Darmkrebs erkennen und abklären

Darmkrebsvorsorge per MRT

Die MRT-Kolonographie ermöglicht eine Untersuchung des Dickdarms ohne Röntgenstrahlung. Sie kann größere Polypen und Tumoren sichtbar machen und insbesondere dann eine Alternative sein, wenn eine klassische Darmspiegelung nicht möglich oder nicht gewünscht ist. 

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Gut informiert

Zahlen & Fakten: Darmkrebs

Laut Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten erhalten eine von 19 Frauen und einer von 15 Männern im Laufe ihres Lebens eine Darmkrebs-Diagnose, zwei Drittel der Tumoren befinden sich dabei im Dickdarm (Kolon). Vor allem dank verschiedener Möglichkeiten der Darmkrebs-Früherkennung ist die Darmkrebs-Sterblichkeit innerhalb von gut 20 Jahren um rund 17 Prozent zurückgegangen, vor allem bei Frauen. Dennoch liegt Darmkrebs (Colon-Ca) nach wie vor hinter Lungen und Bronchialkrebs auf Platz zwei der krebsbedingten Todesursachen.

 

Kurz & knapp: MRT-Kolonographie 

Die seit den 1990er-Jahren kontinuierlich weiterentwickelte sogenannte MRT-Kolonographie ermöglicht die Darstellung des Dickdarms ohne Röntgenstrahlen in einem MRT-Gerät.
Sie kann größere Darmpolypen oder Tumoren sichtbar machen, ersetzt jedoch derzeit nicht die Darmspiegelung, die weiterhin als Goldstandard der Darmkrebsvorsorge gilt.

Für wen ist die Untersuchung sinnvoll?

Zielgruppe

Eine MRT-Kolonographie („virtuelle Koloskopie“) kommt vor allem dann in Frage, wenn Sie ein erhöhtes Darmkrebsrisiko besitzen – beispielsweise aufgrund einer familiären Vorbelastung – oder aber wenn aus medizinischen Gründen keine Darmspiegelung (Koloskopie) möglich ist oder aber Sie keine klassische Spiegelung wünschen.

Auch hier gilt: Für die Allgemeinbevölkerung besteht derzeit kein gesetzliches MRT-Screening-Programm, bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen gesetzliche Krankenkassen aber in Einzelfällen die Untersuchungskosten. Die Häufigkeit der Untersuchung richtet sich individuell nach Alter, Risikoprofil und ärztlicher Empfehlung. 

Familiäre Belastung für Darmkrebs

Bei familiärer Vorbelastung kann eine gezielte und frühzeitige Abklärung sinnvoll sein. 

Keine Darmspiegelung möglich

Die mpMRT kann auffällige Befunde genauer darstellen und zusätzliche Informationen liefern. 

Keine Darmspiegelung gewünscht

Für die Allgemeinbevölkerung besteht derzeit kein gesetzliches MRT-Screening-Programm, in begründeten Fällen übernehmen gesetzliche Krankenkassen aber die Untersuchungskosten. Die Häufigkeit der Untersuchung richtet sich individuell nach Alter, Risikoprofil und ärztlicher Empfehlung. 

Kurzbeschreibung der Untersuchung

Die rund 30 Minuten dauernde Untersuchung des Dickdarms (= Kolon/Colon) erfolgt in einem MRT-Gerät; also ohne Röntgenstrahlen. Sie dient vorwiegend dazu, größere Polypen und Tumoren aufzuspüren. Eine Probenentnahme oder die Entfernung von Polypen ist dabei nicht möglich. Wie auch bei einer klassischen Darmspiegelung wird der Darm für die Untersuchung mit Luft oder Kohlendioxid (CO2) entfaltet, um möglichst gute Sichtverhältnisse zu schaffen.

Tipp:
Die Zugabe von CO2 anstelle von Raumluft führt im Anschluss oftmals zu weniger mitunter schmerzhaften und lästigen Blähungen im Vergleich zu eingesetzter Raumluft. Fragen Sie daher in der radiologischen Praxis nach, ob dort Kohlendioxid (CO2) verwendet wird beziehungsweise berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Praxiswahl.

Vorbereitung auf die Untersuchung 

Wie bei einer klassischen Darmspiegelung (Koloskopie) erfordert auch die Dickdarm-Untersuchung mittels MRT eine vorherige Darmvorbereitung inklusive einer medikamentösen Darmreinigung. Denn nur so lässt sich der Darm im MRT gut darstellen und beurteilen.

Im ärztlichen Vorgespräch in der radiologischen Praxis erhalten Sie vorab eine genaue Anleitung dazu und auch die Medikamente oder ein entsprechendes Rezept dafür. Wie lange Sie vor der Untersuchung nichts mehr essen dürfen, variiert von Praxis zu Praxis. Klare Flüssigkeiten wie Wasser, Tee – gern gezuckert, aber ohne Milch – und verdünnte klare, helle Obstsäfte (Apfelsaft, weißer Traubensaft) dürfen Sie in der Regel bis kurz vor der Untersuchung trinken.
 

MTR hält Hand einer älteren Patientin, die auf dem Rücken liegt uns ins MRT geschoben wird
Aussagekraft der Untersuchung

Anwendbarkeit und Grenzen der Untersuchung

Ohne Frage: Mit den Möglichkeiten einer klassischen Darmspiegelung im Rahmen der Darmkrebsvorsorge kann eine „virtuelle Koloskopie“ mittels MRT nicht mithalten. Sie liefert aber eine Möglichkeit der nicht-invasiven Darmkrebsfrüherkennung für all jene, die nicht an der vom Gesetzgeber ermöglichten Darmkrebs-Früherkennung via Darmspiegelung teilnehmen möchten oder es aus medizinischen Gründen nicht können.

Eine klassische Darmspiegelung in einer darauf spezialisierten Praxis für Gastro-Enterologie bietet schlichtweg die beste Möglichkeit der Darmkrebs-Früherkennung, zumal dabei entdeckte und möglicherweise problematische Polypen direkt entfernt und auch Zellproben genommen werden können. Dies ist bei einer MRT-Darmuntersuchung nicht möglich. 

Was spricht für eine Darm-Diagnostik mittels MRT-Kolonographie? 

Wie bereits angesprochen: Eine MRT-Kolonographie kann die klassische Darmspiegelung mit ihren diagnostischen und direkten minimal-invasiven Behandlungsmöglichkeiten nicht ersetzen, sondern bietet eher eine Alternative zweiter Wahl. Vor allem dann, wenn sich eine Darmkrebs-Früherkennung per Koloskopie aus medizinischen oder persönlichen Gründen (zumindest im Sinne der Prävention) ausschließt. Dann ist es zumindest eine Alternative, sich per strahlenfreier Bilddiagnostik einen ersten Überblick zu verschaffen. Auch wenn eine vergleichsweise sichere Nachweisrate von Darmpolypen – die häufig später in Darmkrebs entarten können – per MRT oft nur bei eher größeren Darmpolypen gelingt – dann jedoch mit einer hohen Genauigkeit¹.

Kleinere Darmpolypen erkennt eine MRT-Untersuchung des Dickdarms jedoch seltener als eine klassische Koloskopie.

Weiterführende Informationen/ Links 

Felix Burda Stiftung: Darmkrebs.de (Abruf: 15.07.2026)

Deutsches Krebsforschungszentrum (Abruf: 15.07.2026)

Quellen:

1  https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0720048X1400031X  (Abruf 15.07.2026)

Wissenswertes auf einen Blick

Häufige Fragen und Antworten

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