Schmerzen gezielt und schonend behandeln

Niedrigdosis-Strahlentherapie (LDRT/Orthovolt-Therapie)

Die Niedrigdosis-Strahlentherapie (LDRT – Low-Dose-Radio-Therapie), auch Orthovolt-Therapie genannt, hat sich seit vielen Jahren bewährt bei der Behandlung von chronischen, schmerzhaften Entzündungs- und Verschleißerkrankungen des Bewegungsapparates (vor allem der Gelenke). Anders als die Strahlentherapie bei Krebserkrankungen kommen hierbei nur sehr niedrige Strahlendosen zum Einsatz mit dem Ziel, Entzündungsprozesse zu hemmen und Schmerzen zu lindern.

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So läuft die Behandlung ab

Beschreibung und Wirkprinzip der Therapie

Bei der Niedrigdosis-Strahlentherapie werden die betroffenen Gelenke oder Sehnenansätze mit einer sehr geringen Röntgenstrahlung behandelt. Die dabei eingesetzten Strahlendosen sind etwa 50- bis 100-mal niedriger als bei einer Strahlentherapie zur Behandlung von Tumorerkrankungen.

Diese niedrige radioaktive Strahlung wirkt entzündungshemmend. Sie beeinflusst unter anderem Entzündungszellen, Botenstoffe und kleine Blutgefäße im erkrankten Gewebe.

Erwünschte und mögliche Effekte

  • Nachlassende Schmerzen
  • Rückgang von Schwellungen
  • Verbesserte Beweglichkeit

Wann kann eine Schmerzbestrahlung helfen? 

Die Therapie eignet sich vor allem bei folgenden Beschwerden/Krankheitsbildern:

    • Fersensporn (Plantarfasziitis)
    • Tennis-Ellenbogen und Golf-Ellenbogen
    • Schulterbeschwerden (Kalkschulter, Schulterarthrose)
    • Arthrose der Finger- und Daumensattel-Gelenke
    • Knie-Arthrose
    • Hüft-Arthrose
    • Achillessehnen-Reizungen
    • Schmerzhafte Sehnenansatz-Entzündungen

Die Wirkung tritt meist nicht sofort ein. Viele Patientinnen und Patienten berichten über eine deutliche Besserung innerhalb von einigen Wochen bis wenigen Monaten nach Abschluss der Behandlung, die dann aber oft mehrere Jahre lang anhält.

Alles Wissenswerte zur Niedrigdosis-Strahlentherapie

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen rund um die Niedrigdosis-Strahlentherapie – von der Vorbereitung über den Ablauf der Untersuchung bis hin zur Befundung und den nächsten Schritten.

Vor der Therapie

Vor Beginn der Behandlung findet ein ausführliches ärztliches Gespräch in der behandelnden radiologischen Praxis statt. Dafür benötigen Sie eine Überweisung zur „Mit- und Weiterbehandlung“ (hausärztliche Praxis, aus der Orthopädie oder Chirurgie) und Ihre Befunde aus der vorherigen Bildgebung (Röntgen, MRT, CT). 

Durchführung der Behandlungen

Für jede Behandlung nehmen Sie eine bequeme Position auf der Behandlungsliege oder im Sitzen ein. Das betroffene Gelenk wird sorgfältig gelagert, damit das Behandlungsteam die Strahlung präzise auf die schmerzende Region richten kann.

Die eigentliche Bestrahlung dauert meist nur wenige Sekunden bis wenige Minuten. Die gesamte Behandlung inklusive Lagerung nimmt in der Regel weniger als 15 Minuten in Anspruch.

Üblicherweise umfasst ein Behandlungszyklus:

  • 6 Bestrahlungen
  • Zwei bis drei Termine pro Woche
  • Gesamtdauer etwa zwei bis drei Wochen

Sollten nach einigen Wochen oder Monaten noch Beschwerden bestehen, empfiehlt sich in vielen Fällen ein zweiter Behandlungszyklus. 

Vorbereitung auf die Behandlung

Eine besondere Vorbereitung ist nicht erforderlich.

Bitte beachten Sie dennoch folgende Hinweise:

  • Tragen Sie bequeme Kleidung, die einen einfachen Zugang zur schmerzhaften Körperregion ermöglicht.
  • Bringen Sie vorhandene Röntgen-, MRT- oder CT-Bilder sowie Arztberichte mit.
  • Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über eine mögliche Schwangerschaft. Während einer Schwangerschaft findet eine Strahlentherapie in der Regel nicht statt.
  • Nehmen Sie Ihre gewohnten Medikamente wie verordnet ein, sofern nichts anderes vereinbart wurde.

Sie müssen für die Behandlung weder nüchtern sein noch erhalten Sie ein Kontrastmittel oder eine Betäubung. 

Für wen die Niedrigdosis-Strahlentherapie geeignet ist

Die Niedrigdosis-Strahlentherapie verspricht vor allem bei chronischen und schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates Erfolge, wenn konservative Behandlungen wie Physiotherapie, Schmerzmedikamente oder Injektionen nicht ausreichend helfen konnten.
Die Behandlung richtet sich überwiegend an Erwachsene, da bei jüngeren Patientinnen und Patienten aufgrund des theoretischen Strahlenrisikos eine besonders sorgfältige Bewertung des Nutzen-Risikos erfolgen muss.

Der Behandlungserfolg hängt unter anderem von der Art der Erkrankung, ihrer Dauer und dem Ausmaß der Veränderungen ab.

Die Behandlung gilt insgesamt als sehr gut verträglich. Akute Nebenwirkungen sind aufgrund der eingesetzten sehr geringen Strahlendosis selten. 

Wer die Behandlung durchführt

Die Niedrigdosis-Strahlentherapie bieten Fachärztinnen und Fachärzten für Strahlentherapie in radiologische Praxen an.

Vor Beginn der Behandlung erfolgt eine ausführliche ärztliche Untersuchung und Beratung mit einer anschließenden individuellen Bestrahlungsplanung. Die eigentlichen Bestrahlungen führen speziell ausgebildete Medizinische Technologinnen und Technologen für Radiologie (MTR) durch, bei paralleler ärztlicher Überwachung während des gesamten Behandlungszeitraums. 

Antworten auf Ihre Fragen

Gut zu wissen: Wirkung, Risiken und Kosten

Wie erfolgreich ist die Niedrigdosis-Strahlentherapie?

Die Niedrigdosis-Strahlentherapie gibt es bereits seit mehr als 100 Jahren und sie hat sich insbesondere in Deutschland und anderen europäischen Ländern etabliert. Zahlreiche Studien zeigen, dass viele Patientinnen und Patienten von einer deutlichen Schmerzlinderung profitieren, die jedoch erst nach einigen Wochen bis Monaten einsetzt.

Je nach Erkrankung berichten 60 bis 80 Prozent der behandelten Patientinnen und Patienten über eine spürbare Besserung ihrer Beschwerden. Besonders gute Ergebnisse bringt die LDRT bei entzündlichen Sehnenansatz-Erkrankungen wie beispielsweise Fersensporn oder Tennis-Ellenbogen.

Erhöhtes Krebsrisiko durch Niedrigdosis-Strahlentherapie?

Nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand ist das Krebsrisiko durch diese Behandlung bei älteren Erwachsenen äußerst gering, da die eingesetzten Strahlendosen deutlich unter denen einer Tumorbestrahlung liegen. Bei jüngeren Menschen sollte jedoch sicherheitshalber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
Aus diesem Grund findet eine Niedrigdosis-Strahlentherapie/Orthovolt-Therapie) überwiegend bei Patientinnen und Patienten ab etwa 40 bis 50 Jahren statt.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Da die Niedrigdosis-Strahlentherapie bei vielen gutartigen Erkrankungen eine anerkannte Behandlungsmethode darstellt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in der Regel, wenn:

    • Eine medizinische Indikation besteht
    • Konservative Behandlungen ausgeschöpft wurden oder nicht ausreichend geholfen haben
    • Die Behandlung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Strahlentherapie erfolgt

Privatversicherte sollten sich vor Behandlungsbeginn bei ihrer Krankenversicherung über die Kostenübernahme informieren. Und auch Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung sollten vor einer LDRT/Orthovolt-Therapie die Kostensituation mit ihrer Krankenkasse klären.

Wissenswertes auf einen Blick

Häufige Fragen und Antworten

In den letzten Jahren wurden uns über dieses Portal viele interessante Fragen gestellt. In unseren FAQ finden Sie die häufigsten Fragen und die Antworten unserer radiologischen Expertinnen und Experten.