Kontrastmittel in der Radiologie
Warum werden Kontrastmittel eingesetzt?
Nicht alle Strukturen im Körper lassen sich auf radiologischen Bildern gleich gut voneinander unterscheiden. Kontrastmittel können dabei helfen, bestimmte Organe, Blutgefäße oder Gewebe deutlicher sichtbar zu machen und krankhafte Veränderungen besser zu erkennen.
Ob ein Kontrastmittel notwendig ist und welches zum Einsatz kommt, hängt von der Untersuchungsmethode, der untersuchten Körperregion und der jeweiligen medizinischen Fragestellung ab. Dabei unterscheiden sich die verwendeten Kontrastmittel unter anderem in ihrer Zusammensetzung und Art der Verabreichung.
Nicht immer sind Kontrastmittel im Spiel!
Die allermeisten klassischen Röntgenuntersuchungen sowie viele Untersuchungen per CT oder MRT kommen ganz ohne Kontrastmittel aus. Dazu gehören entsprechende Bildgebungen von Skelettsystem und Gelenken, der Nasennebenhöhlen und manche Diagnoseverfahren hinsichtlich Gehirn/Schädel, Lunge und Herz.
Welche Kontrastmittel gibt es?
In der Radiologie eingesetzte Kontrastmittel unterscheiden sich in erster Linie durch ihre chemische Zusammensetzung.
Röntgen
Bei einer radiologischen Untersuchung der Nieren (Röntgen/CT) erhalten Sie per Spritze in die Armvene ein jodhaltiges Kontrastmittel. Die Anreicherung und Ausscheidung in und aus den Nieren hält das radiologische Team in bestimmten Zeitabschnitten bildtechnisch fest.
Anders bei einer röntgenologischen Darstellung des Magen-Darm-Traktes. Hier erhalten Sie unter Durchleuchtung ein anderes Kontrastmittel: den typischen weißen Bariumbrei zum Schlucken.
Computertomographie (CT)
Auch die Computertomographie nutzt jodhaltige Kontrastmittel – bei einer Bauch-Untersuchung (CT-Abdomen) oft in Kombination mit Bariumbrei. Das orale (barium-haltige) Kontrastmittel trinken Sie etwa ein bis zwei Stunden vor der Untersuchung. Kurz davor erhalten Sie dann noch ein jodhaltiges Kontrastmittel (Spritze in die Armvene).
Magnetresonanztomographie (MRT)
Bei der Kernspintomographie (MRT) wird bei Bedarf ein Kontrastmittel verwendet, das Gadolinium enthält.
Nuklearmedizin
Die Nuklearmedizin (zum Beispiel bei der PET oder der PET/CT) arbeitet nicht mit Kontrastmitteln, sondern mit per Spritze verabreichten leicht radioaktiven Substanzen, hauptsächlich mit radioaktiv angereicherter Glukose/Zucker.
Jodallergie oder Probleme mit Schilddrüse oder Nieren?
Jod ist an sich sehr gut verträglich. Es gibt jedoch Menschen, die an einer Jodallergie oder einer Schilddrüsenüberfunktion leiden oder Personen mit krankhaften Nierenwerten, für die jodhaltige Kontrastmittel nicht in Frage kommen.
Informieren Sie die radiologische Praxis rechtzeitig über eventuelle entsprechende Vorerkrankungen/Allergien, damit das Team dann eine Kontrastmittel-Alternative oder eine Allergie-Prophylaxe für Sie vorbereiten kann.
Häufige Fragen und Antworten
In den letzten Jahren wurden uns über dieses Portal viele interessante Fragen gestellt. In unseren FAQ finden Sie die häufigsten Fragen und die Antworten unserer radiologischen Expertinnen und Experten.
