Mit Magnetfeldern den Körper sichtbar machen

Magnetresonanztomographie

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein eindrucksvolles Beispiel eines innovativen, zugleich sehr sicheren und sich rasant weiterentwickelnden Diagnoseverfahrens in der Radiologie. Die Untersuchung wird gelegentlich auch (noch) als Kernspintomographie (umgangssprachlich: Kernspin) bezeichnet.

MTR hält die Hand einer Patientin, die ins MRT geschoben wird
Einblicke bis ins kleinste Detail

Gestochen scharfe Schichtaufnahmen

Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie, die keine Röntgen- oder radioaktiven Strahlen, sondern ein starkes Magnetfeld und Radiowellen einsetzt, lassen sich in kurzer Zeit eindrucksvolle Schichtaufnahmen nahezu jeder Körperregion anfertigen. Besonders gut sind damit Gehirn und Rückenmark, innere Organe (mit Ausnahme der Lunge), aber auch Muskeln oder Gelenke zu erkennen. Mittlerweile können sogar Organbewegungen, etwa das schlagende Herz, bildlich dargestellt werden.

Neue Dimensionen dieser sich rasant entwickelnden Technik eröffnen unter anderem die immer präzisere Darstellung von Blutgefäßen, virtuelle Bildanalyseverfahren, der Einsatz zur Früherkennung von Tumoren sowie Einblicke in den Körperstoffwechsel.

 

Einsatzgebiete der Magnetresonanztomographie

Mit immer leistungsfähigeren Geräten können Radiologinnen und Radiologen von vielen Organen und Körperteilen präzise Informationen gewinnen. Eine Untersuchung im MRT eignet sich zur bildlichen Darstellung nahezu aller Organe und Gewebe. Sie kann andere Diagnoseverfahren, wie beispielsweise die klassische Röntgenuntersuchung, sinnvoll ergänzen, aber auch Verfahren ersetzen, bei denen bisher ein Eingriff in den Körper notwendig war. Sollten unterschiedliche Gewebe nicht ohne weiteres abgegrenzt werden können, stehen spezielle, gut verträgliche Kontrastmittel zur Verfügung, die eine weitergehende Beurteilung erlauben.

Gehirn & Rückenmark

Sofern verfügbar, ist Magnetresonanztomographie das Diagnoseverfahren der Wahl bei praktisch allen Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks. Beispiele: Multiple Sklerose, Schlaganfall, Tumore oder Entzündungen.

Innere Organe

Mit Ausnahme der lufthaltigen Lunge können alle inneren Organe untersucht werden. So lassen sich Entzündungsherde, Tumore, Metastasen und andere Organveränderungen sehr präzise erkennen. Mit einer speziellen Aufnahmetechnik gelingt die Darstellung der Gallenwege und des Ausführungsgangs der Bauchspeicheldrüse in kürzester Zeit. Selbst Untersuchungen am schlagenden Herzen sind mittlerweile möglich.

Wirbelsäule und Gelenke

Veränderungen an Gelenken und Gelenkknorpeln sind heutzutage eine Domäne der Kernspintomographie (MRT). Speziell für die Untersuchung von Ellenbogen, Hand, Knie, Sprunggelenk und Fuß gibt es ein kleines MRT-System. Auch der Wirbelkanal lässt sich im Gegensatz zu früher problemlos und ohne Eingriff in den Körper per MRT darstellen.

Herz und Blutgefäße

Mittels einer Magnetresonanztomographie des Herzens können Radiolog:innen das schlagende Herz betrachten, die Beschaffenheit und Durchblutung des Herzmuskels prüfen, die Funktionsfähigkeit der Herzklappen einschätzen und Herzfehler präzise darstellen. Während einer Belastungssituation (per Fahrrad-Ergometer oder aber inzwischen standardmäßig und immer häufiger durch medikamentöse Reize, die das Herz künstlich anfeuern) können die Expert:innen via MRT feststellen, ob es Herzmuskelareale gibt, die unter Belastung nicht ausreichend durchblutet werden. Enge Stellen in den Herzkranzgefäßen zeigen sich mittels 3-D-Angiographie der Koronargefäße. Diese dreidimensionale Darstellung der Gefäße und damit ihre Untersuchung von allen Seiten und in vielen Ebenen gibt es auch für die Halsschlagader (Carotis-Arterie), die Hauptschlagader (Aorta), Arterien im Gehirn und die Nierenarterien. Denn diese Blutbahnen sind ebenfalls anfällig für arteriosklerotische Ablagerungen, die zu Gefäßverengungen führen können. Mit modernen Geräten können die Arterien vom Hals bis zu den Unterschenkeln in einem einzigen Untersuchungsgang innerhalb weniger Minuten dargestellt werden, um gesundheitsgefährdende Durchblutungsstörungen möglichst frühzeitig zu erkennen.

Brust

Als ergänzende Untersuchung zur klassischen Mammographie (unter anderem auch im Rahmen des Mammographie-Screenings) und zu Ultraschalluntersuchungen rückt bei bestimmten Fragestellungen zunehmend die MRT-Untersuchung der weiblichen Brust ins Blickfeld: die Magnetresonanz-Mammographie. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn durch andere Verfahren der Verdacht auf das Vorliegen von Brustkrebs nicht sicher ausgeräumt werden konnte oder aber auch bei bereits diagnostiziertem Brustkrebs.

Funktionelle Magnetresonanztomographie

Per MRT gelingt es sogar, Einblicke in den Stoffwechsel bestimmter Körperregionen unter unterschiedlichsten Bedingungen zu erhalten, beispielsweise des Gehirns. Ähnliche Informationen lassen sich zwar auch mit der so genannten Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gewinnen, die Magnetresonanztomographie erlaubt jedoch eine präzisere Zuordnung der beteiligten Gewebestrukturen.

Vorteile der Magnetresonanztomographie

Eine Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein schonendes und praktisch risikoloses Untersuchungsverfahren. Aufgrund der fehlenden Strahlenbelastung eignet sich diese bildgebende Diagnostik auch für Kinder und Schwangere. Auch dann, wenn jemand kein jodhaltiges Kontrastmittel vertragen sollte, wie es beispielsweise in der Computertomographie zum Einsatz kommt, kann die radiologische Praxis oft auf Untersuchung im MRT ausweichen.

Eine Untersuchung im MRT ermöglicht es in der Regel, Fragen zu beantworten, die weder durch eine “normale” Röntgenuntersuchung noch durch die Computertomographie (CT) geklärt werden können. Ein Vorteil der MRT ist dabei, dass sie nicht mit Röntgenstrahlen arbeitet.

Die Magnetresonanztomographie ermöglicht sehr differenzierte Untersuchungen zahlreicher Gewebe. Besonders gut lassen sich innere Organe, Gehirn und Rückenmark, Weichteile, Knorpel und die weibliche Brust darstellen, schlecht dagegen die lufthaltige Lunge und Knochen.

Im Vergleich mit der Computertomographie ist eine Magnetresonanztomographie vor allem überlegen bei:

  • Patienten mit Störungen der Nierenfunktion
  • Untersuchungen von Kindern (wegen fehlender Strahlenbelastung
  • Allergie gegen jodhaltige Kontrastmittel
  • Schwangerschaft: Untersuchungen sind in enger Absprache mit dem Frauenarzt möglich

Alles Wissenswerte zur MRT

Hier erfahren Sie alles Wichtige rund um Ihre Untersuchung – von der Vorbereitung über den Ablauf bis hin zu hilfreichen Hinweisen für Ihren Termin.

Vor der Untersuchung

Haben Sie Metallteile im Körper? Dann ist wegen des starken Magnetfelds bei dieser schmerz- und praktisch risikolosen Untersuchungsmethode möglicherweise Vorsicht angesagt.

Vor Beginn der Untersuchung müssen Sie alle metallischen Gegenstände abgeben. Dazu zählen auch Uhren, Hörgeräte sowie Scheck- oder Kreditkarten. Metallteile im Körper wie zum Beispiel fester Zahnersatz, Gelenkprothesen oder Metallplatten nach Operation eines Knochenbruchs stellen in der Regel kein Problem dar.

Bitte geben Sie an, wenn Sie evtl. metallhaltige Teile tragen, insbesondere

  • Gefäßstützen wie Stents oder Gefäßclips
  • eine künstliche Herzklappe
  • eine Insulinpumpe
  • Metallsplitter
  • Tätowierungen

Da es im Magnetfeld zu Fehlfunktionen kommen kann, kommt eine Magnetresonanztomographie (MRT) in manchen Fällen jedoch nicht in Frage, zum Beispiel bei

  • Patientinnen und Patienten mit Herzschrittmachern oder
  • Patientinnen und Patienten mit Innenohrprothesen (Cochleaimplantaten)

Während der Untersuchung

Während der Untersuchung liegen Sie auf einer Liege, die sich anfangs langsam in die Öffnung des Geräts, also in Richtung Magnet, bewegt. Sie befinden sich dann ganz oder – etwa bei einer Untersuchung des Kniegelenks – teilweise im Gerät.

An- und abschaltende Magnetfelder erzeugen relativ laute klopfende Geräusche, die manche Menschen als störend empfinden. Sie erhalten daher Ohrstöpsel oder einen geschlossenen Ohrschutz; häufig können Sie während der Untersuchung auch Musik hören. Die Untersuchung dauert je nach untersuchter Körperregion und Fragestellung wenige Minuten bis zu einer halben Stunde.

 

Platzangst?

Manche Patientinnen und Patienten leiden unter der relativen Enge des Geräts (“Platzangst”). Sollte dies auf Sie zutreffen, sprechen Sie bitte vorab mit Ihrem Hausarzt oder mit dem Team Ihrer radiologischen Praxis. Denn auch dafür gibt es Lösungen, beispielsweise vorab verabreichte Beruhigungsmittel oder auch eine Kurznarkose. Nach Gabe derartiger Medikamente dürfen Sie jedoch am Untersuchungstag nicht mehr aktiv am Straßenverkehr teilnehmen (kein Fahrzeug führen); lassen Sie sich daher von jemandem aus der Praxis abholen oder sich ein Taxi bestellen.

Möglicherweise kann die erforderliche Untersuchung auch in einem offenen MRT-Gerät durchgeführt werden, über das allerdings nicht jede radiologische Praxis verfügt und das auch eine etwas geringere Bildqualität liefert als ein klassisches geschlossenes Gerät. Generell können Sie davon ausgehen, dass der Kopf bei der Untersuchung einer Körperregion unterhalb des Nabels außerhalb des Gerätes liegt.

Wann darf kein MRT durchgeführt werden?

Magnetfelder und Radiowellen schaden nach heutigem Stand der Erkenntnis der Gesundheit nicht. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn sich Metallteile im Körper befinden. Wenn dies der Fall sein sollte, sprechen Sie dies bitte vor der Untersuchung in der radiologischen Praxis an.

Wann ist die Computertomographie von Vorteil?

Trotz Röntgenstrahlung gibt es Fragestellungen, bei denen der Arzt die Computertomographie vorzieht. Dazu zählen etwa die Untersuchung der Lunge, der Schädelbasis und der Nasennebenhöhlen sowie der Nachweis von Verkalkungen; etwa der Herzkranzgefäße. Außerdem kommt die Computertomographie meist zum Einsatz, wenn keine MRT durchgeführt werden darf.

 

Kontrastmittel in der Magnetresonanztomographie

Auch bei einer Untersuchung im MRT werden Kontrastmittel eingesetzt. Diese enthalten jedoch – anders als bei vielen Röntgen-Kontrastmitteln – kein Jod, sondern meist Gadolinium. Dieses chemische Element beeinflusst im Gewebe die magnetischen Eigenschaften benachbarter Wasserstoffatome.

Andere bei MRT-Untersuchungen eingesetzte Kontrastmittel enthalten kleinste Eisenpartikel. Diese Kontrastmittel werden in erster Linie bei Leberuntersuchungen verwendet, da Eisen von bestimmten Leberzellen aufgenommen wird.

Wissenswertes auf einen Blick

Häufige Fragen und Antworten

In den letzten Jahren wurden uns über dieses Portal viele interessante Fragen gestellt. In unseren FAQ finden Sie die häufigsten Fragen und die Antworten unserer radiologischen Expertinnen und Experten.

Wissen zum Mitnehmen

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