Moderne Prostatadiagnostik

Prostata-Diagnostik per multi-parametrischer MRT (mpMRT)

Die multiparametrische MRT ermöglicht eine detaillierte Untersuchung der Prostata – ohne Röntgenstrahlung. Sie kann dabei helfen, auffällige Veränderungen frühzeitig zu erkennen und unnötige Biopsien zu vermeiden. 

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Zahlen & Fakten: Prostatakrebs

Daten vom Robert-Koch-Institut (RKI) zeigen: Jährlich erkranken knapp 80.000 Männer hierzulande an Prostatakrebs. Damit liegt die Erkrankung nach Lungenkrebs an zweiter Stelle der Krebs-Todesursachen bei Männern. Wird der Krebs früh erkannt und ist er rein auf die Prostata begrenzt, bestehen sehr gute Chancen auf eine vollständige Heilung. Auch wenn sich bereits Metastasen gebildet haben, lässt sich das Tumorwachstum mit modernen Therapien oft über Jahre bremsen und eine gute Lebensqualität erhalten.

Kurz & knapp: mpMRT

Die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) der Prostata ermöglicht eine sehr genaue Darstellung der Prostata und kann verdächtige Veränderungen sichtbar machen, bevor sie Beschwerden verursachen. Sie dient vor allem dazu, klinisch relevante Prostatakarzinome frühzeitig zu erkennen und unnötige Gewebeentnahmen zu vermeiden. Prostata-Untersuchungen mittels mpMRT haben sich insbesondere seit den 2010er-Jahren als wichtiger Bestandteil der modernen Prostatadiagnostik etabliert. 

Für wen ist die Untersuchung sinnvoll?

Zielgruppe

Eine multiparametrische MRT der Prostata kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs besteht oder auffällige Befunde genauer abgeklärt werden sollen. Ob eine mpMRT im individuellen Fall empfehlenswert ist, sollte ärztlich abgeklärt werden. 

Für die Allgemeinbevölkerung besteht derzeit kein gesetzliches MRT-Screening-Programm, in begründeten Fällen übernehmen gesetzliche Krankenkassen aber die Untersuchungskosten. Die Häufigkeit der Untersuchung richtet sich individuell nach Alter, Risikoprofil und ärztlicher Empfehlung.  

Männer mit erhöhtem PSA-Wert

Die mpMRT kann helfen, auffällige Bereiche in der Prostata genauer zu beurteilen. 

Männer mit familiärer Belastung für Prostatakrebs

Bei familiärer Vorbelastung kann eine gezielte und frühzeitige Abklärung sinnvoll sein. 

Männer mit auffälligem Tastbefund

Die mpMRT kann auffällige Befunde genauer darstellen und zusätzliche Informationen liefern. 

Patienten zur weiteren Abklärung vor einer geplanten Biopsie

Die mpMRT kann verdächtige Bereiche genauer lokalisieren und so eine gezielte Gewebeentnahme unterstützen.

Kurzbeschreibung der Untersuchung

Die rund 30 bis 40 Minuten dauernde Untersuchung erfolgt in einem MRT-Gerät; also ohne Röntgenstrahlen. Hochauflösende Bilder und spezielle Messverfahren ermöglichen die Beurteilung auffälliger Areale innerhalb der Prostata. In vielen Fällen erhalten Sie zusätzlich ein Kontrastmittel. 

Vorbereitung auf die Untersuchung 

Tragen Sie bequeme Kleidung ohne Metallbestandteile und verzehren Sie einige Stunden vorher keine allzu schweren Mahlzeiten, sondern bevorzugen Sie eher leichte Kost. Vor der Untersuchung fragt das radiologische Team mögliche Gegenanzeigen für eine MRT ab (z. B. bestimmte Herzschrittmacher oder Metallimplantate).

Patient liegt auf dem Rücken und wird in ein MRT geschoben
Aussagekraft der Untersuchung

Anwendbarkeit und Grenzen der Untersuchung

Bei erhöhten PSA-Werten oder einem auffälligen Tastbefund hilft die multiparametrische Prostata-MRT, klinisch relevante Prostatakarzinome zu erkennen und dabei unnötige Biopsien zu vermeiden. Bei sehr kleinen oder schwer erkennbaren Tumoren stößt das Verfahren jedoch an seine Grenzen.

Was spricht für eine Prostata-Diagnostik mittels mpMRT?

Vor allem zwei große Studien (PROMIS-Studie und PRECISION-Studie) belegen die Diagnose-Erfolge dieser Prostata-Untersuchung. Die PROMIS-Studie ergab eine Sensitivität von 93 Prozent für klinisch signifikante Prostatakarzinome und das Vermeiden unnötiger Biopsien. Die PRESISION-Studie hingegen zeigte, dass eine MRT-gesteuerte Biopsie-Strategie mehr klinisch relevante Tumoren entdeckten kann als systematische Standardbiopsien. 

Weiterführende Informationen/ Links 

Prostata Hilfe e.V. (Abruf: 15.07.2026)

Deutsches Ärzteblatt (Abruf: 08.07.2026)

Quellen:

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(16)32401-1/fulltext (Abruf 15.07.2026)

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1801993 (Abruf 15.07.2026)

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