust­krebs­fäl­le in den letz­ten 25 Jah­ren um mehr als 20 % ge­stie­gen. Kein an­de­res Krebs­lei­den hat sich in den letz­ten Jah­ren so dra­ma­tisch ver­brei­tet.

Je frü­her Brust­krebs dia­gnos­ti­ziert wird, des­to grö­ßer sind die Hei­lungs­chan­cen. Seit Ende 2005 wird ein bun­des­wei­tes qua­li­täts­ge­si­cher­tes Mam­mo­gra­phie-Scree­nings an­ge­bo­ten. Das heißt, dass auf­grund amt­li­cher Mel­de­da­ten alle Frau­en ei­ner be­stimm­ten Al­ters­grup­pe alle zwei Jah­re zu ei­ner für sie kos­ten­lo­sen Mam­mo­gra­phie ein­ge­la­den wer­den.

Bis­her konn­ten nur Frau­en zwi­schen 50 und 69 Jah­ren teil­neh­men. Zu­künf­tig ist eine Teil­nah­me bis zum Al­ter von 75 Jah­ren mög­lich. Der An­spruch en­det also mit dem 76. Ge­burts­tag. Sie sind zwi­schen 70 und 75 Jah­re alt? Mel­den Sie sich selbst an!

Ab 1. Juli 2024 kön­nen sich Frau­en im Al­ter von 70 bis 75 Jah­ren bei den so­ge­nann­ten Zen­tra­len Stel­len für ei­nen Un­ter­su­chungs­ter­min in ei­ner wohn­ort­na­hen Scree­ning-Ein­heit an­mel­den. Dort wird ge­prüft, ob die Frau schon wie­der an­spruchs­be­rech­tigt ist. Die letz­te Früh­er­ken­nungs-Mam­mo­gra­phie z. B. muss bei die­ser Ter­mi­n­an­fra­ge min­des­tens 22 Mo­na­te her sein. Die Kon­takt­da­ten der re­gio­nal zu­stän­di­gen Zen­tra­len Stel­len sind auf der Web­site der Ko­ope­ra­ti­ons­ge­mein­schaft Mam­mo­gra­phie-Scree­ning (Ko­opG) zu fin­den:
https://mammo-programm.de/de/termin

Durch die Aus­wei­tung des Mam­mo­gra­phie-Scree­nings ha­ben zu­sätz­lich 2,5 Mil­lio­nen Frau­en An­spruch auf eine Teil­nah­me. Be­vor auch die­se neue Al­ters­grup­pe ab 70 Jah­ren au­to­ma­tisch eine Ein­la­dung mit Ter­min­vor­schlag in ei­ner wohn­ort­na­hen Scree­ning-Ein­heit er­hal­ten kann, sind um­fang­rei­che Vor­be­rei­tun­gen und An­pas­sun­gen des der­zei­ti­gen An­ge­bots not­wen­dig.
Um Frau­en den­noch mög­lichst schnell eine Scree­ning-Teil­nah­me zu er­mög­li­chen, gibt es eine Über­g­angs­re­ge­lung: Frau­en im Al­ter von 70 bis 75 Jah­ren kön­nen ab 1. Juli 2024 bei den Zen­tra­len Stel­len alle zwei Jah­re ei­nen Mam­mo­gra­phie-Ter­min ver­ein­ba­ren.

Freu­en wird sich über die Er­wei­te­rung des Al­ter­sin­ter­valls Ger­lin­de Kret­sch­mann. Die Gat­tin des Mi­nis­ter­prä­si­den­ten von Ba­den-Würt­tem­berg hat 2013 die Schirm­herr­schaft für das Scree­ning im „Länd­le“ über­nom­men. Bei ei­ner Ju­bi­lä­ums­fei­er 2017 in der Scree­ning-Re­gi­on Rhein-Ne­ckar-Oden­wald hat­te sie in ih­rer Fest­re­de am meis­ten be­dau­ert, dass „mit 70 Jah­ren Schluss mit der Teil­nah­me­mög­lich­keit am Scree­ning-Pro­gramm ist“. Das hat sich jetzt ge­än­dert!

Mansfield, Sir Peter

(* 9. Ok­to­ber 1933 in Lon­don), bri­ti­scher Phy­si­ker, eme­ri­tier­ter Pro­fes­sor für Phy­sik an der Uni­ver­si­ty of Not­ting­ham und Trä­ger des Me­di­zin­no­bel­prei­ses von 2003. Die­sen er­hielt er ge­mein­sam mit Paul Chris­ti­an Lau­ter­bur für ihre Ent­de­ckun­gen im Zu­sam­men­hang mit der Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie.

Medizinisch-technische Radiologieassistenten

Abk. MTRA; Nach 3-jäh­ri­ger Aus­bil­dung und er­folg­rei­chem Be­ste­hen der staat­li­chen Ab­schluss­prü­fung ist die/​der MTRA haupt­säch­lich in den Ge­bie­ten dia­gnos­ti­sche Ra­dio­lo­gie, Nu­kle­ar­me­di­zin und Strah­len­the­ra­pie be­schäf­tigt. Hier ist die/​der MTRA u. a. ver­ant­wort­lich für die Vor­be­rei­tung des Pa­ti­en­ten, die ex­ak­te La­ge­rung bei der Un­ter­su­chung und die gute Qua­li­tät der ent­ste­hen­den Bil­der.

 

Mensch im Mittelpunkt

Mo­der­ne­ra­dio­lo­gi­sche Pra­xen un­ter­schei­den sich in Grö­ße, Or­ga­ni­sa­ti­on und Ab­lauf von der klas­si­schen Haus­arzt­pra­xis. Ihre Struk­tur mit teil­wei­se 20-30 Mit­ar­bei­tern gleicht eher ei­nem mit­tel­stän­di­schen Un­ter­neh­men oder ei­ner Kli­nik. Dia­gno­se und Tech­nik ste­hen zu­nächst im Vor­der­grund, der Kon­takt zum Arzt ist meist auf ein kur­zes er­klä­ren­des Ge­spräch be­schränkt. Aber las­sen Sie sich nicht täu­schen. Die mo­der­nen Ge­rä­te, die spe­zia­li­sier­ten MTRAs und Ra­dio­lo­gen, die ef­fi­zi­en­ten Ab­läu­fe, all das dient letzt­lich Ih­nen und Ih­rer Ge­sund­heit. Die Dia­gno­se­mög­lich­kei­ten ha­ben sich in den letz­ten Jah­ren deut­lich ver­bes­sert. Heu­te kön­nen 80 Pro­zent der Dia­gno­sen, bei de­nen man frü­her ei­nen in­va­si­ven Ein­griff in den Kör­per vor­neh­men muss­te, mit­hil­fe bild­ge­ben­der Ver­fah­ren ge­stellt wer­den, die den Kör­per un­an­ge­tas­tet las­sen. Krebs kann in vie­len Fäl­len in ei­nem so frü­hen Sta­di­um er­kannt wer­den, dass er heil­bar ist. Und die vie­len Com­pu­ter in den Pra­xen die­nen nicht zu­letzt auch dazu, die Zei­ten zwi­schen Dia­gno­se und dem Ein­lei­ten der The­ra­pie zu ver­kür­zen und ein Hand-in-Hand-Ar­bei­ten zwi­schen Ra­dio­lo­gen und be­han­deln­den Ärz­ten zu er­mög­li­chen. 

MEV

Abk. für Mega-Elek­tro­nen-Volt =1.000.000 eV.

Monokontrastuntersuchung

An­wen­dung nur ei­nes po­si­ti­ven oder ne­ga­ti­ven Kon­trast­mit­tels. 

mpMRT

mul­ti­pa­ra­me­tri­sche Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie (mpMRT)
Die mpMRT ver­eint ver­schie­de­ne Un­ter­su­chungs­se­quen­zen im MRT, wel­che die Tu­mor­bio­lo­gie be­rück­sich­ti­gen, so dass an­hand der er­zeug­ten Bil­der de­tail­lier­te Aus­sa­gen über Lage und Ag­gres­si­vi­tät ei­nes Tu­mor­herds in der Pro­sta­ta ge­trof­fen wer­den kön­nen. 

MR-Angiographie

Ge­fäß­dar­stel­lung mit­hil­fe der MRT. 

MR-Spektroskopie

Die un­ter­schied­li­chen Ma­gnet­re­so­nanz-Ei­gen­schaf­ten von Mo­le­kü­len kön­nen ne­ben der Er­zeu­gung von Schnitt­bil­dern ver­schie­de­ner Or­gan­sys­te­me auch zur Ana­ly­se von Stoff­ge­mi­schen ein­ge­setzt wer­den. Die ein­zel­nen mo­le­ku­la­ren Be­stand­tei­le auch von Ge­we­ben las­sen sich an­hand ih­rer un­ter­schied­li­chen Re­so­nanz­fre­quen­zen iden­ti­fi­zie­ren und quan­ti­fi­zie­ren (Spek­tro­sko­pie). Die MR-Spek­tro­sko­pie er­zeugt also kei­ne Ab­bil­dun­gen der Ge­webs­struk­tu­ren wie die MRT, son­dern misst die Ge­webs­zu­sam­men­set­zung. Die MR-Spek­tro­sko­pie kommt bei­spiels­wei­se im Be­reich der Früh­er­ken­nung von Pro­sta­ta-Krebs und funk­tio­nel­len Stö­run­gen des Ge­hirns zum Ein­satz.

MTRA

Me­di­zi­nisch-tech­ni­sche Ra­dio­lo­gie­as­sis­ten­ten.

Wörter zu N

Natrivradiologisch

als sog. Leer­auf­nah­me durch­ge­führt; ra­dio­lo­gi­sche Dar­stel­lung ohne Ver­wen­dung von Kon­trast­mit­teln. 

Natriumperchlorat

Die ora­le Ver­ga­be von Na­tri­um­per­chlo­rat hemmt die Jo­d­auf­nah­me der Schild­drü­se. 

Nebenwirkung

eine be­ob­ach­te­te oder un­be­ob­ach­te­te Wir­kung ei­nes Arz­nei­mit­tels, die nicht zu sei­nen be­ab­sich­tig­ten, er­wünsch­ten (Haupt-)Wir­kun­gen ge­hört. Ein en­ge­rer Be­griff als „Ne­ben­wir­kung“ ist die un­er­wünsch­te Arz­nei­mit­tel­wir­kung; Ne­ben­wir­kun­gen kön­nen un­er­wünscht oder auch er­wünscht sein. 

Nephrogene systemische Fibrose

Abk. NSF; frü­her als ne­phro­ge­ne fi­bro­sie­ren­de Der­mo­pa­thie be­zeich­net, ist eine sehr sel­te­ne krank­haf­te Ver­meh­rung des Bin­de­ge­we­bes von Haut, Mus­ku­la­tur und teils auch in­ne­ren Or­ga­nen wie Le­ber, Herz und Lun­gen. Die Er­kran­kung tritt nur bei Pa­ti­en­ten mit stark ein­ge­schränk­ter Nie­ren­funk­ti­on auf, kann ei­nen zu­neh­mend schwe­ren Ver­lauf auf­wei­sen und zu Be­hin­de­run­gen und zum Tode füh­ren. Die Dia­gno­se wird durch die fein­ge­web­li­che Un­ter­su­chung ei­ner Haut­bi­op­sie ge­stellt. 

Neuroradiologe

Teil­ge­biet der Ra­dio­lo­gie. Ziel ist die Dar­stel­lung und Be­ur­tei­lung des (zen­tra­len) Ner­ven­sys­tems mit Bild­ge­bungs­ver­fah­ren, un­ter an­de­rem MRT, CT und So­no­gra­phie. Fer­ner wer­den Me­tho­den der in­ter­ven­tio­nel­len Ra­dio­lo­gie ein­ge­setzt. 

Neutron

Ele­men­tar­teil­chen mit der Mas­sen- zahl eins und der Ele­men­tar­la­dung null. 

Nicht-invasiv

Nicht jede Ope­ra­ti­on ist ver­meid­bar. Aber eine gute Dia­gnos­tik ist aus­schlag­ge­bend für die wei­te­re The­ra­pie. Die ra­san­te Ent­wick­lung in der Me­di­zin­tech­nik er­mög­licht im­mer prä­zi­se­re Bli­cke ins In­ne­re des Men­schen und da­mit sehr frü­he Dia­gno­sen. Com­pu­ter er­rech­nen mitt­ler­wei­le aus den ge­mes­se­nen Da­ten die Bil­der aus dem Kör­per­in­ne­ren. Kleins­te Struk­tu­ren kön­nen hoch auf­ge­löst und in kur­zer Zeit sicht­bar ge­macht wer­den. In vie­len Fäl­len kann heu­te schon auf ri­si­ko­rei­che, in­va­si­ve Ein­grif­fe in den Kör­per ver­zich­tet wer­den (z. B. Herz­ka­the­ter oder En­do­sko­pi­en). Im Be­reich Krebs­früh­er­ken­nung kön­nen die mo­der­nen bild­ge­ben­den Un­ter­su­chungs­ver­fah­ren Tu­mo­ren in ei­nem so frü­hen Sta­di­um er­ken­nen, dass scho­nen­de­re The­ra­pi­en mög­lich sein kön­nen mit bes­se­ren Hei­lungs­chan­cen. Ope­ra­tio­nen sind hier nicht ver­meid­bar, aber in ei­nem ver­gleichs­wei­se ge­rin­ge­ren Um­fang als bei ei­ner spä­te­ren Dia­gno­se nö­tig. Ope­ra­tio­nen selbst kön­nen durch den Ein­satz der Ra­dio­lo­gie auf „Stand-by“-Ba­sis op­ti­miert wer­den. Bei­spie­le sind ge­rä­te­ge­lei­te­te Bi­op­si­en und Mar­kie­run­gen bzw. Seg­men­tie­run­gen bei Le­be­r­ope­ra­tio­nen. 

Nierenfunktions-Szintigraphie (Nierenclearance)

nu­kle­ar­me­di­zi­ni­sches, funk­tio­nel­les Ver­fah­ren, wel­ches eine sei­ten­ge­trenn­te Be­ur­tei­lung der Nie­ren­durch­blu­tung, der Harn­aus­schei­dung und des Harn­ab­flus­ses so­wie der Nie­ren­funk­ti­on er­mög­licht. 

NM

Abk. für Nu­kle­ar­me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chung. 

Noxe

[lat. noxa Scha­den] ist ein Be­griff, der vor al­lem in der Me­di­zin Ver­wen­dung fin­det und ei­nen Stoff oder Um­stand be­zeich­net, der eine schä­di­gen­de, pa­tho­ge­ne (d. h. krank­heits­er­re­gen­de) Wir­kung auf ei­nen Or­ga­nis­mus oder auf ein Kör­per­or­gan aus­übt. Wis­sen­schaft­ler un­ter­schei­den zwi­schen en­do­ge­nen (in­ne­ren) und exo­ge­nen (äu­ße­ren) Noxen.

 

Nuklearmedizin

med. Fach­ge­biet, das sich mit der dia­gn. und the­rap. An­wen­dung meist kurz­le­bi­ger ra­dio­ak­tiv mar­kier­ter Sub­stan­zen be­fasst; in der Nuklearmedizin kön­nen von ver­schie­de­nen Or­ga­nen Funk­ti­ons­un­ter­su­chun­gen durch­ge­führt wer­den (Szin­ti­gra­phie), durch die Er­kran­kun­gen zu ei­nem sehr frü­hen Zeit­punkt fest­ge­stellt wer­den. Durch ra­dio­akiv mar­kier­te Sub­stan­zen wer­den mit spe­zi­el­len Un­ter­su­chungs­ge­rä­ten (Gamma­ka­me­ras) Stoff­wech­sel­vor­gän­ge sicht­bar ge­macht. Die­se kön­nen die vom Kör­per aus­ge­hen­den ra­dio­ak­ti­ven Gam­ma­strah­len in ein dia­gnos­ti­sches Bild (Szin­ti­gramm) ver­wan­deln. 

Nuklid

Ato­m­art, de­ren Kern durch eine Pro­to­nen- u. Neu­tro­nen­zahl ge­kenn­zeich­net ist; ein N. wird da­her ein­deu­tig durch die An­ga­be der Kern­la­dungs­zahl u. der Mas­sen­zahl cha­rak­te­ri­siert. Je nach der Zu­sam­men­set­zung des Kerns kann ein N. sta­bil od. in­sta­bil sein. In­sta­bi­le N. zer­fal­len un­ter Emis­si­on io­ni­sie­ren­der Strah­lung spon­tan in an­de­re sta­bi­le od. in­sta­bi­le N.; sog. me­tas­ta­bi­le (an­ge­reg­te) N. ge­hen un­ter Emis­si­on von Gam­ma­strah­lung in ih­ren Grund­zu­stand über. Ver­schie­de­ne Nu­kli­de ei­nes Ele­men­tes sind sei­ne Iso­to­pe.

Nutzen der Radiologie

Die Kos­ten der Ra­dio­lo­gie sind weit­hin be­kannt, aber wie steht es um den Nut­zen? Was ist der ge­sund­heits­öko­no­mi­sche Bei­trag, was ist der Wert der Ra­dio­lo­gie?
Es kommt drauf an! Und zwar auf den Ein­zel­fall: Wenn mit­hil­fe ei­nes bild­ge­ben­den Ver­fah­rens eine le­bens­be­droh­li­che Er­kran­kung früh er­kannt und des­halb ge­heilt wer­den kann, ist der Wert in den Au­gen des Be­trof­fe­nen au­ßer Zwei­fel. Aber wie sieht es aus, wenn ra­dio­lo­gi­sche Me­tho­den mit an­de­ren kon­kur­rie­ren? Dann kann ein ge­sund­heits­öko­no­mi­scher Kos­ten-Nut­zen-Ver­gleich vor­ge­nom­men wer­den. Ge­nau die­sen Weg hat das Ra­dio­lo­gie­netz am Bei­spiel der Knie­dia­gnos­tik mit­tels Ar­thro­sko­pie vs. vor­he­ri­ge Kern­spin­to­mo­gra­phie be­schrit­ten. Auf der Ba­sis der in­ter­na­tio­nal ver­füg­ba­ren, hoch evi­den­ten Li­te­ra­tur konn­te ge­zeigt wer­den, dass es bes­ser ist, vor je­der ge­plan­ten Ar­thro­sko­pie eine MRT des Knies durch­zu­füh­ren. Vie­le Ar­thro­sko­pi­en stel­len sich im Nach­hin­ein als über­flüs­sig her­aus, weil die Ver­let­zung z. B. des Me­nis­kus ge­ring­fü­gig oder nicht ur­säch­lich für die Be­schwer­den war. Zu­dem ber­gen Ar­thro­sko­pi­en wie alle Ein­grif­fe auch Ri­si­ken wie Kom­pli­ka­tio­nen, die nicht nur sehr un­an­ge­nehm, son­dern auch teu­er sind. Au­ßer­dem kos­tet eine Ar­thro­sko­pie, ob­wohl am­bu­lant und mi­ni­mal-in­va­siv, im­mer noch gut vier­mal so­viel wie eine MRT des Knies. Ei­ni­ge zehn­tau­send dia­gnos­ti­sche Ar­thro­sko­pi­en pro Jahr könn­ten also ver­mie­den wer­den, wenn vor dem Ein­griff eine weit­ge­hend schmerz- und ri­si­ko­lo­se MRT durch­ge­führt wür­de. Trotz der zu­sätz­li­chen Kos­ten für die­se Un­ter­su­chun­gen wä­ren al­lein im Jahr 2006 Kos­ten bis zu 120 Mil­lio­nen Euro ver­meid­bar ge­we­sen, ohne eine ein­zi­ge not­wen­di­ge Ope­ra­ti­on zu un­ter­las­sen – wo­bei man­chem Pa­ti­en­ten eine un­an­ge­neh­me Ope­ra­ti­on hät­te er­spart wer­den kön­nen. 

Wörter zu O

Oberhausen-Clearance

Nie­ren­funk­ti­ons­un­ter­su­chung nach der Ober­hau­sen-Me­tho­de, erst­mals 1968. Spe­zi­el­ler Nie­ren-Mess­platz mit je ei­ner Un­ter­tisch-Nie­ren­son­de und zwei Ober­tisch-Son­den mit Blei­ab­schir­mun­gen (Ober­tisch) für die Nie­ren und die Bla­se zur Mes­sung der Ganz­kör­per­ak­ti­vi­tät (Ganz­kör­per­re­ten­ti­ons­kur­ve). Es müs­sen in be­stimm­ten zeit­li­chen Ab­stän­den Blut­ent­nah­men durch­ge­führt wer­den. 

Onkologie

Fach­rich­tung der Me­di­zin, die sich mit der Er­for­schung und Be­hand­lung von Tu­mor­er­kran­kun­gen be­schäf­tigt. 

Operationen vermeiden oder optimieren

Nicht jede Ope­ra­ti­on ist ver­meid­bar. Aber eine gute Dia­gnos­tik ist aus­schlag­ge­bend für die wei­te­re The­ra­pie. Die ra­san­te Ent­wick­lung in der Me­di­zin­tech­nik er­mög­licht im­mer prä­zi­se­re Bli­cke ins In­ne­re des Men­schen und da­mit sehr frü­he Dia­gno­sen. Com­pu­ter er­rech­nen mitt­ler­wei­le aus den ge­mes­se­nen Da­ten die Bil­der aus dem Kör­per­in­ne­ren. Kleins­te Struk­tu­ren kön­nen hoch auf­ge­löst und in kur­zer Zeit sicht­bar ge­macht wer­den. In vie­len Fäl­len kann heu­te schon auf ri­si­ko­rei­che, in­va­si­ve Ein­grif­fe in den Kör­per ver­zich­tet wer­den (z. B. Herz­ka­the­ter oder En­do­sko­pi­en). Im Be­reich Krebs­früh­er­ken­nung kön­nen die mo­der­nen bild­ge­ben­den Un­ter­su­chungs­ver­fah­ren Tu­mo­ren in ei­nem so frü­hen Sta­di­um er­ken­nen, dass scho­nen­de­re The­ra­pi­en mög­lich sein kön­nen mit bes­se­ren Hei­lungs­chan­cen. Ope­ra­tio­nen sind hier nicht ver­meid­bar, aber in ei­nem ver­gleichs­wei­se ge­rin­ge­ren Um­fang als bei ei­ner spä­te­ren Dia­gno­se nö­tig. Ope­ra­tio­nen selbst kön­nen durch den Ein­satz der Ra­dio­lo­gie auf „Stand-by“-Ba­sis op­ti­miert wer­den. Bei­spie­le sind ge­rä­te­ge­lei­te­te Bi­op­si­en und Mar­kie­run­gen bzw. Seg­men­tie­run­gen bei Le­be­r­ope­ra­tio­nen. 

OPS

Abk. für Ope­ra­tio­nen- und Pro­ze­du­ren­schlüs­sel; her­aus­ge­ge­ben vom DIM­DI (Deut­sches In­sti­tut für Me­di­zi­ni­sche Do­ku­men­ta­ti­on und In­for­ma­ti­on) im Auf­trag des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums. Er wird im sta­tio­nä­ren Be­reich und in der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung im Be­reich am­bu­lan­tes Ope­rie­ren zur Ver­schlüs­se­lung und Klas­si­fi­zie­rung von Ope­ra­tio­nen und me­di­zi­ni­schen Pro­ze­du­ren ein­ge­setzt. 

Optischce Kohärenztomographie

Abk. OCT (Op­ti­cal Co­he­rence To­mo­gra­phy); Un­ter­su­chungs­ver­fah­ren, bei dem zeit­lich in­ko­hä­ren­tes Licht mit Hil­fe ei­nes In­ter­fe­ro­me­ters zur Ent­fer­nungs­mes­sung re­flek­ti­ver Ma­te­ria­li­en ein­ge­setzt wird. Das ent­spre­chen­de akus­ti­sche Ver­fah­ren ist die Ul­tra­schall­dia­gnos­tik (So­no­gra­phie). 

Orthovolt-Therapie 

Rönt­gen­reiz­be­strah­lung. Der er­krank­te Be­reich wird mit ei­ner nied­rig do­sier­ten Rönt­gen­be­strah­lung mehr­fach be­han­delt, wo­bei die Ein­zel­be­strah­lung meist nur etwa 20 Se­kun­den dau­ert. Der Strah­lungs­reiz stei­gert die Durch­blu­tung und den Stoff­wech­sel, för­dert die Rück­bil­dung der Ent­zün­dung im er­krank­ten Be­reich und so­mit auch ne­ben­wir­kungs­arm der Schmerz­sym­pto­me. Die voll­stän­di­ge Wir­kung der Be­hand­lung setzt oft erst nach Wo­chen ein.

Osmolalität

gibt die Teil­chen­an­zahl der os­mo­tisch ak­ti­ven Sub­stan­zen (z. B. Salz, Trau­ben­zu­cker, Pro­te­ine) pro Ki­lo­gramm Lö­sungs­mit­tel (in der Re­gel Was­ser) an. Sie be­stimmt bei Kör­per­flüs­sig­kei­ten die Ver­tei­lung des Was­sers zwi­schen den ver­schie­de­nen Zell­räu­men. Ge­ne­rell gilt, dass das Was­ser aus Re­gio­nen nied­ri­ger Os­mola­li­tät in Re­gio­nen hö­he­rer Os­mola­li­tät dif­fun­diert, bis ein Gleich­ge­wicht er­reicht ist. Für die Be­stim­mung kön­nen Urin, Se­rum und Plas­ma ver­wen­det wer­den. 

Osteodensitometrie

Kno­chen­dich­te­mes­sung; me­di­zi­nisch-tech­ni­sche Ver­fah­ren, die zur Be­stim­mung der Dich­te bzw. des Kalk­salz­ge­hal­tes des Kno­chens die­nen. Men­schen mit ver­min­der­tem Kalk­salz­ge­halt tra­gen ein er­höh­tes Ri­si­ko für Kno­chen­brü­che. Be­trof­fen sind vor al­lem Frau­en in der Me­no­pau­se, Män­ner über 50 Jah­re, Rau­cher, Al­ko­ho­li­ker und Men­schen mit Man­gel­er­näh­rung bzw. Vit­amin­man­gel. Auch be­stimm­te Er­kran­kun­gen wie die Hy­per­thy­reo­se (Schild­drü­sen­über­funk­ti­on) oder Me­di­ka­men­te wie Kor­ti­ko­ide be­güns­ti­gen den Sub­stanz­ver­lust der Kno­chen. Häu­figs­tes An­wen­dungs­ge­biet der Kno­chen­dich­te­mes­sung am Men­schen ist die Os­teo­po­ro­se-Dia­gnos­tik und die da­mit ein­her­ge­hen­de Be­stim­mung des Frak­tur­ri­si­kos.

Osteoporose

um­gangs­sprach­lich Kno­chen­schwund, Ab­nah­me der Kno­chen­mas­se, -struk­tur und -funk­ti­on. 

Wörter zu P

Paarbildung

Ein en­er­gie­rei­ches Pho­ton von mehr als 1,03 MeV wird un­ter Ein­fluss ei­nes elek­tro­ma­gne­ti­schen En­er­gie­be­rei­ches in ein Elek­tron und ein Po­si­tron auf­ge­spal­ten. Das Po­si­tron ver­bin­det sich so­fort wie­der mit ei­nem be­lie­bi­gen Elek­tron. Die dar­aus re­sul­tie­ren­de En­er­gie wird in zwei Pho­to­nen ab­ge­ge­ben, die mit 180° aus­ein­an­der­flie­gen. Bei­de Pho­to­nen ha­ben eine En­er­gie von min­des­tens 0,511 MeV. Die PET be­ruht auf dem Prin­zip der Paar­bil­dung.

 

PACS

Abk. für Pic­tu­re Ar­chi­ving Com­mu­ni­ca­ti­on Sys­tem; es dient zum Ar­chi­vie­ren, Steu­ern und Ver­tei­len elek­tro­ni­scher Da­ten.

Pädiatrie

Kin­der­heil­kun­de ist die Leh­re von den Er­kran­kun­gen des kind­li­chen und ju­gend­li­chen Or­ga­nis­mus, sei­nen Ent­wick­lungs­stö­run­gen, den Fehl­bil­dun­gen und ih­rer Be­hand­lung. Die Päd­ia­trie er­streckt sich in ih­ren Schwer­punk­ten über alle Fach­ge­bie­te der kli­ni­schen Me­di­zin, da das Wis­sen von den Er­kran­kun­gen des Er­wach­se­nen nicht ohne wei­te­res auf Kin­der über­trag­bar ist.

 

Patientenaufklärung

Ärzt­li­che Auf­klä­rung ist die In­for­ma­ti­on ei­nes Pa­ti­en­ten über eine Er­kran­kung und ge­plan­te Dia­gnos­tik oder The­ra­pie­maß­nah­men. Sie re­sul­tiert aus dem Bild des selbst­be­stimm­ten Pa­ti­en­ten, der – mit Un­ter­stüt­zung des Arz­tes – selbst über den Gang sei­ner Be­hand­lung ent­schei­det. Sie um­fasst die Auf­klä­rung über die Er­kran­kung und de­ren dro­hen­de Ge­fah­ren, über die vor­ge­se­he­nen dia­gnos­ti­schen und the­ra­peu­ti­schen Me­tho­den, de­ren Nut­zen und Ri­si­ken so­wie mög­li­che al­ter­na­ti­ve Be­hand­lungs­we­ge (Selbst­be­stim­mungs­auf­klä­rung). Au­ßer­dem ent­hält sie In­for­ma­tio­nen über das Ver­hal­ten des Pa­ti­en­ten, das für sei­ne Ge­sund­heit er­for­der­lich ist (Si­che­rungs­auf­klä­rung).

 

Perfusions-Szintigraphie

Dar­stel­lung der Or­gan­d­urch­blu­tung. Die szin­ti­gra­phi­schen Auf­nah­men er­fol­gen wäh­rend der ers­ten zwei Mi­nu­ten nach der Ver­ab­rei­chung des Ra­dio­phar­ma­kons. Aus­nah­me: Lun­gen­per­fu­si­ons-Szin­ti­gra­phie.

 

Periradikuläre Therapie

Abk. PRT; Rü­cken­schmerz­the­ra­pie bei an­hal­ten­den Schmer­zen mit ent­zünd­li­chen Pro­zes­sen und Be­we­gungs­be­ein­träch­ti­gun­gen (u. a. bei schmerz­haf­ter Ar­thro­se der Wir­bel­ge­len­ke). Un­ter com­pu­ter­to­mo­gra­phi­scher Kon­trol­le kön­nen Ner­ven­wur­zeln ganz ge­zielt mit ei­ner Punk­ti­ons­na­del an­ge­steu­ert wer­den. Die ziel­ge­naue Be­hand­lung di­rekt am Ort des Schmerz­ge­sche­hens er­mög­licht eine schnel­le Wir­kung bei ge­rin­ger Me­di­ka­men­ten­do­sis.

Personendosis

Ganz­kör­per-Äqui­va­l­ent­do­sis; es ist die an ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Stel­le der Kör­per­ober­flä­che ge­mes­se­ne Do­sis io­ni­sie­ren­der Strah­len. 

PET

Abk. für Po­si­tro­nen-Emis­si­ons-To­mo­gra­phie: hier­bei wird ge­gen­über an­de­ren nu­kle­ar­me­di­zi­ni­schen Ver­fah­ren eine etwa 100­fach hö­he­re Emp­find­lich­keit und eine er­höh­te Orts­auf­lö­sung er­reicht. Das Prin­zip der PET-Un­ter­su­chung be­steht dar­in, Ko­in­zi­den­zen zwi­schen je zwei ge­nau ge­gen­über­lie­gen­den De­tek­to­ren auf­zu­zeich­nen. So kön­nen Stoff­wech­sel­vor­gän­ge frü­her und ge­nau­er im Kör­per sicht­bar ge­macht wer­den als mit je­dem an­de­ren Ver­fah­ren. Die Haupt­ein­satz­ge­bie­te der Me­tho­de sind da­her die Früh­er­ken­nung, ins­be­son­de­re bei Krebs­er­kran­kun­gen, und zu­neh­mend die mo­le­ku­la­re Bild­ge­bung.

PET-CT

Hier wer­den die Po­si­tro­nen-Emis­si­ons-To­mo­gra­phie und die Com­pu­ter­to­mo­gra­phie mit­ein­an­der kom­bi­niert. Ana­to­mi­sche und funk­tio­na­le Un­ter­su­chun­gen kön­nen fast zeit­gleich durch­ge­führt wer­den. Durch Über­la­ge­rung wird ein Fu­si­ons­bild er­stellt, in dem sich die In­for­ma­tio­nen aus bei­den Ver­fah­ren op­ti­mal er­gän­zen. Art und ex­ak­te Lo­ka­li­sa­ti­on ei­nes Be­fun­des wer­den so noch prä­zi­ser und schnel­ler er­kannt. Die PET-CT ist eine Wei­ter­ent­wick­lung der PET. Ihr kommt bei­spiels­wei­se bei der Früh­er­ken­nung der Alz­hei­mer­krank­heit eine füh­ren­de Rol­le zu.

Phlebographie

Kon­trast­dar­stel­lung der ve­nö­sen Blut­ge­fä­ße. Die In­jek­ti­on des Kon­trast­mit­tels er­folgt meist re­la­tiv ein­fach in eine ober­fläch­li­che Haut­ve­ne. Die Rönt­gen­un­ter­su­chung der ve­nö­sen Blut­ge­fä­ße dient in ers­ter Li­nie dem Nach­weis von Ge­fäß­ver­schlüs­sen durch Blut­ge­rinn­sel (Throm­bo­sen), der Dar­stel­lung von Krampf­adern (Va­ri­zen) vor ei­ner Ope­ra­ti­on oder von En­gen bzw. Va­ri­an­ten (Ano­ma­li­en) des ve­nö­sen Ge­fäß­sys­tems.

Platzangst

Klaus­tro­pho­bie oder auch Raumangst ist eine spe­zi­fi­sche (iso­lier­te) Pho­bie, die sich als Angst vor (und als Kon­se­quenz dar­aus der Mei­dung von) ge­schlos­se­nen oder en­gen Räu­men äu­ßert. Prak­ti­sche Be­deu­tung in der Me­di­zin er­langt die Klaus­tro­pho­bie v. a. bei MRT-Un­ter­su­chun­gen, da der Pa­ti­ent da­bei bis zu 30 Mi­nu­ten in ei­ner en­gen Röh­re lie­gen und sich ru­hig ver­hal­ten muss, da­mit eine aus­rei­chen­de Bild­qua­li­tät ge­währ­leis­tet wird. Der Platz­angst der Pa­ti­en­ten ver­sucht man durch die Ent­wick­lung von MRT-Ge­rä­ten zu be­geg­nen, die ei­nen grö­ße­ren Durch­mes­ser ha­ben oder es er­mög­li­chen, dass nicht un­ter­such­te Kör­per­tei­le (z. B. Kopf und Hals) sich au­ßer­halb der Röh­re be­fin­den. Bei vie­len Un­ter­su­chun­gen ist es au­ßer­dem mög­lich, sich durch Mu­sik über Kopf­hö­rer ab­len­ken oder sich Be­ru­hi­gungs­mit­tel ver­ab­rei­chen zu las­sen. Man­che Ra­dio­lo­gen bie­ten auch of­fe­ne MRT-Sys­te­me an, die je­doch eine nied­ri­ge­re Ma­gnet­feld­stär­ke als die neu­es­ten ge­schlos­se­nen Sys­te­me auf­wei­sen.

 

Polytrauma

Hier­mit be­zeich­net man in der Me­di­zin meh­re­re gleich­zei­tig ge­sche­he­ne Ver­let­zun­gen ver­schie­de­ner Kör­per­re­gio­nen, wo­bei min­des­tens eine Ver­let­zung oder die Kom­bi­na­ti­on meh­re­rer Ver­let­zun­gen le­bens­be­droh­lich ist. Ein Trau­ma ist in der Me­di­zin eine Schä­di­gung, Ver­let­zung oder Wun­de, die durch Ge­walt ver­ur­sacht wur­de. Die durch den grie­chi­schen Wort­teil poly- an­ge­zeig­te Mehr­fach­ver­let­zung wird un­ter­schie­den von der iso­lier­ten Ver­let­zung ei­ner ein­zel­nen Kör­per­re­gi­on, die eben­so le­bens­be­droh­lich sein kann. 

Positronen

An­ti­teil­chen der Elek­tro­nen mit glei­cher Ru­he­mas­se u. (im Ge­gen­satz zu den Elek­tro­nen) mit po­si­ti­ver Ele­men­tar­la­dung.

Prävention

Die Haupt­to­des­ur­sa­chen in den west­li­chen In­dus­trie­na­tio­nen sind Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen und Krebs. Fort­schrit­te in der Ra­dio­lo­gie er­mög­li­chen heu­te die Früh­er­ken­nung in ei­nem sol­chen Maße, dass Krank­hei­ten er­kannt wer­den kön­nen, lan­ge be­vor sie sich beim Pa­ti­en­ten über­haupt be­merk­bar ma­chen. Eine prä­zi­se Früh­er­ken­nung be­deu­tet eine kür­ze­re und we­ni­ger be­las­ten­de Be­hand­lung so­wie bes­se­re Hei­lungs­chan­cen für Pa­ti­en­ten. Zu­dem wer­den Ge­sund­heits­kos­ten ge­senkt, weil Fol­ge­kos­ten von Krank­hei­ten re­du­ziert wer­den kön­nen.

Prävention (primär)

Vor­beu­gung; al­les, was z. B. Krebs ver­mei­den hilft, wie ge­sun­de Le­bens­wei­se, nicht rau­chen, we­nig Al­ko­hol trin­ken, aus­ge­wo­ge­ne Er­näh­rung, Ver­mei­den star­ker Son­nen­be­strah­lung, Ver­mei­den von Über­ge­wicht.

 

Prävention (sekundär)

Er­ken­nen, ins­be­son­de­re durch bild­ge­ben­de Ver­fah­ren, und ku­ra­ti­ve Be­hand­lung von Vor­stu­fen bös­ar­ti­ger Er­kran­kun­gen. 

 

Prävention (tertiär)

Ver­laufs­kon­trol­le;hat die Auf­ga­be, bei ein­ge­tre­te­ner Krank­heit ein Fort­schrei­ten bzw. eine Re­zi­di­v­bil­dung zu ver­hü­ten. Ein sen­si­bles Ver­fah­ren zur Re­zi­di­v­pro­phy­la­xe ist bspw. die PET. Da Krebs­zel­len ei­nen er­höh­ten Stoff­wech­sel auf­wei­sen und da­her ei­nen grö­ße­ren Teil der ex­tra für die Un­ter­su­chung ver­ab­reich­ten, mar­kier­ten Zu­cker­ver­bin­dun­gen auf­neh­men als das ge­sun­de Um­ge­bungs­ge­we­be, kön­nen bei vie­len Tu­mor­ar­ten Krebs­zel­len er­kannt und von ge­sun­dem Ge­we­be un­ter­schie­den wer­den. 

Präventiv

vor­beu­gend. 

Prostatakrebs

Pro­sta­ta­krebs (auch: Pro­sta­takar­zi­nom) ist der häu­figs­te bös­ar­ti­ge Tu­mor bei Män­nern. 

Progredienz

[lat. prog­re­de­re vor­rü­cken, vor­an­schrei­ten] das Fort­schrei­ten ei­ner Krank­heit (pro­gres­si­ver Krank­heits­ver­lauf) bzw. eine wei­te­re Ver­schlech­te­rung des Ge­sund­heits­zu­stands. 

Prostatakarzionom

Die häu­figs­te bös­ar­ti­ge Krebs­er­kran­kung bei Män­nern. 

Punktion

Ein­stich ei­ner Hohl­na­del zur Ent­nah­me von Kör­per­flüs­sig­keit oder Ge­we­be (Bi­op­sie, Fein­na­del­bi­op­sie). Die Punk­ti­on kann un­ter Ul­tra­schall (So­no­gra­phie), CT oder Rönt­gen­kon­trol­le er­fol­gen. 

Wörter zu Q

Qualität

Qua­li­tät be­deu­tet für die Ra­dio­lo­gie, eine ad­äqua­te Bild- und Be­fund­qua­li­tät mit ei­ner mi­ni­ma­len Strah­len­ex­po­si­ti­on zu er­rei­chen. Die Durch­füh­rung der Qua­li­täts­si­che­rung schreibt u.a. die Rönt­gen­ver­ord­nung vor. Ihr Ra­dio­lo­ge si­chert sei­ne Qua­li­tät durch per­ma­nen­te Über­prü­fung der Auf­nah­me­qua­li­tät sei­ner Un­ter­su­chungs­ge­rä­te. So wer­den bspw. von der Bun­des­ärz­te­kam­mer in ärzt­li­chen Leit­li­ni­en Wer­te für die An­fer­ti­gung von qua­li­ta­tiv aus­rei­chen­den Rönt­gen­auf­nah­men vor­ge­schrie­ben, die Ihr Ra­dio­lo­ge be­ach­tet. Ne­ben der Auf­nah­me­qua­li­tät spie­len Fach­kom­pe­tenz und Er­fah­rung Ih­res Ra­dio­lo­gen eine ent­schei­den­de Rol­le. Dazu be­sucht er Fach­kon­gres­se und liest Ver­öf­fent­li­chun­gen, um dem stän­di­gen Fort­schritt in der Me­di­zin ge­recht zu wer­den. 1999 hat die Deut­sche Rönt­gen­ge­sell­schaft (DRG) eine Aka­de­mie für Fort- und Wei­ter­bil­dung ge­grün­det, die sich an US-Vor­bil­der der CME (con­ti­nuous me­di­cal edu­ca­ti­on) an­lehnt. Bei er­folg­rei­chem Be­such von zu­vor ge­prüf­ten Ver­an­stal­tun­gen kann Ihr Ra­dio­lo­ge frei­wil­lig Teil­neh­mer­punk­te und nach ei­nem Jahr bei ei­ner Min­dest­punkt­zahl ein Zer­ti­fi­kat be­kom­men. Fra­gen Sie Ih­ren Ra­dio­lo­gen nach sei­nen Fort­bil­dun­gen und ach­ten Sie im War­te­zim­mer auf aus­hän­gen­de Zer­ti­fi­ka­te oder Zeug­nis­se. Qua­li­tät in der Ra­dio­lo­gie wird auch ge­mes­sen in ROC-Stu­di­en, die die Quo­ten von falsch-po­si­ti­ven Be­fun­den und falsch-ne­ga­ti­ven Be­fun­den do­ku­men­tie­ren. Ne­ben die­ser eher tech­ni­schen Qua­li­tät ha­ben in den letz­ten Jah­ren auch Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­te­me in Pra­xen und Kran­ken­häu­ser Ein­zug ge­hal­ten. Sinn des Qua­li­täts­ma­nage­ments ist die si­che­re Be­herr­schung al­ler Pro­zes­se und Struk­tu­ren, letzt­end­lich zum Woh­le der Pa­ti­en­ten. Durch er­höh­te Leis­tungs­fä­hig­keit und -be­reit­schaft der Pra­xis und op­ti­mier­te Ef­fi­zi­enz kön­nen Pa­ti­en­ten in vie­ler­lei Hin­sicht pro­fi­tie­ren. Ein Bei­spiel: Durch die Er­hö­hung der Ge­rä­teaus­las­tung ste­hen mehr Ter­mi­ne zur Ver­fü­gung und die manch­mal ho­hen War­te­zei­ten auf ei­nen frei­en Ter­min kön­nen ver­kürzt wer­den. Vie­le Pra­xen las­sen ihre Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­te­me nach der EN ISO 9001:2000 zer­ti­fi­zie­ren. Die­se Qua­li­täts­zer­ti­fi­ka­te hän­gen meist auch im An­mel­dungs- oder War­te­be­reich aus und sind drei Jah­re gül­tig. Die Qua­li­tät der Dia­gno­se ist wei­ter­hin von der Qua­li­fi­ka­ti­on des be­han­deln­den Arz­tes ab­hän­gig, der Sie zur ra­dio­lo­gi­schen Un­ter­su­chung über­wie­sen hat und der auf Ba­sis der Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se eine Ge­samt­dia­gno­se stellt und die The­ra­pie ein­lei­tet. 

 

Quantitative Computertomographie

so­wie pe­ri­phe­re quan­ti­ta­ti­ve Com­pu­ter­to­mo­gra­phie (pQCT) sind Spe­zi­al­for­men der Com­pu­ter­to­mo­gra­phie. Bei her­kömm­li­chen CT-Ver­fah­ren wird die ge­naue Dich­te je­des ein­zel­nen Vo­lu­men­ele­ments (so ge­nann­tes Vo­xel) nur un­ge­nau er­mit­telt, da hier der Schwer­punkt auf der Bild­ge­bung, also bei­spiels­wei­se auf der Un­ter­schei­dung und der Geo­me­trie ein­zel­ner Or­ga­ne, liegt. Im Ge­gen­satz zur her­kömm­li­chen CT be­stimmt das QCT/​pQCT-Ver­fah­ren die ab­so­lu­te Dich­te je­des Vo­xels ge­nau. Die QCT wird zur Dia­gno­se und zur Ver­laufs­kon­trol­le ei­ner Os­teo­po­ro­se ein­ge­setzt.

Wörter zu R

RA

Abk. für Rönt­gen­auf­nah­me des Ab­do­mens. 

 

Radioaktive Stents

Die ra­dio­ak­ti­ve Strah­lung von ak­ti­vier­ten Stents ver­hin­dert das über­schie­ßen­de Zell­wachs­tum der In­nen­haut des Blut­ge­fä­ßes und beugt der Res­te­no­se vor. Um un­er­wünsch­te Ne­ben­wir­kun­gen wie z. B. das Aus­wa­schen von Me­di­ka­men­ten oder Ra­dio­nu­kli­den in den Blut­kreis­lauf zu ver­hin­dern, wer­den Tech­ni­ken wie die Io­nen­im­plan­ta­ti­on oder auch Ak­ti­vie­rung des Grund­ma­te­ri­als (Neu­tro­nen­ak­ti­vie­rung) ver­wen­det. Den­noch er­ge­ben sich in der Pra­xis strah­len­schutz­tech­ni­sche Pro­ble­me. Der ers­te ra­dio­ak­ti­ve Stent wur­de 1992 am For­schungs­zen­trum Karls­ru­he (FZK) pro­du­ziert. Es han­del­te sich hier­bei um ei­nen Stent aus Stahl, des­sen Le­gie­rungs­ele­men­te ak­ti­viert wur­den.

 

Radiobiologie

auch Strah­len­bio­lo­gie; Un­ter­sucht die bio­lo­gi­schen Wir­kun­gen io­ni­sie­ren­der Strah­lung, wie Rönt­gen­strah­len, Beta- oder Gam­ma­strah­len, auf den Men­schen bzw. Le­be­we­sen. 

Radiofrequenz-Impuls

Eine kur­ze Ein­strah­lung von Ra­dio­si­gna­len auf den mensch­li­chen Kör­per nennt man im Zu­sam­men­hang mit der MR-To­mo­gra­phie ei­nen Ra­dio­fre­quenz-Im­puls oder noch kür­zer ei­nen RF-Puls. Bei der Bild­ge­bung dau­ert ein RF-Puls ty­pi­scher­wei­se we­ni­ge Mil­li­se­kun­den.

 

Radioimmunoassay

Ra­dio­im­mun­test, Abk. RIA; spe­zi­fi­sche und emp­find­li­che im­mu­no­lo­gi­sche Nach­weis­me­tho­de der Nu­kle­ar­me­di­zin für kleins­te Men­gen (bis etwa 10-14 g) an­ti­gen wir­ken­der Sub­stan­zen (z. B. En­zy­me, Se­rum­pro­te­ine, Hor­mo­ne, Vit­ami­ne, Phar­ma­ka, Tu­mo­r­an­ti­ge­ne) in bio­lo­gi­schen Flüs­sig­kei­ten (z. B. Harn, Se­rum). Die­se Me­tho­de wird zu­neh­mend durch auf glei­chen Prin­zi­pi­en be­ru­hen­de nicht­ra­dio­ak­ti­ve Ver­fah­ren er­setzt. 

 

Radiologe

Um nach ei­nem ab­sol­vier­ten Me­di­zin­stu­di­um in Deutsch­land die Be­zeich­nung „Fach­arzt für Ra­dio­lo­gie“ zu er­wer­ben, be­darf es ei­ner min­des­tens fünf­jäh­ri­gen Wei­ter­bil­dungs­zeit in der dia­gnos­ti­schen und the­ra­peu­ti­schen Ra­dio­lo­gie. Der Wei­ter­bil­dungs­in­halt zur Er­lan­gung der Fach­arzt-Be­zeich­nung wird über die je­weils zu­stän­di­ge Ärz­te­kam­mer ei­nes Bun­des­lan­des de­fi­niert.Für die Zu­las­sung zur Fach­arzt­prü­fung ist der Nach­weis ei­ner be­stimm­ten An­zahl selb­stän­dig durch­ge­führ­ter Un­ter­su­chun­gen bei Kin­dern, Er­wach­se­nen und in der Neu­ro­ra­dio­lo­gie nö­tig.

[engl. ra­dio­lo­gy] Strah­len(heil)-kun­de; Wis­sen­schaft u. Leh­re der med. Nutz­bar­ma­chung best. Strah­lungs­ar­ten in Dia­gnos­tik u. The­ra­pie. Ver­schie­de­ne Teil­ge­bie­te: Rönt­gen­dia­gnos­tik, Strah­len­the­ra­pie, Nu­kle­ar­me­di­zin; i. w. S. auch An­wen­dung an­de­rer bild­ge­ben­der Ver­fah­ren wie Ul­tra­schall­dia­gnos­tik und Kern­spin­to­mo­gra­phie.

 

Radiologie in Zahlen

Mit gut zwei Pro­zent der Me­di­zi­ner in Deutsch­land bil­den die cir­ca 6.000 Ra­dio­lo­gen eine sehr klei­ne ärzt­li­che Fach­grup­pe. In­ter­es­sant ist, dass die An­zahl der Ra­dio­lo­gen im nie­der­ge­las­se­nen Sek­tor in den letz­ten zehn Jah­ren ein durch­schnitt­li­ches Wachs­tum von knapp 10% zu ver­zeich­nen hat, wo­hin­ge­gen ein deut­li­cher Rück­gang in­ner­halb der sta­tio­nä­ren Ra­dio­lo­gen­tä­tig­keit von durch­schnitt­lich 24% fest­zu­stel­len ist. Die rund 2.500 nie­der­ge­las­se­nen Ra­dio­lo­gen stell­ten im Jahr 2008 cir­ca 1,1% der Ver­trags­ärz­te und leis­te­ten eine Ver­sor­gung, die 2,3% des ge­sam­ten kas­sen­ärzt­li­chen Bud­gets (aus Ho­no­r­ar­zah­lung) ent­sprach. Von den 2.200 Kran­ken­häu­sern in Deutsch­land be­trei­ben nur 800 eine ei­ge­ne ra­dio­lo­gi­sche Fach­ab­tei­lung – Ten­denz fal­lend! Die Ver­zah­nung zwi­schen am­bu­lan­tem und sta­tio­nä­rem Sek­tor nimmt im­mer mehr zu. Der­zeit be­ste­hen ca. 180 Ko­ope­ra­tio­nen zwi­schen Kran­ken­häu­sern und nie­der­ge­las­se­nen ra­dio­lo­gi­schen Pra­xen in un­ter­schied­li­chen Ko­ope­ra­ti­ons­for­men (te­le­ra­dio­lo­gisch bis hin zu Pra­xis im Kran­ken­haus). Rich­tet man den Blick auf die un­ter­schied­li­chen Pra­xis­grö­ßen, so wird deut­lich, dass die An­zahl der ra­dio­lo­gi­schen Ein­zel­pra­xen stark rück­läu­fig ist. Von den gut 1.100 Ra­dio­lo­gie­pra­xen in Deutsch­land wer­den noch knapp 300 als Ein­zel­pra­xen ge­führt. Die rest­li­chen 800 sind be­reits heu­te Ge­mein­schafts­pra­xen. Die gro­ßen Pra­xen mit sechs und mehr Part­nern sind mit mit­tel­stän­di­schen Un­ter­neh­men ver­gleich­bar: Sie be­schäf­ti­gen oft bis zu 50 Mit­ar­bei­ter (teil­wei­se so­gar noch er­heb­lich mehr) und be­trei­ben Ge­rä­te im Wert von teil­wei­se weit über 10 Mil­lio­nen Euro. Der Wert der in Deutsch­land von nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten er­brach­ten ra­dio­lo­gi­schen Leis­tun­gen be­lief sich im Jahr 2007 auf ca. 3,4 Mrd. Euro. 45 % die­ser Leis­tun­gen wur­den von nicht-ra­dio­lo­gi­schen Fach­ärz­ten (wie zum Bei­spiel Or­tho­pä­den) er­bracht. In den ra­dio­lo­gi­schen Pra­xen selbst stell­te die Kern­spin­to­mo­gra­phie mit 45 % den größ­ten An­teil. Der Rest ent­fällt auf Com­pu­ter­to­mo­gra­phie, Rönt­gen­un­ter­su­chun­gen, Mam­mo­gra­phi­en und sons­ti­ge ra­dio­lo­gi­sche Un­ter­su­chun­gen.

Radiologienetz

bun­des­wei­ter Qua­li­täts­ver­bund von un­ab­hän­gi­gen ra­dio­lo­gi­schen Pra­xen und Kran­ken­haus­ab­tei­lun­gen. Durch enge Zu­sam­men­ar­beit und in­ten­si­ven Aus­tausch un­ter­ein­an­der so­wie mit dem be­han­deln­den Arzt und re­gio­na­len Kran­ken­häu­sern wird die ra­dio­lo­gi­sche Ver­sor­gung mit ho­her Qua­li­tät si­cher­ge­stellt. Ge­ma­nagt wird das Ra­dio­lo­gie­netz von der Cu­r­agi­ta AG. 

 

Radiologische Therapie

Me­di­zi­ni­sches Fach­ge­biet, das sich mit der me­di­zi­ni­schen An­wen­dung von io­ni­sie­ren­der Strah­lung auf den Men­schen und auf Tie­re be­schäf­tigt, um Krank­hei­ten zu hei­len oder de­ren Fort­schrei­ten zu ver­zö­gern.
 

Radioonkologie

Me­di­zi­ni­sches Fach­ge­biet, das sich mit der me­di­zi­ni­schen An­wen­dung von io­ni­sie­ren­der Strah­lung auf den Men­schen und auf Tie­re be­schäf­tigt, um Krank­hei­ten zu hei­len oder de­ren Fort­schrei­ten zu ver­zö­gern. 

Radiopharmaka

Arz­nei­mit­tel, die Ra­dio­nu­kli­de ent­hal­ten u. de­ren Strah­lungs­ak­ti­vi­tät dia­gn. od. the­rap. ge­nutzt wird. 

Radiosynoviorthese

Abk. RSO; kommt bei Rheu­ma, ak­ti­vier­ten Ar­thro­sen und sons­ti­gen Ge­len­k­ent­zün­dun­gen zum Ein­satz. Wei­che nied­rig­ener­ge­ti­sche Be­ta­strah­len wer­den über eine dün­ne Na­del un­ter Bild­steue­rung ge­zielt in das schmerz­haf­te Ge­lenk in­ji­ziert. Sie be­ru­hi­gen und glät­ten die ge­reiz­te Ge­lenk­schleim­haut di­rekt von in­nen. 

Radiotherapie

Be­strah­lung, Strah­len­the­ra­pie.

 

Radiowellen

elek­tro­ma­gne­ti­sche Wel­len wie auch Mi­kro­wel­len, sicht­ba­res Licht oder Rönt­gen­strah­len. Die En­er­gie und Fre­quenz der Ra­dio­wel­len sind je­doch klei­ner, ihre Wel­len­län­gen län­ger, da­mit Ra­dio­wel­len zum größ­ten Teil durch ei­nen mensch­li­chen Kör­per hin­durch­ge­hen, ohne Schä­den an­zu­rich­ten. Bei ho­her Strah­lungs­in­ten­si­tät be­wir­ken Ra­dio­wel­len im Kör­per eine Er­wär­mung des Ge­we­bes. Die Fre­quen­zen der Ra­dio­wel­len, die in den heu­te üb­li­chen MR-To­mo­gra­phen ver­wen­det wer­den, lie­gen im Ul­tra­kurz­wel­len­be­reich von ca. 10 bis 130 MHz. Um kei­ne un­er­wünsch­ten elek­tro­ma­gne­ti­schen Stö­run­gen zu ver­ur­sa­chen oder etwa den Funk­ver­kehr zu be­ein­träch­ti­gen, sind die Ra­dio­sen­der von MR-Ma­gne­ten von iso­lie­ren­den Me­tall­kä­fi­gen (Fa­ra­day-Kä­fi­gen) um­ge­ben. 

Rechtfertigende Indikatoren

Ent­schei­dung ei­nes Arz­tes mit der er­for­der­li­chen Fach­kun­de im Strah­len­schutz, dass und in wel­cher Wei­se Rönt­gen­strah­lung am Men­schen in der Heil­kun­de an­ge­wen­det wird (§2 und §23 Rönt­gen­ver­ord­nung). Die Stel­lung ei­ner recht­fer­ti­gen­den In­di­ka­ti­on er­for­dert die Fest­stel­lung, dass der ge­sund­heit­li­che Nut­zen der An­wen­dung ge­gen­über dem Strah­len­ri­si­ko über­wiegt.

 

Region of Interest

Abk. ROI; bei der Com­pu­ter-Szin­ti­gra­phie wird die zu er­rech­nen­de Or­gan­re­gi­on durch Qua­dra­te, Recht­ecke oder durch frei wähl­ba­re Fel­der an­hand des Bil­des lo­ka­li­siert und dann aus­ge­wer­tet. 

Reihenuntersuchungen

Scree­ningver­fah­ren, ein Such­test zur erst­ma­li­gen Iden­ti­fi­zie­rung von Krank­hei­ten oder Noxen.
Bei­spiel:
1. Rönt­gen-Tho­rax zur Er­fas­sung der Lun­gen-Tu­ber­ku­lo­se wäh­rend der Schul­zeit,
2. Blut­zu­cker­un­ter­su­chung zum Nach­weis des Dia­be­tes mel­li­tus,
3. Krebs­früh­er­ken­nung z. B. Mam­mo­gra­phie-Scree­ning. 

Relaxation

Nach Ab­schal­ten des Hoch­fre­quenz­im­pul­ses bei der Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie be­we­gen sich die Atom­ker­ne wie­der in ihre Gleich­ge­wichts­la­ge zu­rück („Re­la­xa­ti­on“). Hier­bei wird ein Si­gnal ab­ge­ge­ben. Die Zeit bis zur Re­gis­trie­rung des Si­gnals wird als Re­la­xa­ti­ons­zeit an­ge­ge­ben. Man un­ter­schei­det die lon­gi­tu­di­na­le Re­la­xa­ti­on (T1-Zeit) und die trans­ver­sa­le Re­la­xa­ti­on (T2-Zeit). Die Mes­sung der T1- und T2-Zeit wird als Grund­la­ge für die Bil­der­zeu­gung ge­nutzt: Je nach­dem, wel­che der bei­den Zei­ten um­ge­setzt wird, be­zeich­net man die­se Bil­der als „T1- bzw. T2-ge­wich­tet“. Zu­sätz­lich kön­nen sog. pro­to­nen­ge­wich­te­te Bil­der er­zeugt wer­den.

 

RIS

Abk. für Ra­dio­lo­gie-In­for­ma­ti­ons-Sys­tem; es über­nimmt die EDV-er­fass­te Da­ten­ver­wal­tung. 

RKI

Abk. für Ro­bert-Koch-In­sti­tut; Bun­des­in­sti­tut für In­fek­ti­ons­krank­hei­ten und nicht über­trag­ba­re Krank­hei­ten in Ber­lin so­wie zen­tra­le Über­wa­chungs- und For­schungs­ein­rich­tung.

 

Röntgen-Thorax

Die ge­bräuch­lichs­te rönt­ge­no­lo­gi­sche Un­ter­su­chung, bei der die im Brust­korb (Tho­rax) be­find­li­chen Or­ga­ne dar­ge­stellt wer­den.

Röntgen, Wilhelm Conrad

(* 27. März 1845 in Len­nep, heu­te Stadt­teil von Rem­scheid † 10. Fe­bru­ar 1923 in Mün­chen), deut­scher Phy­si­ker und der Ent­de­cker der nach ihm be­nann­ten Rönt­gen­strah­len und ers­ter No­bel­preis­trä­ger im Jah­re 1901. Sei­ne Ent­de­ckung re­vo­lu­tio­nier­te u. a. die me­di­zi­ni­sche Dia­gnos­tik und führ­te zu wei­te­ren wich­ti­gen Er­kennt­nis­sen des 20. Jahr­hun­derts, z. B. der Ent­de­ckung und Er­for­schung der Ra­dio­ak­ti­vi­tät.

Röntgenanlage

Sam­mel­be­zeich­nung für Rönt­gen­strah­ler, Rönt­gen­ge­ne­ra­tor u. Rönt­ge­n­an­wen­dungs­ge­rä­te (z. B. Bu­cky­tisch, Ras­ter­wand­ge­rät, Durch­leuch­tungs­ge­rät). 

Röntgenbild

bei Durch­strah­lung eines­Kör­pers mit Rönt­gen­strah­lung auf­grund der un­ter­schied­li­chen Ab­sorp­ti­on der durch­strahl­ten Ge­we­be ent­ste­hen­des Schat­ten­bild aus ver­schie­de­nen Grau­ton­ab­stu­fun­gen; kann di­rekt auf ei­nem strah­lungs­em­pf­lind­li­chen Schirm sicht­bar ge­macht od. auf Rönt­gen­fil­men auf­ge­zeich­net wer­den.

Röntgenbremsstrahlung

ent­steht durch die Ab­brem­sung der Elek­tro­nen beim Durch­lau­fen des Me­talls der An­ode: Jede be­schleu­nig­te elek­tri­sche La­dung er­zeugt elek­tro­ma­gne­ti­sche Strah­lung. Die Wel­len­län­ge der Strah­lung hängt da­bei vom Wert der Be­schleu­ni­gung (bzw. Ab­brem­sung) ab, so dass bei hö­he­rer Be­schleu­ni­gungs­span­nung bzw. An­oden­span­nung här­te­re Rönt­gen­strah­lung (en­er­gie­rei­che­re Quan­ten) ent­steht.

Röntgenfilme

in der Rönt­gen­auf­nah­me­tech­nik ver­wen­de­te Fil­me un­ter­schied­li­cher Emp­find­lich­kei­ten, die in ei­ner Film­kas­set­te zwei Ver­stär­ker­fo­li­en be­lich­ten u. haupt­säch­lich durch das Fluo­res­zenz­licht der Ver­stär­ker­fo­li­en ge­schwärzt wer­den.

Röntgenkater

Kopf­schmerz, Schwin­del, Übel­keit nach ei­ner ra­dio­ak­ti­ven Ganz­kör­per­be­strah­lung. 

Röntgenkontrastdarstellung

Dar­stel­lung von Or­ga­nen mit Hil­fe von Rönt­gen­kon­trast­mit­teln. 

Röntgenlinse

ein op­ti­sches Ele­ment, das ein­ge­setzt wird, um Rönt­gen­strah­len zu fo­kus­sie­ren. Ne­ben Rönt­gen­op­ti­ken wie ge­bo­ge­nen Rönt­gen­spie­geln, Viel­schicht­sys­te­men so­wie Fres­nel­zo­nen­plat­ten wer­den dazu re­frak­ti­ve Rönt­gen­lin­sen be­nutzt. 

Röntgenpass

Do­ku­ment, in das der be­han­deln­de Arzt oder Zahn­arzt auf Wunsch des Pa­ti­en­ten In­for­ma­tio­nen zu Rönt­gen­un­ter­su­chun­gen ein­trägt, die am Pa­ti­ent durch­ge­führt wer­den. Der Rönt­gen­pass ent­hält In­for­ma­tio­nen zu Pa­ti­en­ten­da­ten wie Name, Ge­burts­da­tum und Wohn­ort. Bei je­der Un­ter­su­chung trägt der/​die be­han­deln­de Arzt/Ä​rz­tin das Da­tum, die un­ter­such­te Kör­per­re­gi­on, Na­men und Pra­xis­s­tem­pel so­wie Un­ter­schrift ein. Der Pass ver­bleibt beim Pa­ti­en­ten. Strah­len­the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­men wer­den im Rönt­gen­pass nicht ver­merkt. 

Röntgenspektroskopie

Sam­mel­be­zeich­nung für alle spek­tro­sko­pi­schen Ver­fah­ren, die die An­re­gung und Aus­wer­tung der cha­rak­te­ris­ti­schen Ei­gen­strah­lung der Ato­me (Rönt­gen­strah­len) um­fas­sen, um Ein­bli­cke in den in­ne­ren Bau der Ato­me zu ge­win­nen. Rönt­gen­spek­tren wer­den durch Beu­gung an Kris­tall­git­tern be­kann­ter Struk­tur ge­won­nen. Ana­log zur op­ti­schen Spek­tro­sko­pie un­ter­teilt man die Rönt­gen­spek­tro­sko­pie in Emis­si­ons-, Ab­sorp­ti­ons- und Fluo­res­zenz­spek­tro­sko­pie (Rönt­gen­fluo­res­zenz­ana­ly­se); das Ge­setz über das Rönt­ge­n­emis­si­ons­li­ni­en­spek­trum stell­te H. Mo­se­ley auf. 

Röntgenstrahler

tech­ni­sche Vor­rich­tung zur Er­zeu­gung von Rönt­gen­strah­lung für med. od. nicht-me­di­zi­ni­sche Zwe­cke; be­steht aus der Rönt­gen­röh­re u. ei­nem Schutz­ge­häu­se. 

Röntgenstrahlung

zur Pho­to­nen­strah­lung ge­hö­ren­der, von Wil­helm Con­rad Rönt­gen 1895 ent­deck­ter hoch­en­er­ge­ti­scher Be­reich des Spek­trums elek­tro­ma­gne­ti­scher Wel­len.

Röntgenverordnung

Abk. RöV; „Ver­ord­nungüber den Schutz vor Schä­den durch Rönt­gen­strah­len“ vom 08.01.1987; re­gelt u. a. die Be­triebs­vor­aus­set­zung u. Vor­schrif­ten für Rönt­ge­n­an­la­gen, die An­wen­dung von Rönt­gen­strah­len am Men­schen so­wie die Schutz­vor­schrif­ten für be­ruf­lich strah­len­ex­po­nier­te Per­so­nen. Sie ent­hält au­ßer­dem Fest­le­gun­gen zur Qua­li­täts­si­che­rung in der Rönt­gen­dia­gnos­tik. 

Wörter zu S

Scanner

ers­tes nu­kle­ar­me­di­zi­ni­sches Auf­nah­me­ge­rät, das Bil­der er­zeug­te. 

Schilddrüsen-Szintigraphie

nu­kle­ar­me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chung, die Aus­kunft über Funk­ti­on und Ak­ti­vi­tät ein­zel­ner Re­gio­nen der Schild­drü­se gibt.
Sie­he auch Schilddrüsenszintigraphie. 

Schilddrüsenblockade

Um eine Auf­nah­me des 123J oder des frei­en Tech­ne­ti­ums zu ver­mei­den, gibt man dem Pa­ti­en­ten 30 Mi­nu­ten vor der Ap­pli­ka­ti­on des Ra­dio­phar­ma­kons oral Na­tri­um- oder Ka­li­um­per­chlo­rat. 

Schilddrüsenhormon

Die in der Schild­drü­se pro­du­zier­ten Hor­mo­ne sind u. a.:
1. Tri­jodthy­ro­nin (T3),
2. Te­tra­jodthy­ro­nin (T4, Thy­ro­xin). 

Schlaganfall-Diagnose

[engl. stroke] beim Auf­tre­ten muss zu­nächst ge­klärt wer­den, ob es sich um ei­nen Hirn­in­farkt oder eine Hirn­blu­tung han­delt. Meist wird hier eine Com­pu­ter­to­mo­gra­phie des Kop­fes (CCT = cra­nia­les CT) durch­ge­führt. Hirn­blu­tun­gen sind un­mit­tel­bar nach ih­rem Auf­tre­ten im CT er­kenn­bar. Die ers­ten Zei­chen ei­nes Hirn­in­fark­tes zei­gen sich etwa zwei Stun­den nach dem Ge­fäß­ver­schluss. Im CT lässt sich auch be­ur­tei­len, wie groß das be­trof­fe­ne Hirn­are­al und wie ge­fähr­lich der Schlag­an­fall ist. Schlag­an­fäl­le im Be­reich des Hirn­stamms (Hirn­stamm­in­farkt) kön­nen mit ei­ner MRT bes­ser be­ur­teilt wer­den als mit ei­ner CCT. Wich­tig sind in je­dem Fall eine schnel­le Dia­gno­se und ein ra­scher Be­ginn der Be­hand­lung. Je nach Schlag­an­fall­typ fol­gen wei­te­re Un­ter­su­chun­gen, bei­spiels­wei­se die Dar­stel­lung der Blut­ge­fä­ße im Ge­hirn. Durch MR-An­gio­gra­phie und CT-An­gio­gra­phie kön­nen Eng­stel­len, Ge­fäß­ver­schlüs­se, -lecks oder -miss­bil­dun­gen sicht­bar ge­macht wer­den. 

Schnittbildmethode

Ver­fah­ren zur schicht­wei­sen Abb. des Kör­pers in versch. Ebe­nen; Com­pu­ter­to­mo­gra­phie, Kern­spin­to­mo­gra­phie, Ul­tra­schall­dia­gnos­tik. 

Sekretion

Ab­ga­be von Sub­stan­zen durch Drü­sen oder drü­sen­ähn­li­che Zel­len. Die Ab­ga­be die­ser Se­kre­te er­folgt un­will­kür­lich und wird durch das ve­ge­ta­ti­ve Ner­ven­sys­tem so­wie durch Rück­kopp­lungs­me­cha­nis­men, an de­nen teils auch sog. Steu­er­hor­mo­ne be­tei­ligt sind, ge­re­gelt. 

Selbstzuweisung

In­ter­na­tio­nal ein Son­der­fall, kann bild­ge­ben­de Dia­gnos­tik in Deutsch­land auch von Nicht-Ra­dio­lo­gen er­bracht wer­den. Hier­bei han­delt es sich un­ter an­de­rem um Or­tho­pä­den, Chir­ur­gen, Uro­lo­gen, Gy­nä­ko­lo­gen oder In­ter­nis­ten, die im Rah­men ih­rer Aus­bil­dung zum Fach­arzt die so ge­nann­te Fach- und Sach­ge­biets­kun­de er­wor­ben ha­ben, Rönt­gen­strah­lung am Men­schen an­zu­wen­den. Die­se Teil­ra­dio­lo­gen ha­ben das Recht, sich Pa­ti­en­ten selbst zu­zu­wei­sen, das heißt, eine Ar­beits­dia­gno­se zu stel­len und die­se Dia­gno­se mit dem ei­ge­nen Rönt­gen­ge­rät dann auch zu über­prü­fen. In den USA hat die Ame­ri­can Me­di­cal As­so­cia­ti­on (AMA) aus ethi­schen und ju­ris­ti­schen Grün­den emp­foh­len, Selbst­über­wei­sun­gen zur Rönt­gen­dia­gnos­tik grund­sätz­lich zu ver­mei­den, denn es zeig­te sich, dass bei kri­ti­scher Über­prü­fung die­ser Selbst­über­wei­sun­gen zwi­schen 1,7- und 7,7-mal häu­fi­ger ge­röntgt wur­de als in Ver­gleichs­pra­xen, die zu spe­zi­el­len Ra­dio­lo­gen zu­wei­sen müs­sen – und das ohne Ein­schrän­kun­gen bei der Qua­li­tät der me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung.
Sie­he auch Facharztwahl. 

Seldinger-Methode

Punk­ti­on der Ar­te­ri­en zur Ka­the­te­ri­sie­rung. Ent­wi­ckelt 1953 von dem schwe­di­schen Ra­dio­lo­gen Sven-Ivar Sel­din­ger (*19. April 1921, † 21. Fe­bru­ar 1998), um An­gio­gra­phie-Ka­the­ter in Blut­ge­fä­ße ein­zu­brin­gen. 

Sellink-Untersuchung

Rönt­gen­kon­trast­un­ter­su­chung des Dünn­darms nach J. L. Sel­link, wo­bei Kon­trast­mit­tel durch ei­nen Schlauch ver­ab­reicht wird, wel­cher durch die Nase bis in den Dünn­darm vor­ge­scho­ben wird.
Sie­he auch Röntgen – Untersuchung Magen Darm. 

Sialographie

Dar­stel­lung des Gang­sys­tems von Spei­chel­drü­sen mit­tels Rönt­gen­kon­trast­mit­teln. 

Sicherheit bei Diagnosen

Ehr­lich ge­sagt: Es gibt kei­ne hun­dert­pro­zen­ti­ge Si­cher­heit. Aber: Ihr Ra­dio­lo­ge kann heu­te viel dazu bei­tra­gen, eine zu­ver­läs­si­ge Dia­gno­se für Sie zu stel­len. Ne­ben hoch­ent­wi­ckel­ter Me­di­zin­tech­nik mit 3-D-Bild­dar­stel­lung und ih­rer ei­ge­nen Kom­pe­tenz und Er­fah­rung tau­schen sich die Ra­dio­lo­gen im Ra­dio­lo­gie­netz mit Kol­le­gen re­gel­mä­ßig aus und zie­hen in kri­ti­schen Fäl­len Spe­zia­lis­ten zu Rate. Die­se frei­wil­li­gen Mehr­fach­be­fun­dun­gen er­hö­hen die Zu­ver­läs­sig­keit der Dia­gno­sen. So gibt es Stu­di­en aus dem Mam­mo­gra­phie-Scree­ning, die be­wei­sen, dass die Dia­gno­se­si­cher­heit durch die in die­ser Rei­hen­un­ter­su­chung ob­li­ga­to­ri­sche Dop­pel­be­fun­dung um 15 Pro­zent ver­bes­sert wird. 

Single-Photon-Emissions-Computer-Tomographie

Abk. SPECT; Un­ter­su­chungs­tech­nik, mit der sich der Stoff­wech­sel ver­schie­de­ner Or­ga­ne gra­fisch dar­stel­len lässt. Dem Pa­ti­en­ten wer­den da­bei ra­dio­ak­ti­ve Sub­stan­zen (Tra­cer) vor der Un­ter­su­chung ge­spritzt. Sie ver­tei­len sich im Kör­per und rei­chern sich im zu un­ter­su­chen­den Or­gan an. Mit ei­ner Spe­zi­al­ka­me­ra wird die Strah­lung, die vom Ge­we­be aus­geht, ge­mes­sen. Die Mess­er­geb­nis­se wer­den zu ei­nem drei­di­men­sio­na­len Bild zu­sam­men­ge­setzt.
Sie­he auch Nuklearmedizin – Grundlagen und Technik.

Skelettszintigraphie

nu­kle­ar­me­di­zi­ni­sches Ver­fah­ren (Szin­ti­gra­phie), mit dem die Stoff­wech­sel­ak­ti­vi­tät des Kno­chen­ge­we­bes dar­ge­stellt wer­den kann. Me­ta­sta­sen in den Kno­chen wer­den da­mit i. d. R. frü­her ent­deckt als mit ei­ner Rönt­gen­auf­nah­me.
Sie­he auch Skelettszintigraphie. 
 

Sonographie

auch Echo­gra­phie oder um- gangs­sprach­lich Ul­tra­schall­dia­gnos­tik.
Sie­he auch Sonographie. 

SPECT

Abk. für Sin­gle-Pho­ton-Emis­si- ons-Com­pu­ter-To­mo­gra­phie. 

Spulen

fes­te Be­stand­tei­le des MRT sind Sen­de- und Emp­fangs­spu­len zum Ein­sen­den und Emp­fan­gen von Ra­dio­wel­len. Zu­sätz­li­che Spu­len (Gra­di­en­ten­s­pu­len) kön­nen das Ma­gnet­feld in jede be­lie­bi­ge Rich­tung leicht ver­än­dern und die­nen der Aus­wahl der Schnitt­ebe­nen, in de­nen die Bil­der ge­macht wer­den. Durch ihre Um­schal­tun­gen wer­den die lau­ten Ge­räu­sche wäh­rend der MR-Mes­sun­gen ver­ur­sacht. 

Staging

[engl. sta­ge] Sta­di­um. Vor, wäh­rend und nach ei­ner The­ra­pie muss ex­akt un­ter­sucht wer­den, wie weit eine Er­kran­kung sich im Kör­per aus­ge­brei­tet hat, denn da­nach rich­tet sich die durch­zu­füh­ren­de The­ra­pie. Im Fach­jar­gon heißt das „Sta­ging“. Hier­zu kön­nen ver­schie­de­ne ra­dio­lo­gi­sche Un­ter­su­chungs­me­tho­den zum Ein­satz kom­men. 

Stent

ein me­di­zi­ni­sches Im­plan­tat, das in be­stimm­te tu­bu­lä­re Or­gan­struk­tu­ren ein­ge­bracht wird, um ihre Wand rings­um ab­zu­stüt­zen. Es han­delt sich um ein klei­nes Git­ter­ge­rüst in Röhr­chen­form aus Me­tall oder Kunst­stoff. Ver­wen­dung fin­den Stents zum ei­nen in Blut­ge­fä­ßen, spe­zi­ell den Herz­kranz­ge­fä­ßen, um nach de­ren Auf­deh­nung (PTCA) ei­nen er­neu­ten Ver­schluss zu ver­hin­dern; eine sol­che Be­hand­lung wird als Stent­an­gio­plas­tie be­zeich­net. Zum an­de­ren die­nen Stents in der Krebs­be­hand­lung dazu, durch bös­ar­ti­ge Tu­mo­ren ver­ur­sach­te Ver­en­gun­gen von Atem­we­gen (Luft­röh­re), Gal­len­we­gen oder der Spei­se­röh­re nach ei­ner Auf­deh­nung of­fen­zu­hal­ten.

Strahlenangst

Vie­le Men­schen ha­ben Angst vor den kör­per­li­chen Schä­den, die bei der An­wen­dung von Rönt­gen­strah­lung bei Un­ter­su­chun­gen oder The­ra­pi­en ent­ste­hen kön­nen. Sie be­fürch­ten Ver­än­de­run­gen des Erb­guts oder Krebs­krank­hei­ten. Tat­sa­che ist: Vie­le ra­dio­lo­gi­sche Un­ter­su­chungs­ver­fah­ren ar­bei­ten mit Rönt­gen­strah­len, die mit ei­ner ge­rin­gen Strah­len­be­las­tung und ent­spre­chen­dem Ri­si­ko ver­bun­den sind. Die­se Ver­fah­ren soll­ten nur dann durch­ge­führt wer­den, wenn sie zu dia­gnos­ti­schen Aus­sa­gen füh­ren, die nicht auch gleich­wer­tig mit al­ter­na­ti­ven strah­lungs­frei­en Un­ter­su­chun­gen (z. B. Ul­tra­schall oder MRT) ge­won­nen wer­den kön­nen. Die Ent­wick­lung geht aber auch hier in die Rich­tung, dass die neue­ren Ge­rä­te im­mer schnel­ler, leis­tungs­fä­hi­ger und da­bei strah­lungs­är­mer sind. So kann man die Strah­len­be­las­tung ei­ner Mam­mo­gra­phie heu­te ver­glei­chen mit der Strah­len­be­las­tung, der man auf ei­nem Trans­at­lan­tik­flug aus­ge­setzt ist. Zum Schutz von Pa­ti­en­ten und Ärz­ten sieht die neue Rönt­gen­ver­ord­nung eine Ab­wä­gung des Nut­zens ge­gen­über dem Ri­si­ko bei je­der ein­zel­nen Auf­nah­me vor, jede Un­ter­su­chung muss ärzt­lich ge­recht­fer­tigt („in­di­ziert“) sein. Recht­fer­ti­gen­de In­di­ka­ti­on.
Sie­he auch Ihre Fragen zum Strahlenschutz.

Strahlenbelastung

sie­he Strah­len­ex­po­si­ti­on. 

Strahlendosis

Do­sis an io­ni­sie­ren­der Strah­lung. 

Strahlenexposition

Syn. Strah­len­be­las­tung.Je­der Mensch ist ei­ner na­tür­li­chen Strah­len­be­las­tung aus­ge­setzt. In Deutsch­land be­trägt die mitt­le­re na­tür­li­che Strah­len­ex­po­si­ti­on etwa 2,1 mSv/​Jahr. Beim Ein­satz von Rönt­gen­strah­len kommt es zur Be­las­tung mit io­ni­sie­ren­der Strah­lung. Sie kann in hö­he­rer Do­sis bös­ar­ti­ge Neu­bil­dun­gen (Krebs) oder Miss­bil­dun­gen beim Un­ge­bo­re­nen ver­ur­sa­chen. Die­se ge­si­cher­ten Tat­sa­chen wur­den al­ler­dings bei Do­sis­wer­ten von >200 mSv ge­won­nen. Sol­che Do­sis­wer­te kom­men in der Rönt­gen­dia­gnos­tik üb­li­cher­wei­se nicht vor und wür­den mehr als 20 Com­pu­ter­to­mo­gra­phi­en (CT) des Brust­korbs (Tho­rax) ent­spre­chen. Wie sich die Strah­len­be­las­tun­gen mit ge­rin­ge­rer Do­sis auf die Ge­sund­heit aus­wir­ken, dar­über gibt es nur Ver­mu­tun­gen und Denk­mo­del­le. Nach dem heu­ti­gen Stand der Wis­sen­schaft wird da­von aus­ge­gan­gen, dass auch hier Schä­den nicht ganz aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen. Es be­steht dem­nach ein ge­rin­ges Ri­si­ko. Strah­len­angst. 

Strahlenhärte

Syn. Strah­len­qua­li­tät. 

Strahlenqualität

allg. Strah­len­phy­sik; Be­griff zur Cha­rak­te­ri­sie­rung io­ni­sie­ren­der Strah­lung hin­sicht­lich ih­rer Durch­drin­gungs­fä­hig­keit u. da­mit ih­rer biol. Wir­kung. 

Strahlenschäden

pa­thol. Fol­ge­er­schei­nun­gen nach Ein­wir­kung io­ni­sie­ren­der Strah­lung auf den mensch­li­chen Or­ga­nis­mus; zu un­ter­schei­den sind schon durch kleins­te Strah­len­do­sen in­du­zier­ba­re on­ko­ge­ne u. mu­ta­ge­ne Ef­fek­te u. die von ei­nem be­stimm­ten Do­sis­schwel­len­wert an nach­weis­ba­ren so­ma­ti­schen Strah­len­schä­den. 

Strahlenschutz

Schutz von Per­so­nen, Sach­gü­tern u. Um­welt vor schä­di­gen­der Ein­wir­kung ra­dio­ak­ti­ver Stof­fe u. io­ni­sie­ren­der Strah­lung; Schutz vor ex­ter­ner Be­strah­lung er­folgt durch Ab­schir­mung der Strah­len­quel­le u. Be­schrän­kung des Zu­gangs, Ein­hal­tung aus­rei­chen­den Ab­stands so­wie Be­gren­zung der Ex­po­si­ti­ons­dau­er. Sie­he auch Ihre Fragen zum Strahlenschutz.

Strahlenschutzkleidung

blei­hal­ti­ge Gum­miklei­dung (Schür­zen, Hand­schu­he, Go­na­den­schutz­schil­de), die das Per­so­nal so­wie die nicht un­ter­such­ten Kör­per­tei­le des Pa­ti­en­ten vor Rönt­gen­strah­lung, v. a. der Streu­strah­lung, schüt­zen sol­len. 

Strahlenschutzverordnung

Abk. StrlSchV; „Ver­ord­nung über den Schutz vor Schä­den durch io­ni­sie­ren­de Strah­len“ in der Fas­sung vom 30.06.1989; Rechts­ver­ord­nung, die auf­grund des Atom­ge­set­zes er­las­sen wur­de; re­gelt alle not­wen­di­gen Maß­nah­men zum Schutz von Per­so­nen, Sach­gü­tern u. der Um­welt vor den Ge­fah­ren durch io­ni­sie­ren­de Strah­lung (Aus­nah­me: Rönt­gen­strah­lung; hier gilt die Rönt­gen­ver­ord­nung). 
Sie­he auch Röntgen – Grundlagen und Technik. 

Strahlentherapie

auch Strah­len­heil­kun­de; Ra­dio­the­ra­pie, Ra­di­oon­ko­lo­gie ist das me­di­zi­ni­sche Fach­ge­biet, das sich mit der me­di­zi­ni­schen An­wen­dung von io­ni­sie­ren­der Strah­lung auf den Men­schen und auf Tie­re be­schäf­tigt, um Krank­hei­ten zu hei­len oder de­ren Fort­schrei­ten zu ver­zö­gern.
Sie­he auch Strahlenbehandlung oder Therapie.

Szintigraphie

nu­kle­ar­me­di­zi­ni­sches, bild­ge­ben­des Ver­fah­ren un­ter Verw. mög­lichst kurz­le­bi­ger Ra­dio­nu­kli­de bzw. Ra­dio­phar­ma­ka, die sich nach In­kor­po­ra­ti­on in den zu un­ter­su­chen­den Or­ga­nen od. Ge­we­ben (z. B. Tu­mo­ren) ent­we­der re­la­tiv se­lek­tiv an­rei­chern od. nicht ge­spei­chert wer­den. Die räum­li­che Ver­tei­lungs­dich­te der aus dem Kör­per aus­tre­ten­den emit­tier­ten Strah­lung kann mit entspr. Re­gis­trier­ein­rich­tun­gen als zwei­di­men­sio­na­les Szin­ti­gramm re­gis­triert wer­den. 

Wörter zu T

T1- und T2-Wichtung

Als Wich­tun­gen be­zeich­net man tech­nisch un­ter­schied­li­che Ana­ly­sen der Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se bei der Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie. Je nach­dem, ob man im Pro­gramm oder auf dem Aus­wer­tungs­bild­schirm T1- oder T2-Wich­tung be­nutzt, kann man ge­wis­se Ge­we­be­ty­pen (z. B. Fett oder Flüs­sig­kei­ten) bes­ser dar­stel­len. sie­he auch Re­la­xa­ti­on 

Technetium

chem. Zei­chen Tc; das Toch­ter­nu­klid 99mTc ent­steht aus dem Mut­ter­nu­klid 99Mo (Mo­lyb­dän) im Mo­lyb­dän-Ge­ne­ra­tor. Es be­sitzt eine En­er­gie von 140 keV und eine phy­si­ka­li­sche Halb­werts­zeit von 6 Stun­den. Es ist in der nu­kle­ar­me­di­zi­ni­schen Dia­gnos­tik das am meis­ten ver­wen­de­te Ra­dio­nu­klid.

Technetium-Uptake

pro­zen­tua­le Be­stim­mung der in die Schild­drü­se auf­ge­nom­me­nen Men­ge an Per­tech­ne­tat (99mTc-TcO4-).

Technologischer Fortschritt

Im Rhyth­mus von etwa drei Jah­ren kom­men neue me­di­zin­tech­ni­sche Ge­rä­te auf den Markt. Im­mer leis­tungs­fä­hi­ger, strah­lungs­är­mer und kom­for­ta­bler wer­den die Un­ter­su­chungs­ge­rä­te. Trotz der Vor­tei­le kom­men nicht alle mo­derns­ten Dia­gno­se­ver­fah­ren flä­chen­de­ckend zum Ein­satz. Grund: die ho­hen Kos­ten. Das Ra­dio­lo­gie­netz ver­han­delt mit der In­dus­trie, um die An­schaf­fungs­kos­ten zu sen­ken und die War­tungs- und Un­ter­hal­tungs­kos­ten, die auch im 6-stel­li­gen Be­reich lie­gen, zu mi­ni­mie­ren. Ziel ist es, ge­mein­sam da­für zu sor­gen, dass trotz des Kos­ten­drucks die Vor­tei­le des tech­no­lo­gi­schen Fort­schritts den Pa­ti­en­ten zu­gu­te kom­men. 

Teilgebietsradiologie

Selbst­zu­wei­sung.
Sie­he auch Facharztwahl. 

Teleradiologie

Un­ter­su­chung ei­nes Men­schen mit Rönt­gen­strah­lung un­ter der Ver­ant­wor­tung ei­nes Arz­tes nach § 24 Abs.1 Nr.1 Rönt­gen­ver­ord­nung, der sich nicht am Ort der tech­ni­schen Durch­füh­rung be­fin­det und der mit­hil­fe elek­tro­ni­scher Da­ten­über­tra­gung und Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on ins­be­son­de­re zur recht­fer­ti­gen­den In­di­ka­ti­on und Be­fun­dung un­mit­tel­bar mit den Per­so­nen am Ort der tech­ni­schen Durch­füh­rung in Ver­bin­dung steht.
Sie­he auch Computer in der Radiologie.

Tesla

ab­ge­lei­te­te SI-Ein­heit für die ma­gne­ti­sche Fluss­dich­te oder In­duk­ti­on. Die Ein­heit wur­de im Jah­re 1960 auf der Con­fé­rence Ge­ne­ral des Po­ids et Me­su­res (CGPM) in Pa­ris nach Ni­ko­la Tes­la be­nannt.

Thyreoiditis

Ent­zün­dung der Schild­drü­se.

Thyroxin

Schild­drü­sen­hor­mon, auch Te­tra­jodthy­ro­nin oder T4 ge­nannt. 

Tomographie

Zu­sam­men­fas­sung ver­schie­de­ner bild­ge­ben­der Ver­fah­ren, mit de­nen die räum­li­che Struk­tur ei­nes Ob­jek­tes er­mit­telt wer­den kann, in­dem vo­lu­me­tri­sche, tie­fen­auf­ge­lös­te In­for­ma­ti­on dar­ge­stellt wird. Er­zeugt wird eine To­mo­gra­phie meist, in­dem das Ob­jekt in ei­ner Se­rie par­al­le­ler Quer­schnitt­bil­der ab­ge­tas­tet wird. In der ra­dio­lo­gi­schen Pra­xis fin­det man die Com­pu­ter­to­mo­gra­phie und die Kern­spin- bzw. Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie. 

Tracer

meist ra­dio­ak­tiv mar­kier­te phy­sio­lo­gi­sche Sub­stanz, die nach Ein­brin­gung in le­ben­de Or­ga­nis­men ver­schie­dens­te Un­ter­su­chun­gen er­mög­licht od. er­leich­tert, ohne da­bei die na­tür­li­chen Kör­per­funk­tio­nen zu be­ein­flus­sen. 

Trauma

1. Ver­let­zung, Ge­walt­ein­wir­kung auf den Or­ga­nis­mus,
2. see­li­scher Scha­den, Schock. 

Tumor

Ge­schwulst, eine Ge­we­be­mas­se, die durch über­mä­ßi­ges Zell­wachs­tum ent­steht. Tu­mo­ren ha­ben kei­ne sinn­vol­le Funk­ti­on, sie kön­nen so­wohl gut­ar­tig (be­ni­g­ne) als auch bös­ar­tig (ma­li­gne) sein, der Be­griff ist in der Me­di­zin völ­lig wert­neu­tral. 

Tumormarker

Stof­fe, die bei Ent­ste­hung und Wachs­tum von ei­ni­gen Tu­mo­ren pro­du­ziert wer­den. 
Wörter zu U

Überweisung 

Über­sen­dung ei­nes Pa­ti­en­ten zu ei­nem an­de­ren Arzt (meist Fach­arzt) zum Zwe­cke der Wei­ter­be­treu­ung und -be­hand­lung. 

Ultraschall

Schwin­gun­gen mit ei­ner Fre­quenz von 20 kHz bis 10 GHz (ober­halb der menschl. Hör­gren­ze); wird dia­gn. zur Sicht­bar­ma­chung von Kör­per­struk­tu­ren un­ter­schied­li­cher Dich­te mit Hil­fe des um­ge­kehr­ten pie­zo­elek­tri­schen Ef­fekts ge­nutzt oder the­rap. bei Er­kran­kun­gen des Be­we­gungs­ap­pa­ra­tes, ins­be­son­de­re post­trau­mat. Ver­än­de­run­gen u. rheu­mat. Er­kran­kun­gen, an­ge­wen­det. 

Ultraschalldiagnostik

auch So­no­gra­phie, dia­gn. Ver­fah­ren mit Anw. von Ul­tra­schall, als Im­puls­echo- oder Dau­er­schall­ver­fah­ren.
Sie­he auch Ultraschall (Sonographie).

Unnötige Untersuchungen

Die Ra­dio­lo­gen im Ra­dio­lo­gie­netz wol­len die Zu­sam­men­ar­beit mit ih­ren Kol­le­gen an­de­rer Fach­be­rei­che ver­bes­sern. Ein wich­ti­ges The­ma sind da­bei Mehr­fach­un­ter­su­chun­gen, die für Pa­ti­en­ten un­an­ge­nehm sind und das Ge­sund­heits­we­sen kos­ten­sei­tig be­las­ten. Um dem vor­zu­beu­gen, ha­ben sie ei­nen Rat­ge­ber für über­wei­sen­de Ärzte und in­ter­es­sier­te Lai­en ent­wi­ckelt, der er­läu­tert, wel­che ra­dio­lo­gi­schen Ver­fah­ren am bes­ten für be­stimm­te me­di­zi­ni­sche Fra­ge­stel­lun­gen ge­eig­net sind. Er ba­siert auf den eu­ro­päi­schen Leit­li­ni­en zur An­for­de­rung von bild­ge­ben­den Ver­fah­ren und wur­de 2007 von der Stif­tung Ge­sund­heit mit dem Gü­te­sie­gel aus­ge­zeich­net; sie­he auch An­for­de­rungs­ratge­ber. 

Untersuchungsablauf

Um eine schnel­le und vor al­lem ge­lun­ge­ne Un­ter­su­chung zu ge­währ­leis­ten, hält man sich in der Pra­xis an be­stimm­te Un­ter­su­chungs­ab­läu­fe. 

Uptake

Auf­nah­me ei­nes Ra­dio­nu­klids und des­sen An­rei­che­rung in ei­nem be­stimm­ten Or­gan; wich­ti­ge Mess­grö­ße der nu­kle­ar­me­di­zi­ni­schen Funk­ti­ons­dia­gnos­tik. 

Urographie

Dar­stel­lung der Nie­ren so­wie der ab­lei­ten­den Harn­we­ge durch die in­tra­ve­nö­se Gabe jod­hal­ti­ger Kon­trast­mit­tel. Die­se wer­den über eine Ve­nen­ver­weil­ka­nü­le in eine Arm­ve­ne ge­spritzt und nach ei­ni­gen Mi­nu­ten be­reits über die Nie­ren aus­ge­schie­den. Die Jo­da­to­me des Kon­trast­mit­tels füh­ren zu ei­ner er­höh­ten Ab­sorp­ti­on von Rönt­gen­strah­len und da­mit zu ei­ner er­höh­ten Dich­te, so dass we­ni­ger Strah­lung den Film er­reicht und zur Bild­ge­bung her­an­ge­zo­gen wer­den kann. Wo sich Kon­trast­mit­tel be­fin­det, bleibt das Rönt­gen­bild also weiß. Der Arzt kann da­durch die Nie­ren ab­gren­zen und den Ver­lauf der Harn­lei­ter bis zur Bla­se se­hen.

Wörter zu V

Verdienst des Radiologen

Ger­ne ver­öf­fent­li­chen Me­di­en Ver­dienst­ta­bel­len von Me­di­zi­nern, in de­nen die Fach­grup­pe der Ra­dio­lo­gen meist zu den Spit­zen­rei­tern ge­hört. Das ist ir­re­füh­rend, weil vom Ver­dienst im Ver­gleich zu an­de­ren Arzt­grup­pen deut­lich hö­he­re Schul­den ge­tilgt, Zin­sen ge­zahlt und Ver­si­che­run­gen be­dient wer­den müs­sen. Was vie­le nicht wis­sen: Die er­ziel­ten Er­trä­ge flie­ßen zu ei­nem Groß­teil wie­der in die ra­dio­lo­gi­schen Pra­xen zu­rück. Die im­mer kür­ze­ren In­no­va­ti­ons­zy­klen in der Me­di­zin­tech­nik ver­lan­gen kon­ti­nu­ier­li­che Er­satz­in­ves­ti­tio­nen in die ra­dio­lo­gi­sche High­tech. So in­ves­tiert ein Ra­dio­lo­ge bei­spiels­wei­se ca. 1,5 Mio. € bei der An­schaf­fung ei­nes Kern­spin­to­mo­gra­phen. Gleich­zei­tig er­hält er durch­schnitt­lich nur 130 € je MRT- und nur 20 € je Rönt­gen-Un­ter­su­chung. Das ist we­ni­ger als man­cher Hand­wer­ker bei glei­cher Ar­beits­zeit und ge­rin­ge­rer In­ves­ti­ti­on ver­dient. Die Un­ter­su­chun­gen für Kas­sen­pa­ti­en­ten sind schon lan­ge de­fi­zi­tär. Gleich­zei­tig trei­ben In­fla­ti­on, In­no­va­ti­on und Bü­ro­kra­tie­an­for­de­run­gen die Kos­ten ste­tig nach oben.

Verfahren, bildgebende

Be­zeich­nung für ap­pa­ra­ti­ve Un­ter­su­chungs­ver­fah­ren, mit de­ren Hil­fe Struk­tu­ren des mensch­li­chen Or­ga­nis­mus dar­ge­stellt wer­den kön­nen u. die v. a. in der Dia­gnos­tik krank­heits­be­ding­ter mor­pho­lo­gi­scher Ver­än­de­run­gen an­ge­wen­det wer­den; z. B. Ul­tra­schall- u. Rönt­gen­dia­gnos­tik, Ther­mo­gra­phie, Xe­ro­gra­phie, Szin­ti­gra­phie, PET, CT, MRT. 

Vergütung

Die Ver­gü­tung der Leis­tun­gen nie­der­ge­las­se­ner Ärzte er­gibt sich bei ge­setz­lich ver­si­cher­ten Pa­ti­en­ten aus der Leis­tungs­be­wer­tung der Ge­büh­ren­ord­nung (EBM = Ein­heit­li­cher Be­wer­tungs­maß­stab) und dem jähr­lich neu fest­zu­le­gen­den ein­heit­li­chen Ori­en­tie­rungs­punkt­wert. Da­bei er­gibt sich das Ho­no­rar­vo­lu­men, das der Ra­dio­lo­ge im Quar­tal ma­xi­mal er­zie­len kann, aus der Zahl der ab­ge­rech­ne­ten Fäl­le im Vor­jahr und dem durch­schnitt­li­chen Fall­wert sei­ner Arzt­grup­pe. Hat der Ra­dio­lo­ge mehr Zu­lauf als im Vor­jahr, er­hält er für die­se zu­sätz­li­chen Leis­tun­gen nur eine Ver­gü­tung von ca. 10 % des nor­ma­len Ho­no­rars. Eine Zu­nah­me der Un­ter­su­chun­gen bei al­len Ra­dio­lo­gen führt auf Grund der Be­gren­zung des Ho­no­rars nicht zu Mehr­ver­gü­tung, son­dern zu ei­nem Ab­sin­ken des Fall­werts. Für eine Fach­grup­pe mit be­son­ders ho­hen In­ves­ti­tio­nen (Groß­ge­rä­te) und ho­hem Per­so­nal­ein­satz ist die­ses Ver­fah­ren nicht un­pro­ble­ma­tisch! Eine Ver­än­de­rung hin zu mehr Be­re­chen­bar­keit ist des­halb eine drin­gen­de For­de­rung der nie­der­ge­las­se­nen Ra­dio­lo­gen.

Vertrauen in ihren Radiologen

Den Arzt des Ver­trau­ens zu fin­den, ist nicht im­mer leicht. Als me­di­zi­ni­sche Lai­en kön­nen Pa­ti­en­ten die Qua­li­tät ih­res Ra­dio­lo­gen nur be­dingt be­ur­tei­len und müs­sen sich ent­spre­chend ver­trau­ens­voll in die Hän­de von Ärz­ten be­ge­ben, die sie vor­her gar nicht kann­ten. Wel­che Kri­te­ri­en soll­ten Pa­ti­en­ten an­le­gen bei der Aus­wahl des für sie rich­ti­gen Ra­dio­lo­gen? Aus­wahl des Ra­dio­lo­gen. 

Virtuelle Koloskopie

(nicht-in­va­si­ve) Un­ter­su­chung des Co­lons (Dick­darms) mit dem Com­pu­ter­to­mo­gra­phen (CT) zur Früh­er­ken­nung von Dick­darm­krebs.
Sie­he auch Flyer – Früherkennung von Dickdarmkrebs. 

Virtuelle Techniken

Hier­un­ter ver­steht man den Ein­satz von Com­pu­tern zur Si­mu­la­ti­on der Dar­stel­lung vom In­ne­ren des Men­schen und von Ein­grif­fen in den mensch­li­chen Kör­per. Die ra­san­te Ent­wick­lung in der Me­di­zin­tech­nik er­mög­licht im­mer prä­zi­se­re Bli­cke ins In­ne­re des Men­schen. Durch Image Fu­si­on wer­den Bil­der aus ver­schie­de­nen Mo­da­li­tä­ten über­ein­an­der ge­legt. Com­pu­ter er­rech­nen aus den ge­mes­se­nen Da­ten die Bil­der aus dem Kör­per­in­ne­ren. Kleins­te Struk­tu­ren kön­nen hoch auf­ge­löst und in kur­zer Zeit in 3-D-Re­kon­struk­tio­nen sicht­bar ge­macht wer­den. In vie­len Fäl­len kann heu­te schon ganz auf ri­si­ko­rei­che, in­va­si­ve Ein­grif­fe und Ver­fah­ren (z. B. Herz­ka­the­ter oder Ge­we­be­ent­nah­me) in den Kör­per ver­zich­tet wer­den. Bei­spie­le für vir­tu­el­le Tech­ni­ken in der Ra­dio­lo­gie sind die vir­tu­el­le Ko­lo­sko­pie, die vir­tu­el­le Bron­cho­sko­pie, die MR-An­gio­gra­phie oder auch die MR-Spek­tro­sko­pie der Pro­sta­ta. 

Vorsorge

(Pro­phy­la­xe oder auch Prä­ven­ti­on P wie Prä­ven­ti­on) Maß­nah­men zur Vor­beu­gung von Er­kran­kun­gen. Ein klas­si­sches Fach­ge­biet der Me­di­zin, wel­ches sich fast aus­schließ­lich mit Vor­sor­ge und Ver­mei­den von Er­kran­kun­gen be­fasst, ist z. B. die Ar­beits­me­di­zin. 

Wörter zu W

Weiche Strahlung

Be­zeich­nung für Rönt­gen­strah­lung mit Er­zeu­gungs­span­nung un­ter 100 kV. 

Wohl des Patienten

Ziel der Be­mü­hun­gen der Ra­dio­lo­gen ist es, die Ge­sund­heit ih­rer Pa­ti­en­ten mög­lichst lan­ge zu er­hal­ten, Krank­hei­ten mög­lichst früh zu ent­de­cken und mög­lichst wir­kungs­voll und nach­hal­tig zu the­ra­pie­ren. Doch nicht al­les, was die Dia­gno­se­tech­nik heu­te schon bie­tet, kann der Pa­ti­ent be­kom­men, da die Kran­ken­ver­si­che­run­gen nicht in der Lage sind, den vor­han­de­nen me­di­zi­ni­schen Fort­schritt zu be­zah­len. Durch die Übe­r­al­te­rung un­se­rer Ge­sell­schaft wird das Pro­blem in den nächs­ten Jah­ren si­cher nicht klei­ner. Die Kon­se­quenz für Sie ist, dass Sie Ihre Ge­sund­heit mehr und mehr selbst mit­fi­nan­zie­ren müs­sen, die Kon­se­quenz für die nie­der­ge­las­se­ne Ra­dio­lo­gie ist, dass wir wei­ter­hin den Be­weis an­tre­ten wer­den, dass wir mit nur 3% der Ge­sund­heits­kos­ten ei­nen ho­hen me­di­zi­ni­schen Nut­zen pro­du­zie­ren kön­nen zum Woh­le der Ge­sell­schaft und des ein­zel­nen Pa­ti­en­ten. 

Wörter zu X

X-Strahlen

ur­sprüng­lich von W. C. Rönt­gen ge­wähl­te, in vie­len Län­dern noch üb­li­che Be­zeich­nung für die von ihm ent­deck­te u. spä­ter nach ihm be­nann­te Rönt­gen­strah­lung.

Xeroradiographie

auch Xe­ro­mam­mo­gra­phie; Al­ter­na­ti­ve zur her­kömm­li­chen Rönt­gen­un­ter­su­chung. Die Rönt­gen­bil­der wer­den auf Fo­to­pa­pier ent­wi­ckelt und kön­nen ohne Hilfs­mit­tel be­trach­tet wer­den. 

Wörter zu Z

Zählohr

De­tek­tor zum Nach­weis und zur Mes­sung io­ni­sie­ren­der Strah­lung. 

Zyste

ein durch ein Epi­t­hel (Häut­chen) ab­ge­schlos­se­ner Ge­we­be­hohl­raum, der aus meh­re­ren Kam­mern be­ste­hen kann und ei­nen flüs­si­gen In­halt be­sitzt. Die Zys­te kann ver­schie­de­ne Ur­sa­chen ha­ben und die Flüs­sig­keit in ihr Ge­web­s­was­ser (in­ter­sti­ti­el­le Flüs­sig­keit), Blut oder Ei­ter sein. 

Zytostatika

na­tür­li­che od. syn­the­ti­sche Sub­stan­zen, die das Zell­wachs­tum bzw. die Zell­tei­lung hem­men. Sie wer­den vor al­lem zur Be­hand­lung von Krebs ein­ge­setzt.