Früherkennung von Morbus Alzheimer per MRT-Hirnvolumenmessung
Die MRT-Hirnvolumenmessung ermöglicht eine strahlenfreie Analyse verschiedener Hirnregionen und kann altersuntypische Veränderungen der Hirnsubstanz sichtbar machen. Sie kann damit die weiterführende Abklärung und Früherkennung neurodegenerativer Erkrankungen unterstützen.
Zahlen & Fakten: Morbus Alzheimer (Alzheimer-Erkrankung)
Mit zunehmendem Alter reduziert sich bei jedem Menschen nach und nach die Hirnsubstanz (das Hirnvolumen) – das ist ganz normal. Bei bestimmten neuro-degenerativen Erkrankungen – wie beispielsweise einer Alzheimer-Erkrankung – schreitet dieser Verlust von Hirnsubstanz jedoch in einem überdurchschnittlichen Tempo voran. Die Folge: die geistige Leistungsfähigkeit nimmt rapide ab und es kommt zu einer Demenz und damit dem zunehmenden Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit.
Laut Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. lebten im Jahr 2023 ungefähr 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz-Diagnose, überwiegend aufgrund einer Alzheimer-Erkrankung – Tendenz steigend! Frühzeitig eingesetzte Therapien auf Basis einer frühen Diagnostik – idealerweise noch vor dem Auftreten erster Symptome – können die Erkrankung erwiesenermaßen verlangsamen.
Kurz & knapp: MRT-Hirnvolumenmessung / Hirnvolumetrie
Bei der MRT-Hirnvolumen-Messung (Hirnvolumetrie) handelt es sich um eine strahlenfreie Untersuchung im Magnetresonanztomographen, die mithilfe spezieller Software das Volumen verschiedener Hirnregionen analysiert. Besonders das Gedächtniszentrum des Gehirns – der Hippocampus –, kann bereits in frühen Stadien einer Alzheimer-Erkrankung schrumpfen, lange bevor erste milde Demenz-Symptome auftreten.
Die Wissenschaft beschäftigt sich bereits seit rund 20 Jahren mit der computergestützten Hirnvolumetrie, die inzwischen zunehmend in spezialisierten Zentren und radiologischen Praxen zum Einsatz kommt.
Zielgruppe
Eine Untersuchung kann insbesondere für Menschen sinnvoll sein, auf die einer oder mehrere der genannten Punkte zutreffen.
Dieses recht neue Untersuchungsverfahren gehört nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen, sondern zählt zu den Privatleistungen. Für die Kosten müssen Sie selbst aufkommen, viele Privatversicherte können jedoch mit einer Kostenerstattung rechnen. Sprechen Sie Ihre Versicherung auf jeden Fall vor solch einer geplanten Untersuchung darauf an.
Familiäre Belastung mit Demenzerkrankungen
Leichte Gedächtnisstörungen
Erste Veränderungen der Gedächtnisleistung können ein Grund sein, mögliche Ursachen genauer abklären zu lassen.
Unklare Konzentrationsprobleme
Anhaltende oder neu aufgetretene Konzentrationsprobleme können eine weiterführende diagnostische Abklärung sinnvoll machen.
Wunsch nach einer weiterführenden Risikoeinschätzung
Eine Untersuchung kann zusätzliche Informationen liefern, um das persönliche Risiko und mögliche Veränderungen besser einzuschätzen.
Kurzbeschreibung der Untersuchung
Bei der präzisen MRT-Volumenbestimmung der Hirnsubstanz (Hirnvolumetrie) entstehen hochaufgelöste dreidimensionale Aufnahmen des Kopfes. Mithilfe von innovativen computergestützten Verfahren der medizinischen Bildverarbeitung und Statistik sowie spezieller Software werden verschiedene Hirnregionen vermessen und mit altersentsprechenden Referenzwerten verglichen. Die KI (künstliche Intelligenz) leistet hierbei wertvolle Hilfe.
Besonders aussagekräftige Ergebnisse bringt ein direkter Vergleich von regelmäßig durchgeführten Hirnvolumen-Messungen. So fallen bereits kleine Veränderungen auf und können dazu führen, einer eventuell sich abzeichnenden späteren Alzheimer-Erkrankung bereits früh medikamentös und mit Lebensstiländerungen entgegenzutreten und dadurch wertvolle Behandlungszeit zu gewinnen.
Vorbereitung auf die Untersuchung
Die Untersuchung erfordert keine besondere Vorbereitung und üblicherweise auch kein Kontrastmittel.
Anwendbarkeit und Grenzen der Untersuchung
Eine mittels MRT-Hirnvolumen-Messung nachgewiesene verminderte Hirnstruktur allein beweist noch keine Alzheimer-Erkrankung. Vielmehr ermöglicht die Untersuchung, altersuntypische Abbauprozesse nachzuweisen und damit die Früherkennung neuro-degenerativer Erkrankungen vor dem Auftreten von Symptomen. Die Untersuchung ergänzt spezielle neurologische und kognitive Tests und weitere diagnostische Verfahren, ersetzt diese jedoch nicht.
Was spricht für eine MRT-Hirnvolumen-Messung zur Früherkennung von Alzheimer?
Verschiedene Studien zeigen, dass insbesondere Veränderungen des Hippocampus bereits Jahre vor dem Auftreten ausgeprägter Demenzsymptome auftreten und per MRT-Hirnvolumetrie nachweisbar sein können¹ ² ³ ⁴. Die Hirnvolumen-Messung kann daher einen wichtigen Beitrag zur frühen Diagnostik und dementsprechend zu idealerweise früh beginnenden Behandlungen leisten. Inzwischen gibt es moderne Alzheimer-Medikamente auf Antikörperbasis, die das Fortschreiten einer Demenz im Frühstadium mitunter deutlich verlangsamen können⁵.
Weiterführende Informationen/ Links
Deutsche Welle: Früherkennung von Alzheimer (Video) (Abruf: 20.07.2026)
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. (Abruf: 20.07.2026)
Quellen:
1 Springer (Abruf 20.07.2026)
2 Deutsches Ärzteblatt (Abruf 20.07.2026)
3 AIRAmed GmbH (Abruf 20.07.2026)
4 ARD Mediathek - NDR (Abruf 20.07.2026)
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