Mammographie
Eine röntgenologische Untersuchung der Brust nennt sich Mammographie – abgeleitet von dem lateinischen Wort “mamma” für die weibliche Brust. Solch eine heutzutage auf digitaler Technik basierende Aufnahme kann winzige Verkalkungen schon ab einem Durchmesser von 0,1 Millimetern im Brustgewebe sichtbar machen. Diese sogenannten Mikroverkalkungen weisen häufig auf Brustkrebs hin. Kleine Tumore zeigt eine Mammographie bereits ab einem Durchmesser von fünf Millimetern. In diesem frühen Stadium ist die Aussicht auf Heilung ausgesprochen gut.
Wann kommt eine Mammographie in Frage?
Haben Sie einen Knoten oder eine Verhärtung in der Brust ertastet? Oder haben Sie Schmerzen, ungewöhnlichen Hautveränderungen, Ausfluss aus der Brustwarze oder vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle? Vereinbaren Sie dann bitte schnellstmöglich einen Termin in Ihrer gynäkologischen Praxis. Ihre behandelnde Ärztin/ihr behandelnder Arzt werden Sie dann üblicherweise zu einer Mammographie-Untersuchung überweisen. Auch wenn ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht, beispielsweise durch eine andere schon bestehende Krebserkrankung oder durch eine familiäre Vorbelastung (familiärer Brustkrebs/erblicher Brustkrebs), bietet sich solch eine Diagnostik in vom ärztlichen Team empfohlenen Abständen an.
Brustkrebs ist keine reine Frauensache!
Erblich bedingter Brustkrebs gefährdet auch Männer! Bestimmte Veränderungen in den Genen (BRCA 1 oder BCRA 2) können auch an männliche Verwandte vererbt und von diesen wiederum an ihre Kinder weitergegeben werden. Von daher finden Mammographien durchaus auch bei Männern statt, wenn auch weit seltener.
Mammographie-Screening
Brustkrebs ist mit mehr als 75.000 diagnostizierten Neuerkrankungen jährlich die mit Abstand häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen. Je eher diagnostiziert, desto größer sind die Heilungschancen. Im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung besteht hierzulande seit dem Jahr 2004 für alle Frauen ab 50 Jahren die Möglichkeit, freiwillig am zweijährlich stattfindenden Mammographie-Screening teilzunehmen. Die einstige Altershöchstgrenze von 69 Jahren wurde im Sommer 2024 auf 75 Jahre angehoben und wurde 2026 auf 45 Jahre gesenkt, was 2027 umgesetzt wird, so dass die Gruppe der Teilnahmeberechtigten weiterwächst. Das Screening ermöglicht eine Früherkennung von Brustkrebs, noch bevor er sich ertasten lässt oder Beschwerden bereitet.

Gut vorbereitet auf Ihre Mammographie
Erfahren Sie, wie Sie sich optimal auf Ihre Mammographie vorbereiten und was Sie während der Untersuchung erwartet. Von wichtigen Hinweisen vor Ihrem Termin bis zum Ablauf der Untersuchung – hier finden Sie alle Informationen auf einen Blick.
Der richtige Zeitpunkt für Ihre Mammographie
Für Frauen vor den Wechseljahren empfiehlt sich, Termine für Mammographien in der ersten Zyklushälfte – etwa 1 Woche nach der Regelblutung – zu vereinbaren. Denn in dieser Zyklusphase ist das Drüsengewebe etwas aufgelockert. Das verbessert einerseits die Qualität der Aufnahmen und andererseits ist die Brust dann nicht so druckempfindlich wie beispielsweise kurz vor der Menstruation.
Vorbereitung auf die Untersuchung
Bitte verwenden Sie am Untersuchungstag keine Körperlotion, kein Körperpuder und kein Deodorant, um mögliche Irritationen auf den digitalen Bildern zu vermeiden.
Das Personal wird Sie außerdem bitten, vor der Untersuchung Ihre Brille und Ihren Schmuck abzulegen und Piercings im Oberkörperbereich zu entfernen.
So läuft die Mammographie ab
Bei der Mammographie stehen Sie vor dem Untersuchungsgerät. Zwischen zwei Platten wird die Brust dann vorsichtig zusammengedrückt. Diese Kompression (= das Zusammendrücken der Brust) empfinden manche Patientinnen als etwas unangenehm, sie ist aber wichtig für eine gute Bildqualität.
Wann und wie erhalten Sie Ihre Ergebnisse?
Ob direkt im Anschluss eine Befund-Besprechung stattfindet, hängt von der radiologischen Praxis ab und auch dem Grund für die Mammographie. In vielen Fällen werden die Ergebnisse in der zuweisenden gynäkologischen Praxis mit Ihnen besprochen.
Bei einer Vorsorgeuntersuchung im Rahmen des Mammographie-Screenings fertigt das geschulte Radiologiepersonal von jeder Brust zwei Aufnahmen an: eine von oben und eine schräg-seitliche Aufnahme. Ein Arzt-Klienten-Gespräch findet nicht statt. Die Ergebnisse des Mammographie-Screenings erhalten Sie per Post.
Anwendbarkeit und Grenzen des Verfahrens
Ein großer Vorteil der Mammographie besteht darin, Mikroverkalkungen entdecken zu können, die bei entsprechender Anordnung und Einzelform den oft einzigen Hinweis auf ein noch nicht tastbares Frühkarzinom oder ein Krebs-Vorstadium liefern. Diese Fähigkeit besteht unabhängig vom Brusttyp, also auch in „mastopathischem“ und somit mammographisch sehr dichtem Brustgewebe.
Die Überlebenschancen bei derart früh erkanntem Brustkrebs und insbesondere bei früh erkannten Vorstadien sind sehr gut. Aber: Nur etwa 50% der Vorstadien und 30% der Brustkrebserkrankungen enthalten Mikroverkalkungen.
Mit zunehmender Röntgendichte der Brust steigt das Risiko, dass bisweilen auch größere Herde oder diffus wachsende Karzinome in dichtem Gewebe verborgen bleiben.
Fehlalarm
Die Grenzen der Mammographie liegen darin, dass sie nicht jeden Brustkrebs erkennen kann. Tatsächlich gibt es tastbare Brustkrebserkrankungen, die sich per Mammographie nicht oder kaum erkennen lassen. Außerdem können sogenannte Intervallkarzinome (also Brustkrebs, der im Zeitraum zwischen zwei Mammographien entsteht) manchmal nicht im Frühstadium erkannt werden.
Ein weiteres Problem: Manchmal löst eine Mammographie leider auch falschen Alarm aus (falsch-positive Ergebnisse). Rund 3% der untersuchten Frauen erhalten einen auffälligen Befund, der sich dann erst nach weiteren medizinischen Untersuchungen als unbegründet erweist. Dies führt bei den betroffenen Frauen natürlich zu seelischen Belastungen in der für sie ungewissen Zeit, bis sie aufgrund von Ergebnissen aus weiterführenden Untersuchungen dann endlich aufatmen dürfen.
Weiterführende Methoden
Häufig reicht die Standard-Mammographie als alleinige Untersuchungsmethode nicht aus. Neben zusätzlichen Vergrößerungsaufnahmen oder Spezialaufnahmen der Brust stehen auch andere bildgebende Verfahren oder chirurgische Methoden zur Verfügung, um die Diagnosesicherheit zu erhöhen:
Magnetresonanztomographie der Brust (Mamma-MRT)
Die Magnetresonanztomographie zählt zu den Schnittbildverfahren. Diese Untersuchung der Brust erfolgt vor und mehrfach nach Kontrastmittelinjektionen in eine Armvene. Bösartige Tumoren in der Brust nehmen in der Regel schneller und intensiver Kontrastmittel auf als normales Drüsengewebe und gutartige Veränderungen.
Großer Vorteil: Eine Mamma-MRT kommt ohne Strahlenbelastung aus. Ganz wichtig ist, dass sich die Patientin während der Untersuchungszeit von ca. 20 Minuten nicht bewegt.
Die nicht ganz günstige MRT der Brust auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen findet üblicherweise nur dann statt, wenn die Mammographie und ein Brust-Ultraschall zu keinem eindeutigen Befund führen. Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten dafür daher nur in besonderen Fällen. Dies gilt beispielsweise unter bestimmten Voraussetzungen für Frauen, die bereits an Brustkrebs erkrankt sind.
Im Rahmen der individuellen radiologischen Prävention und Früherkennung bieten jedoch zahlreiche radiologische Praxen eine MRT-Untersuchung der Brust als Privat- oder Selbstzahlerleistung an. Denn diese Form der Brustkrebsvorsorge jenseits des klassischen Mammographie-Screenings bietet gegenüber der konventionellen Mammographie einige Vorteile, von denen viele Frauen gern profitieren oder sie zusätzlich zum Screening zur zusätzlichen Absicherung nutzen möchten. Hier erfahren Sie mehr dazu.
Ultraschall der Brust (Mamma-Sonographie)
Radiologische und gynäkologische Praxen bieten als weiteres oder ergänzendes Abklärungsverfahren im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung ergänzend zur Mammographie auch Ultraschalluntersuchung der Brust an. Mit dieser Methode können Ärztinnen und Ärzte zystische Knoten besonders gut von festen Knoten (Tumoren) abgrenzen. Die komplett strahlungs- und schmerzfreie Untersuchung bietet vor allem bei dichtem Brustdrüsengewebe eine hohe Diagnose-Genauigkeit und eignet sich auch für schwangere und stillende Frauen.
Brustbiopsie
Eine Veränderung des Brustgewebes, beispielsweise ein Knoten, kann vielfältige Ursachen haben. Um herauszufinden, ob es sich bei der Veränderung um ein bösartiges Geschwür handelt oder nicht, findet in einigen Fällen eine Probeentnahme mit anschließender histologischer Untersuchung (Brustbiopsie) statt. Nachfolgend ein paar Details zu den verschiedenen Verfahren, die üblicherweise unter örtlicher Betäubung erfolgen und die bis auf den hier zuletzt genannten “Schnellschnitt” keine Narkose erfordern (da dieser üblicherweise während laufender Brust-OPs in der Regel unter Vollnarkose stattfindet).
Stanzbiopsie
Im Falle einer Stanzbiopsie wird in lokaler Betäubung eine dünne Hohlnadel in die betreffende Brust eingeführt, deren Spitze einen kleinen Gewebezylinder abschneidet und abträgt für eine anschließende Zelluntersuchung im Labor (histologische Untersuchung). Dieser Eingriff erfolgt unter Ultraschall-Kontrolle oder aber auch mittels Kontrollaufnahmen per Magnetresonanztomographie (MRT) oder Mammographie. Dies gewährleistet, dass das zu untersuchende Gewebe auch wirklich aus dem betroffenen Bereich stammt. Allerdings lässt sich aufgrund der uneinheitlichen Zellverteilung gerade in Anfangsstadien einer Krebserkrankung der Biopsiebereich manchmal nicht optimal eingrenzen.
Vakuumsaugbiopsie
Hier wird durch den gezielten Einsatz eines Vakuums eine größere Gewebeprobe gewonnen. Der Einstich erfolgt auch hier unter Sichtkontrolle.
Digitale Stereotaxie
Hierbei handelt sich um ein sehr präzises und computergestütztes Mammographie-Verfahren mit 2D- oder 3D-Technik zur bildgesteuerten Entnahme von Gewebeproben (Biopsien). Diese Diagnostik ermöglicht mehrere Aufnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, so dass die Lokalisation des Herdes mit dem Computer millimetergenau berechnet und die feine Biopsienadel nach örtlicher Betäubung exakt in das betroffene Areal geführt werden können.
Probeexzision
Hinter diesem Begriff verbirgt sich das chirurgische Entfernen von Gewebeproben. Hierzu wird die getastete und verdächtige Stelle vor der Mammographie häufig mit einer Metallklammer markiert. Die Probeentnahme findet nun als eigenständiger kleiner operativer Eingriff statt; das entnommene Gewebe wird anschließend im Labor auf Bösartigkeit untersucht. Stellt sich hierbei heraus, dass aufgrund eines ungünstigen Befundes mehr Brustgewebe oder sogar die gesamte Brust entfernt werden muss, so erfolgt zu einem anderen Zeitpunkt eine weitere Operation.
Schnellschnitt
“Schnellschnitte” finden vor allem während bereits laufender Brust-Operationen statt. Konkret heißt das: Im Verlauf des Eingriffes entnommene Proben des verdächtigen Gewebes landen noch während des Eingriffes im Labor für eine histologische Kontrolle hinsichtlich “gut” oder “böse” oder im Falle von entnommenen bösartigen Tumoren zur Kontrolle der Schnittränder. Sollten sich im Randbereich eines entnommenen Tumors noch bösartige Zellen befinden, kann das Operationsteam den Schnittbereich im Rahmen desselben Eingriffs dann direkt ausweiten und der Patientin so einen erneuten Eingriff unter Narkose ersparen. Solch eine Schnellschnitt-Untersuchung dauert üblicherweise zwischen 10 und 30 Minuten; die OP-Patientinnen bleiben währenddessen bis zur Auswertung unter Narkose im Operationssaal.
Häufige Fragen und Antworten
In den letzten Jahren wurden uns über dieses Portal viele interessante Fragen gestellt. In unseren FAQ finden Sie die häufigsten Fragen und die Antworten unserer radiologischen Expertinnen und Experten.
Gut informiert vor Ihrer Untersuchung
Sie möchten sich in Ruhe über die Untersuchung informieren? Unser Informationsmaterial fasst die wichtigsten Informationen zur Untersuchung verständlich und übersichtlich zusammen – zum Herunterladen und Nachlesen.
